Grenzenlose Freiheit im Ultraleichtflugzeug

Rundflug

ASCHEBERG Es ist kalt, sehr kalt, aber dafür herrscht klare Sicht. Hoch über den Wolken hat man einen eindrucksvollen Blick über die Grenzen Aschebergs hinaus. Der Rundflug mit einem Ultraleichtflugzeug beginnt.

von Von Helga Felgenträger

, 16.10.2009, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ausgerechnet an diesem Tag muss es so kalt sein. Dick vermummt stand ich nun auf dem UL Flugplatz in Drensteinfurt. Fluglehrer Michael Esser blickt vergnügt in den Himmel. "Es ist zwar kalt, aber die Sicht ist perfekt", sagt er und ich musste ihm zustimmen. Die morgendlichen Nebelschwaden hatten sich verzogen. Es war windstill. Beste Voraussetzungen für einen gemütlichen Flug, meint der Pilot und holt seinen roten Trike - Fahrwerk mit drei Rädern - aus dem Hangar.

Der Flugplatz in der Bauerschaft Mersch ist der älteste UL-Flugplatz in ganz Deutschland. Seit einigen Wochen vermarktet die Touristinformation Ascheberg von hier aus Rundflüge mit dem UL Trike. "Von hoch oben lässt sich das Münsterland perfekt erkunden", schwärmt der Drachenflieger, gleitet mit 80 Stundenkilometer durch die Lüfte.Alles muss festsitzen

Der Pilot schaut in die Tragflächen, kontrolliert die Halterungen und nimmt die Verbindung zwischen Flügel und zweisitziger Gondel ins Visier. "Keine Sorge, löst sich der Flügel, so wird der Rettungsfallschirm gespannt". Das beruhigt ungemein. Nach dem Kontrollgang ruft er zum Abflug. "Je länger wir warten, umso stärker wird die Thermik". Er holt den Sturzhelm, zieht mir die Sturmmaske über den Kopf, den Helm und blickt dann kritisch an mir herunter. Alles fest? Die Bemerkung war sachlich gemeint. Fällt nämlich irgendetwas aus meiner Jacke, dann fliegt es unweigerlich durch den Propeller. Doch die Kamera darf ich mitnehmen, sie wird mit einem Gurt am Hals befestigt. Dann geht es endlich los. Anschnallen. Funkverbindung testen. Abheben.Temperatur fällt um 0,65 Grad pro 100 Meter Ein Freudenschrei löst sich. Es ist wie Karussell fahren. Ein befreiendes Gefühl. Nun weiß ich, wovon Reinhard Mey singt. Über den Wolken muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Doch soweit soll der Flieger gar nicht abheben. Schließlich wollen wir was sehen. 600 Meter Höhe sind erreicht. "Alles okay?" funkt er mich an. Das Mikro sitzt im Helm. Alles okay, gebe ich zurück. Könnte nur etwas wärmer sein. Die Temperatur fällt, während wir ansteigen. Um 0,65 Grad pro 100 Meter.

Die Flüge werden ganzjährig angeboten. Also stell´ dich nicht so an, sage ich mir und habe mit meinen kalten Händen zu kämpfen. Doch der Blick auf die Landschaft entschädigt. Wie geordnet plötzlich die Straßen aussehen. Vor uns liegt Schloss Westerwinkel. Eine gute Orientierung bietet die Hansalinie. Die Autobahn führt geradlinig über Felder und Wiesen. Klare Sicht bis weit ins Münsterland. 

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