Gegen den Wohnungsmangel müssen mindestens 80 Wohnungen jährlich in Ascheberg entstehen

mlzWohnungsmarkt Ascheberg

In vielen Orten fehlen Wohnungen. Wie stellt sich aktuell die Situation in der Gemeinde Ascheberg dar und welche Entwicklung ist zu erwarten? Antworten auf diese Fragen gab nun ein Experte.

Herbern, Ascheberg

, 02.12.2019, 16:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wohnungen werden knapp: Die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt sind in vielen Städten in NRW besorgniserregend. Auch in der Gemeinde Ascheberg muss etwas gegen fehlende Wohnungen getan werden. Das erklärte Matthias Günther vom Eduard-Pestel-Institut für Systemforschung im jüngsten Bau-, Planungs- und Umweltausschuss.

Mit dem Blick auf den aktuellen Wohnungsmarkt und die zu erwartende Entwicklung müssten laut Günther bis 2025 pro Jahr 80 bis 85 neue Wohnungen in der Gemeinde entstehen. Denn eine steigende Bevölkerungszahl und gleichzeitig ein „bescheidener Wohnungsbau in Ascheberg zwischen 2000 und 2015“, wie Günther es formuliert, sorgten dafür, dass die Wohnungen wie vielerorts in Ascheberg knapp und teuer seien.

Bevölkerung und Arbeitsplätze nehmen zu

Demnach verzeichnete die Gemeinde mit ihren Ortsteilen Ascheberg, Herbern und Davensberg seit den 80er-Jahren ein deutliches Bevölkerungsplus: Waren es 1980 rund 11.600 Einwohner, waren es 2018 schon 15.400. Auch die Zahl der Arbeitsplätze verdoppelte sich von 1987 bis 2000 auf 4000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte.

Matthias Günther erwartet weitere Zuwächse. Deshalb wird sich auch die Zahl der Haushalte weiter steigern müssen. Allerdings reicht Günther der aktuelle Wohnungsbestand für die kommenden Jahre nicht aus. Und das, obwohl es in der Gemeinde Ascheberg wenig Leerstand und viel Wohnraum gibt.

Zwei Personen auf 160 Quadratmetern

Doch ein Problem sei auch, dass die Personen je Haushalt weiter sinken (von 3,1 im Jahr 1987 auf 2,4 im Jahr 2018). „Die Kinder ziehen aus dem Haus, aber die Eltern bleiben dort wohnen. Hatte die vierköpfige Familie vorher insgesamt 160 Quadratmeter und damit 40 Quadratmeter pro Person sind es nach dem Auszug der Kinder 80 Quadratmeter pro Person“, gibt Günther ein Beispiel.

Der demografische Wandel sorgt zudem dazu, dass die Bevölkerung älter wird - von aktuell 800 Bürgern, die über 80 Jahre alt sind bishin zu mindestens einer Verdoppelung bis 2050. Weil mehr Bürger häufiger auf eine Grundsicherung im Alter angewiesen sind, ginge es vor allem darum, bezahlbaren Wohnraum - vor allem kleine Wohnungen bis 45 Quadratmeter - zu schaffen.

Gemeinde hat es selbst in der Hand

„Als Gemeinde müssen sie selbst für bezahlbaren Wohnraum, Sozialwohnungen und bezahlbare Grundstücke sorgen. Die Entwicklung auf dem Wohnungsmarkt ist politisch steuerbar“, appelliert Günther an die anwesenden Ausschussmitglieder.

Die Gemeindeverwaltung sieht sich auf dem richtigen Weg. „90 Wohnungen im Jahr 2018 wurden gebaut. Wir können uns bestätigt fühlen“, erklärte Gesche Ahmann mit Blick auf die von Matthias Günther prognostizierten 80 bis 85 Wohnungen, die jährlich in der Gemeinde neu entstehen müssten.

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