Glasfaser: Entscheidung noch vor Weihnachten?

Internet in Ascheberg

Glasfaser voll oder Glasfaser light? Vor dieser Frage stehen demnächst die Bewohner Aschebergs. Denn neben dem bekannten Glasfaserausbau wirft nun auch die Telekom ihren Hut in den Ring. Sie will ihr nicht ganz so schnelles Internet mittels der Vektoring-Technik erreichen. Wir erklären die Vor- und Nachteile des Verfahrens.

ASCHEBERG

, 12.12.2016, 17:22 Uhr / Lesedauer: 1 min

Vektoring soll kommen. Das teilte die Telekom in der vergangenen Woche mit. Das Telekom-Prinzip: Schnelles Internet per Glasfaser bis zum Verteilerkasten; von dort konventionell per Kupferkabel weiter bis in die einzelnen Häuser, per Vektoring besonders störungsarm.

Nachteil der Technik: Je weiter ein Haus vom Verteilerkasten entfernt, desto langsamer die Netzgeschwindigkeit. Ob dann noch die bis 100 Mbit pro Sekunde, wie die Telekom wirbt, möglich sind, bleibt abzuwarten.

Zum Vergleich: Der von der BBV begonnene „echte“ Glasfaserausbau bietet Internet-Tempo bis 300 Mbit/s. Und die von der Münet betriebene Verkabelung der Bauerschaften wie Forsthövel stellt 100 Mbit/s zur Verfügung.

Die Telekom-Ankündigung konnte laut Aussage von Bürgermeister-Vertreter Klaus van Roje die zwei Glasfaser-Bewerber, die die Nachfolge der BBV Münsterland antreten wollen, nicht verschrecken. „Im Gegenteil“, sagt van Roje, „wir haben sie über die Telekom-Pläne informiert und sie haben gesagt, sie blieben an Bord“.

Zwei Bewerber wollen den Ausbau fortsetzen

Bekanntlich hatte sich die BBV wegen Finanzierungs-Problemen von dem bereits gestarteten Ausbau zurückgezogen. Jetzt wollen zwei Bewerber das Werk fortsetzen: die Deutsche Glasfaser und ein noch unbekannter Anbieter. Beide hätten ihre Hausaufgaben gemacht und Fragen der Gemeinde beantwortet. Klaus van Roje: „Wir gehen davon aus, dass wir noch vor Weihnachten die Entscheidung bekannt geben können.“

Auch die Telekom muss investieren, um ihre Art des Internets anbieten zu können: 20 Kilometer Glasfaser und rund 25 neue oder auszubauende Verteiler. Vorteil: Einen Teil der 20 Kilometer kann das Unternehmen durch vorhandene Rohre schieben. Laut Mitteilungen könnten etwa 4800 Kunden Ende nächsten Jahres in den Genuss der etwas langsameren Datenautobahn kommen.

Wie die Telekom wittern auch die beiden anderen Glasfaser-Bewerber ein gutes Geschäft. Klaus van Roje: „Sie hoffen, die Quote von 40 Prozent an Haushalten übernehmen zu können, die mit der BBV einen Vertrag geschlossen haben.“ 

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