Gesundheitsminister Spahn verteidigt in Herbern umstrittene Test-Strategie

Rund 120 Gäste erlebten im Schloss Westerwinkel einen der bekanntesten Politiker Deutschlands: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Die Hygieneregeln waren natürlich besonders pingelig eingehalten.
Jens Spahn (M.) mit CDU-Bürgermeister-Kandidat Thomas Stohldreier (l.) und Aschebergs CDU-Chef Maximilian Sandhowe am Schloss Westerwinkel. Im Hintergrund Nordkirchens CDU-Chef Rainer Bolte. © CDU Ascheberg

Auf Einladung der CDU-Gemeindeverbände Ascheberg und Nordkirchen war am Montagnachmittag einer der zurzeit bekanntesten Politiker Deutschlands zu Gast. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Wir haben natürlich besonders auf die Abstands- und Hygieneregeln geachtet“, sagt Aschebergs CDU-Chef Maximilian Sandhowe auf Anfrage der Redaktion: „Wir hätten Tische mit zehn Gästen besetzen können, haben aber nur acht an jeden Tisch gesetzt.“

120 Gäste, je acht an einem Tisch, konnten den Auftritt des Bundesgesundheitsministers im Vorhof des Schlosses Westerwinkel verfolgen
120 Gäste, je acht an einem Tisch, konnten den Auftritt des Bundesgesundheitsministers im Vorhof des Schlosses Westerwinkel verfolgen. © CDU Ascheberg © CDU Ascheberg

Der Besuch des Ministers war für 15 Uhr am Montag, 17. August 2020, geplant. Doch es kam zu zwei Verzögerungen: Zunächst kam Spahn etwas später, „und dann musste er noch mehrere Fernseh-Interviews geben“, sagt Sandhowe: „Er ist eben sehr gefragt.“ Gegen 15.45 Uhr konnte die Veranstaltung dann im Vorhof des Schlosses Westerwinkels beginnen.

Spahn skizzierte die aktuelle Corona-Lage

Zunächst begrüßten Sandhowe und Rainer Bolte, CDU-Vorsitzender Nordkirchen, die Gäste. Dann ergriff der Minister das Wort und skizzierte die aktuelle Corona-Lage. Spahn verteidigte in seiner Rede die kostenfreien Corona-Test. Es gibt Kritik daran, dass Urlauber, die bewusst in Risiko-Gebiete verreisen, den Test bei der Rückkehr nicht selbst bezahlen müssen.

Etwas verspätet traf Spahn in Herbern ein. Dann musste er zunächst noch einige TV-Interviews geben.
Etwas verspätet traf Spahn in Herbern ein. Dann musste er zunächst noch einige TV-Interviews geben. © CDU Ascheberg © CDU Ascheberg

Jens Spahn verteidigte seine Strategie der kostenlosen Tests mit dem Hinweis, dass sich ansonsten wahrscheinlich viele um einen Test drücken würden, wenn sie ihn bezahlen müssten. Das wolle er nicht, „denn wir stehen in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern gut da.“ Das in Sachen Corona Erreichte dürfe man nicht aufs Spiel setzen.

Spahn: Regierung könnte noch härter durchgreifen

Anschließend konnte das Publikum Fragen stellen. Ein Besucher wollte Details rund ums Infektionsschutz-Gesetz wissen. Spahn betonte, dass die Regierung die Befugnis hätte, noch härter durchzugreifen und striktere Schutzregeln anzuordnen. Aber er wäge das genau ab, wolle die Bürger nicht über Gebühr belasten. Außerdem seien alle Entscheidungen gerichtlich überprüfbar.

Gut eine Stunde Zeit nahm sich Minister Spahn für seinen Auftritt am Schloss Westerwinkel in Herbern.
Gut eine Stunde Zeit nahm sich Minister Spahn für seinen Auftritt am Schloss Westerwinkel in Herbern. © CDU Ascheberg © CDU Ascheberg

Hausärztin Dr. Sabine Lohmann aus Herbern wollte wissen, warum sie und ihr Praxispersonal nicht ebenso wie Lehrer oder Kita-Beschäftigte sich kostenlos testen lassen könnten. Spahn verwies auf die begrenzten Test-Kapazitäten und versprach, das Thema nach dem Ende der Reisezeit aufzugreifen. Aus dem Publikum kamen dann noch weitere Fragen, zum Teil persönlicher Natur. So beklagte ein Besucher, dass ihm ein Behindertenausweis verweigert wurde.

Nach gut einer Stunde war diese besondere Veranstaltung im Kommunalwahlkampf der Gemeinden Ascheberg und Herbern beendet und der Minister eilte zum nächsten Termin.

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