Gemeinschaftsschule im Sauerland gerichtlich verboten

Modellversuch

Das Verwaltungsgericht Arnsberg hat die Einrichtung einer Gemeinschaftsschule in Finnentrop im Sauerland vorerst verboten. Geklagt hatte die Nachbargemeinde Attendorn. Damit könnten alle bislang genehmigten Gemeinschaftsschule in NRW zur Debatte stehen.

ARNSBERG/HERBERN

12.04.2011, 07:31 Uhr / Lesedauer: 1 min
17 Schulen sind in NRW als Gemeinschaftsschulen in einem Modellversuch genehmigt.

17 Schulen sind in NRW als Gemeinschaftsschulen in einem Modellversuch genehmigt.

Das Verwaltungsgericht kam den Angaben zufolge in einer Entscheidung vom 8. April zu dem Schluss, dass keine ausreichende Rechtsgrundlage für die Einführung einer solchen Schulform vorhanden sei.Offener Diskurs über andere Schulen Die Rechtsanwälte, die die Stadt Attendorn vertraten, folgern daraus: „Mit dieser Begründung stehen nicht nur die konkrete Gemeinschaftsschule in Finnentrop, sondern alle genehmigten Gemeinschaftsschulen in NRW offen im Diskurs über die Rechtmäßigkeit ihrer jeweiligen Genehmigung.“ Wie der WDR berichtete, will Finnentrop gegen die Entscheidung Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.

Kritiker: "Anonyme Lernfabriken" In einer Gemeinschaftsschule werden verschiedene Schulformen unter einem Dach zusammengeführt. Dadurch dass die Kinder länger zusammenlernen, soll eine größere Durchlässigkeit erreicht werden. Kritiker sprechen dagegen von anonymen „Lernfabriken“. In NRW machen sich SPD und Grüne für die Gemeinschaftsschule stark, die CDU ist dagegen. 17 Gemeinschaftsschulen sollen im kommenden Schuljahr in einem Modellversuch an den Start gehen. Zwei Anträge lehnte die Landesregierung ab. Als erste Gemeinschaftsschule in NRW wurde die Profilschule in Ascheberg genehmigt.  

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