Das Homeschooling war als Ersatz für normalen Unterricht für viele Schüler nicht genug. Nun gilt es, die Folgen eines pandemiebedingt schwierigen Schuljahres aufzuarbeiten. © picture alliance/dpa
Geld für Kinder und Jugendliche

Gemeinde Ascheberg kann Geld für Corona-Nachhilfe nicht abrufen

Der Bund hat zwei Milliarden Euro freigegeben, um die Folgen der Corona-Pandemie für Kinder und Jugendliche abzufedern. Aber es gibt ein großes Problem beim Abrufen der Gelder.

Der Bund hat mit dem Programm „Aufholen nach Corona“ für Nachhilfe und Ferienprogramme zwei Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, darunter ein Kinderfreizeitbonus von 100 Euro. Damit werden bestehende Bundesprogramme und -förderungen aufgestockt. Zu Letzteren gehören etwa die Frühen Hilfen. Der Kinderfreizeitbonus soll minderjährige Kinder und Jugendliche aus Familien mit kleinem Einkommen unterstützen und von den jeweiligen Trägern automatisch an die Leistungsberechtigten ausgezahlt werden.

Förderrichtlinien des Bundes für das Programm fehlen

Rund 1,3 Milliarden Euro dieses Programmes aber sollen laut Bundesministerium den Ländern „über Umsatzsteuer-Festbeträge für schulische Nachhilfe, für Kinder- und Jugendfreizeiten sowie für zusätzliche Sozialarbeit an Schulen und Freiwilligendienstleistende zur Verfügung gestellt“ werden. Allerdings wissen die meisten Kommunen noch gar nicht, wie sie an das Geld, das Anfang Mai freigeschaltet worden ist, kommen sollen.

„Für das neue Förderprogramm der Bundesregierung liegen uns vom Land NRW noch keine Förderrichtlinien vor“, heißt es von der Gemeindesprecherin aus Ascheberg, Simone Böhnisch. „Sobald dies der Fall ist, werden wir Kontakt zu den Schulen aufnehmen.“ Aktuell gebe es bereits seit 2020 ein Förderprogramm des Landes für Außerschulische Bildungs- und Betreuungsangebote in Coronazeiten: „Extrazeit zum Lernen“. Dazu werde gerade ein Förderantrag mit den Schulen und der Bezirksregierung abgestimmt.

Die Gemeindeverwaltung beschäftige sich mit zahlreichen Förderbedingungen und -anträgen zu den unterschiedlichsten Themen, deren Aufwand und Nutzen jeweils gut abgewogen werden müsse, so Böhnisch. Bezüglich der Bildung sei die Verwaltung als Schulträger stets im engen Austausch mit den Schulen vor Ort. „Welcher Bedarf dort für dieses Förderprogramm besteht, kann nur in Abstimmung mit den Schulleiterinnen und den Schulleitern und dem Träger der OGS erfolgen.“

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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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