Der Wunsch nach einem zweigleisigen Ausbau zwischen Werne und Münster ist alt. Nun aber bestätigt ein Gutachten der Deutschen Bahn das ein solcher Teilausbau auf der Strecke zwischen Münster und Dortmund notwendig ist. © Jan Hüttemann (A)
Bahnstrecke Münster-Lünen

Gutachten zeigt: Ein zweites Gleis zwischen Münster und Werne ist notwendig

Die Deutsche Bahn hat mit einem Gutachten nun das bestätigt, wofür viele Beteiligte lange gekämpft haben: der Ausbau des zweiten Gleises auf der Bahnstrecke von Münster bis nach Werne ist notwendig.

Es ist wie Wasser auf die Mühlen. Die Deutsche Bahn hat nun mit einem Gutachten bestätigt, dass der Ausbau des zweiten Gleises zwischen Münster und Werne nötig ist. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung zum von der Deutschen Bahn geplanten sogenannten „Deutschlandtakt“.

Um Züge innerhalb von 30 Minuten auf die Gleise zu bringen und damit den Bahnverkehr insgesamt zu stärken, muss auch das zweite Gleis auf der viel befahrenen, aber bislang eingleisigen Strecke zwischen Münster und Werne her. Es geht auf der Strecke, die von der Eurobahn RB50 zwischen Münster und Dortmund unter anderem die Bahnhöfe in Davensberg, Ascheberg, Capelle, Werne und Lünen bedient, um den Ausbau von knapp 30 Kilometern.

Bestätigung für das zweite Gleis zwischen Münster und Werne

Dass nun auch die Verantwortlichen der Bahn mit ihrem Gutachten zeigen, dass ein zweites Gleis hier nötig ist, bestätigt die Arbeit vieler Politiker in der Region. Einer von ihnen ist der Bundestagsabgeordnete Marc Henrichmann (44, CDU) aus dem Kreis Coesfeld: „Das ist ein Riesenerfolg für den Kreis Coesfeld und das ganze Münsterland. Dafür haben wir in der Union vehement gekämpft. Jetzt müssen wir am Ball bleiben.“

Denn wann und welche Maßnahmen tatsächlich auf der Strecke erfolgen, ist noch unklar. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer habe ihm aber versichert, dass der Gleis-Ausbau im Maßnahmen-Katalog, der am 15. Juli veröffentlicht werden soll, aufgelistet ist, so Henrichmann.

„Strecke hat sich als Nadelöhr entpuppt“

Das Gutachten zum „Deutschlandtakt“ habe auch gezeigt, dass hier etwas getan werden muss. „Die Strecke Münster-Lünen hat sich als Nadelöhr entpuppt. In dem Gutachten wurde gezeigt, was sich ändern muss, damit der Verkehr besser fließt. Es geht darum, alle 30 Minuten einen Zug fahren zu lassen, um die Region besser zu vernetzen“, erklärt Henrichmann.

Das Projekt „Deutschlandtakt“ sieht eine Verbindungen innerhalb von 30 Minuten zwischen großen Städten Deutschlands vor, um im Fernverkehr eine verlässliche Taktung herzustellen. Beim Regionalverkehr soll dieselbe Taktung zwischen zwei Knotenpunkten erreicht werden. Das soll mit dem Ausbau des zweiten Gleises verlässlich auch auf der Strecke zwischen Münster und Dortmund klappen. „Insgesamt geht es natürlich darum, mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene zu bekommen. Mit einer höheren Taktung wird das Bahnfahren attraktiver“, sagt Henrichmann.

1000 verschiedene Maßnahmen

Wie lange es noch dauert, bis mehr Züge zwischen Münster und Dortmund pendeln, ist ungewiss. Henrichmann hofft, dass diese Strecke in der langen Liste von etwa 1000 Maßnahmen in ganz Deutschland weiter oben angesiedelt wird. Klar ist aber auch, dass die Strecke für den Güterverkehr keine Bedeutung habe.

„Unsere Argumente sind die Anbindung an das Ruhrgebiet und nach Münster. Wir haben eine gute Lobbyarbeit. Wir sind zuversichtlich, dass wir nicht hinten auf der Liste stehen.“ Zudem sei der Gleis-Ausbau planerisch schneller umsetzbar als größere, langfristige Projekte wie etwa Stuttgart 21, so Henrichmann.

Begegnungsverkehr mit zweitem Gleis ermöglichen

Derzeit gibt es auf 45 Kilometern zwischen Münster und Lünen nur ein Gleis. Um einen Begegnungs- und Überholverkehr auf der vor allem von der Eurobahn RB50 bedienten Strecke zu ermöglichen, soll zumindest die knapp 30 Kilometer lange Strecke von Münster nach Werne mit einem zweiten Gleis ausgebaut werden.

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Verspätungen und Ausfällen im Nahverkehr, weil der Fernverkehr bei Verzögerungen hier stets Vorrang auf dem einen Gleis hatte.

Im November 2018 war die Schienenverbindung von Münster nach Lünen in den „vordringlichen Bedarf“ des Bundesverkehrswegeplans aufgerückt. Nun folgte durch die Deutschlandtakt-Gutachter die Bestätigung für die Notwendigkeit eines zweiten Gleises.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Studium der Sportwissenschaft. Nach dem Volontariat bei Lensing Media zunächst verantwortlich für die digitale Sonntagszeitung, nun in der Lokalredaktion Werne der Ruhr Nachrichten.
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Andrea Wellerdiek

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