Gelbe Paketwagen mit grünem Antrieb

Deutsche Post setzt auf Elektroautos

Die Post steht unter Strom: Seit Oktober rollen elektrisch angetriebene Streetscooter durch die Straßen der Gemeinde Ascheberg. Das Unternehmen verfolgt damit ambitionierte Ziele.

Ascheberg

26.02.2018, 20:11 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Streetscooter fahren mittlerweile auch in Ascheberg und Herbern – vollkommen elektrisch. Die Fahrzeuge seien so konzipiert, dass sie wartungsarm und möglichst praktikabel für die Zulieferer sind.

Die Streetscooter fahren mittlerweile auch in Ascheberg und Herbern – vollkommen elektrisch. Die Fahrzeuge seien so konzipiert, dass sie wartungsarm und möglichst praktikabel für die Zulieferer sind. © Deutsche Post

Zehn Meter vor, anhalten, ausladen, wieder zehn Meter und noch mal von vorne. Stop-and-go ist in der Paketzustellung Alltag, verschleißt Teile und frisst Sprit. Die Deutsche Post hat deswegen in vielen Städten und Gemeinden, darunter auch in Ascheberg und Herbern, auf elektrische Autos umgestellt.

Wie unterscheiden sich die neuen Autos von den üblichen Zuliefererfahrzeugen?Die sogenannten Streetscooter, die momentan in einer Version mit 4,3 Kubikmetern und 8 Kubikmetern Ladevolumen unterwegs sind, sind modular aufgebaut und sollen möglichst praktikabel sein, erklärt Rainer Ernzer, Pressesprecher der Post. Das bedeutet, dass einzelne Teile leicht austauschbar sind und der gesamte Aufbau den Zustellern entgegenkommen soll.

Wie sieht das in der Praxis aus? Zum Beispiel ist die Ladefläche frei von Hindernissen, Mulden und so weiter. Durch den hüfthohen Aufbau und den Zugang von drei Seiten könnten die Zusteller die Ladefläche nicht nur optimal nutzen, sondern sie auch wesentlich leichter entladen. Letzteres werde immer wichtiger, da der wachsende Online-Handel dazu führt, dass immer häufiger schwere Pakete auf dem Lieferplan stehen. Bis zu 31,5 Kilogramm dürfen einzelne Sendungen mittlerweile wiegen. Außerdem haben diese Fahrzeuge ein Automatikgetriebe. Somit gibt es keinen Verschleiß durch häufiges Kuppeln. „Bei der Entwicklung haben wir darauf geachtet, solche Anfälligkeiten zu umgehen“, so der Pressesprecher.

Welchen Vorteil hat die Umwelt durch diese Fahrzeuge? In der kleineren Version spart ein solches Fahrzeug etwa drei Tonnen Kohlendioxid oder 1100 Liter Diesel im Jahr bei durchschnittlichen Lieferwegen von rund 50 Kilometern am Tag. In der Version mit 8 Kubikmetern Ladevolumen sind es 4 Tonnen Kohlendioxid und 1500 Liter Diesel, die das Unternehmen einspart. Bei insgesamt 16 Fahrzeugen in der Gemeinde Ascheberg kommt da einiges zusammen. Zudem „tanken“ die Fahrzeuge nur Ökostrom. Ernzer betont: „Wir bezahlen für alles, was wir verbrauchen, den Preis für Ökostrom.“ Denn was tatsächlich aus der Steckdose kommt, könnte auch Kohlestrom sein. Das ist allerdings begründet in der Natur der Stromproduktion.

Wie weit kommen die Autos mit einer Akkuladung? Die Reichweite der ersten Akku-Generation betrug etwa 80 Kilometer. Mittlerweile sind es 120.

Reicht das auch für Ascheberg und Herbern? „Wir haben die Fahrzeuge natürlich nur da eingesetzt, wo wir wussten, dass die Reichweite genügt. Die Entwicklung schreitet in diesem Bereich außerdem sehr schnell voran. Batterien werden immer leichter und leistungsfähiger“, betont Ernzer. Dadurch entstehe ein weiterer Vorteil des modularen Aufbaus: Die Akkus in den Fahrzeugen können einfach ausgetauscht werden, wenn es bessere gibt oder einer defekt ist.

Warum überhaupt der Umstieg auf Elektrofahrzeuge? Hier verweist der Pressesprecher auf eine Unternehmensdirektive, die vorsieht, bis 2050 emissionsneutral zu wirtschaften. „Gemessen an den geringen langfristigen Wartungskosten und der Umsetzbarkeit lohnt sich die Umstellung in der Zustellung jetzt schon“, sagt Rainer Ernzer. Für den Langstreckenverkehr sei die Akku-Technik allerdings noch nicht ausgereift. Hier soll eine Umstellung in näherer Zukunft kommen.

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