Katze grausam zugerichtet: 16 Kugeln aus Schrotgewehr stecken in ihrem Körper

mlzAngriff auf Kater Findus

Es sind schlimme Schmerzen, die Kater Findus durchlebt. 16 Schrotkugeln haben sich nach einer Attacke durch seinen Körper gebohrt. Besitzerin Ulrike Robben leidet mit ihm. Jetzt ermittelt die Kripo.

Ascheberg

, 09.10.2019, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was mit Kater Findus los ist, kann er selbst nicht verstehen. Er weint, weil sein Körper so sehr schmerzt, in der Nacht kann er nicht schlafen und vor die Tür darf er auch nicht mehr. Findus kämpft mit den Folgen einer grausamen Attacke auf ihn. 16 Schrotkugeln haben sich durch seinen Körper gebohrt.

Was passiert ist, warum und wer es war, weiß Besitzerin Ulrike Robben nicht. Sie leidet nach der Tat an der Straße Im Mersch in Ascheberg mit ihrem Kater, den sie liebevoll von der Straße aufgenommen und aufgepäppelt hat.

Ende September war plötzlich alles anders

Im Mai 2019 stand Findus schwer krank, abgemagert und voller Parasiten, Würmer und Flöhe vor Robbens Tür. „Mein alter Kater brachte ihn mit“, erinnert sie sich. „Ich habe viel Zeit investiert, um sein Vertrauen zu gewinnen.“

Die 43-Jährige hat Findus medikamentös behandelt und aufgepäppelt. Letztlich hat sie den Kater sogar adoptiert und konnte sich auf eine Sache verlassen: Auf die Minute genau stand Findus morgens und abends bei ihr vor der Tür, um sich sein Essen abzuholen. Doch an einem Tag Ende September sei alles anders gewesen.

Katze grausam zugerichtet: 16 Kugeln aus Schrotgewehr stecken in ihrem Körper

So sieht die Wunde von Kater Linus aus. © Ulrike Robben

Findus war morgens nicht da und im Laufe des Tages entdeckte Robben Wunden an seinem Körper. Erst gingen sie und auch der Tierarzt davon aus, dass die Verletzungen von einer Rauferei stammen könnten. Doch Findus‘ Schmerzen ließen nicht nach und nach einer Woche entdeckte Robben, dass Schrot aus der Wunde kam.

Ein zweiter Termin beim Tierarzt machte das ganze Ausmaß deutlich: 16 Kugeln fand der Tierarzt nach Röntgenaufnahmen - teilweise tief im Knochen. „Leider konnten bisher nicht alle Kugeln entfernt werden. Es wird eine weitere Operation geben“, sagt Robben. Doch mittlerweile entzünden sich einige der Kugeln.

Katzenhalterin will keine Hetzjagd - aber Aufklärung

„Der Heilungsprozess wird langwierig sein. Die Wunden müssen sich erst schließen, eitern aber teilweise“, sagt Robben. Dabei ist noch nicht klar, ob die Kugeln aus Blei sind. Wäre das der Fall, könnte der Kater langfristig gesehen sogar eine Bleivergiftung erleiden.

„Ich koche vor Wut und Schmerz über Findus‘ Leiden, aber Hetzjagden und böse Kommentare helfen keinem“, so die Katzenbesitzerin weiter. Es gehe ihr nicht darum, jemanden zu diskreditieren, sondern um Aufklärung. Für die will nun die Polizei sorgen.

Deshalb sind Schüsse mit dem Schrotgewehr für Polizei ungewöhnlich

Eine Anzeige liegt der Polizei im Kreis Coesfeld vor, wie Pressesprecherin Britta Venker auf Anfrage bestätigt. Die Kripo ermittelt in dem Fall wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Hin und wieder gebe es Meldungen über Schüsse auf Tiere - die meisten von ihnen auf Tauben. Doch Schüsse mit Schrot seien sehr ungewöhnlich.

„Das grenzt den Personenkreis ein, der infrage kommt“, sagt Venker. Denn für ein Schrotgewehr braucht man eine Waffenbesitzkarte, für die Nutzer ein Bedürfnis vorweisen müssen. Meist treffe das auf Jäger zu.

Katze grausam zugerichtet: 16 Kugeln aus Schrotgewehr stecken in ihrem Körper

Kater Findus hat zunächst Hausarrest. © Ulrike Robben

Doch es gibt auch die Variante, dass der bislang unbekannte Täter die Waffe gar nicht besitzen darf. Dann droht neben der Ermittlung wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz auch eine wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

„Die untere Jagdbehörde hat alle Pächter der angrenzenden Jagdbezirke in einer E-Mail abermals darauf hingewiesen, dass es verboten ist, Katzen zu schießen“, sagt Robben. „Nichtsdestotrotz hat es ja irgendwer getan.“ Robbens Wunsch: Mit ihrem Fall in der Öffentlichkeit für Aufmerksamkeit sorgen. „Damit sich der Täter nicht traut, noch eine meiner Katzen abzuschießen oder eben die Tiere der Nachbarn.“

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