Von Stadion zu Stadion: Thomas Peek teilt seine Leidenschaft zum Groundhopping

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In vielen Fußballstadien zu Besuch: Thomas Peek aus Herbern ist ein Groundhopper. Seine Leidenschaft, viele Stadien zu besuchen, verfolgt er schon lange. Nun möchte er seine Erlebnisse teilen.

Herbern

, 26.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Wikipedia sagt über den Begriff „Groundhopping“: Sammelleidenschaft von Fußballfans, bei der es darum geht, Spiele in möglichst vielen Stadien zu besuchen…die Fans bezeichnet man als Groundhopper.“

Einer dieser Spielfeldhüpfer (so die Übersetzung) ist Thomas Peek (38). Gemeinsam mit Ehefrau Marina (39) und den Kindern Felix (14) und Levin (6) lebt der gebürtige Emsländer seit 2012 in Herbern. Seine Erlebnisse rund um sein größtes Hobby hat er jetzt in einem 316 Seiten starken Buch (Print on Demand-Drucken auf Abruf) veröffentlicht. Dort sind seine schönsten Erlebnisse aus 17 Jahren Groundhopping nachzulesen.

Schon lange mit der Welt des Groundhopping infiziert

„Die Probefassung des Buches, die ausschließlich für mein eigenes Bücherregal bestimmt war, hatte noch über 500 Seiten“, so der kaufmännische Angestellte. „Das war einfach zu viel. Das vergangene Jahr habe ich viel Zeit in Änderungen investiert und bin nun ganz gespannt, wie es bei den interessierten Lesern ankommt.“

Wie kommt man auf die Idee „Stadien“ zu sammeln? „In meiner frühesten Kindheit hatte ich mit Fußball nicht viel am Hut“, so Peek. „Im Laufe der Jahre allerdings, nahm das runde Leder dann doch immer mehr Platz in meinem Leben ein. Es ging mir gar nicht so sehr darum, eine bestimmte Mannschaft zu sehen, sondern eher schöne Spiele in oftmals noch schöneren Stadien.“

Mit 19 Jahren entdeckte Thomas Peek im Internet durch Zufall die Welt des Groundhopping und war infiziert. Ab dem Jahr 2003 veröffentlichte er online unter dem Namen „Stadionfreund“ Fotos und Berichte der von ihm besuchten Stadien und Spiele.

Mehr als 1200 Stadien in 43 Ländern besucht

Der Ehemann und Familienvater ist nicht nur Groundhopper, sondern auch für dieses Hobby ein Statistiker „par excellence“ . Er hat in den vergangenen 17 Jahren nicht nur 1.683 Fußballspiele auf 1.217 Plätzen in sage und schreibe 43 Ländern erleben dürfen; nein, er belegt auch noch exakt die Zahl (der von ihm besuchten Spiele) der höchsten Zuschauer weltweit, der meisten Zuschauer in den verschiedenen Spielklassen in Deutschland.

„Ganz verrückt ist zudem noch, dass er sich tatsächlich alle Kilometer notiert, die er für seine Fußballreisen zurücklegt“, erzählt Ehefrau Marina, die voll hinter dem oftmals zeitaufwändigen Hobby ihres Mannes steht. „Ob nun zu Fuß, mit dem Rad, Zug, Flugzeug oder Auto. Er hat alle Zahlen.“

Diese ganz persönliche Reisestatistik führt er seit dem Jahr 2005. Sagenhafte 317.339 Kilometer hat der Stadionfreund bereits zurückgelegt. Die meisten davon mit dem Zug (123.667) und dem Auto (97.952).

Hobby liegt in der Corona-Zeit auf Eis

Inzwischen liegt das zugegebenermaßen nicht günstige Hobby etwas auf Eis. In diesem Jahr wie so vieles aufgrund von Corona; aber auch seiner Ehefrau zuliebe verzichtet er auf weitere Reisen und bleibt für das Groundhopping meist im Lande. Die Söhne Felix und Levin, beide spielen aktiv beim SV Herbern, sind bereits ebenfalls infiziert. „Wobei das Interesse bei Felix nach gut 80 besuchten Plätzen nachgelassen hat“, berichtet Peek. Sohn Levin hingegen ist bereits ebenso „fußballverrückt“ wie der Papa. Mit seinen sechs Jahren hat er bereits rund 120 Spiele auf etwa 100 Plätzen gesehen. „Ganz wichtig für den kleinen Mann ist allerdings, wie groß die Tribüne ist und dass die Pommes gut schmecken“, erzählt Mutter Marina.

Urlaub nach Stadionbesuchen geplant

Der gemeinsame Familienurlaub, wird tatsächlich auch ein wenig nach noch nicht besuchten Stadien geplant. Alle zwei Jahre geht es zudem im Sommer für drei Wochen nach Schweden. „Für mich steht die Landschaft im Vordergrund und für meinen Mann die Tatsache, dass die Schweden auch im Sommer Fußball spielen“, sagt Marina und kann sich ein Lächeln nicht verkneifen.

Innerhalb der Woche sucht der Familienvater im Internet nach Spielen in Stadien, die ihm noch in seiner Sammlung fehlen und besucht diese dann sonntags mit Sohn Levin. Ehefrau Marina sieht diese „männerfreien“ Tage nicht als Problem an. „Ich bin mit meiner eigenen kleinen Schneiderei voll ausgelastet und eigentlich ganz froh. An diesen Tagen kann ich ordentlich was wegarbeiten.“

Peekss Buch trägt den Titel „‘Dem Ball hinterher‘ - Die Reisen eines Stadionfreundes“ und ist für 26,90 Euro ausschließlich über seine Facebookseite „Stadionfreund“ oder die Internetseite www.stadionfreund.yolasite.com erhältlich.

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