48 Reh-Kitze hat der Hegering Ascheberg in 2021 vor dem Mähdrescher gerettet. © Hegering Ascheberg
Wildtier-Rettung in Ascheberg

Hegering hat 48 Kitze und Fasanen-Nachwuchs mit Drohne gerettet

48 Kitze, 3 Junghasen und 45 Fasaneneier hat der Hegering Ascheberg in diesem Jahr vor dem Mähdrescher gerettet. Im Nachhaltigkeitsausschuss zeigten die Mitglieder beeindruckende Zahlen.

Die Zahlen sprachen am Dienstagabend (15. September) für sich: 48 Reh-Kitze hat der Hegering Ascheberg in diesem Jahr allein in den Ortsteilen Ascheberg und Davensberg und den Gebieten zu den Nachbarkommunen gerettet. Möglich war das, weil der Hegering sich mit Unterstützung der Gemeinde Ascheberg eine Drohne samt Zubehör anschaffen konnte. Die Ergebnisse der Saison stellten unter anderem Klaus Zobel und Theo Wismann im Nachhaltigkeits- und Mobilitätsausschuss der Gemeinde vor.

„Danke, dass wir die Kitzrettung zum Erfolg bringen konnten“, sagte Zobel zu Beginn des Vortrags. Wie Theo Wismann dann weiter ausführte, war es den Jägern möglich, mit dem angeschafften mit sechs Motoren ausgestatteten Hexacopter rund 100 Einsätze zu absolvieren – unabhängig von der Wetterlage. Das entspricht einem Arbeitseinsatz von 35 Tagen. Immer, bevor ein Bauer seine Felder mäht, bittet der Hegering darum, dass die Landwirte die Helfer anrufen. Der Grund: Sehr junge Kitze können in den ersten Wochen ihres Lebens nicht fliehen und verstecken sich stattdessen gern in hohem Gras.

Um 4.15 Uhr morgens geht es für die Helfer los

Und da diese anfangs ebenfalls keine sogenannte Witterung haben, können sie auch Hunde, die die Landwirte bei der Begehung ihrer Felder mitnehmen, nicht riechen. Mit 4 bis 6 Personen kommt der Hegering dann zu den Landwirten, früh morgens um 4.15 Uhr, wenn die Umgebung noch wesentlich kälter ist als die Körpertemperatur der Kitze. Dann kann die Drohne in 15 Metern Höhe mit ihrer Wärmebildkamera die Felder in einer Breite von bis zu 17 Metern automatisch überfliegen.

Entdeckt die Drohne einen Körper mit erhöhter Temperatur, bleibt sie in der Luft stehen. Der Drohnenführer kann dann auf seinem Gerät erkennen, ob es sich um ein Kitz oder etwa einen weglaufenden Feldhasen handelt – auch davon rettete der Hegering in diesem Jahr 4 Jungtiere sowie 3 Fasanen mit 45 Eiern. Das sogenannte Bodenpersonal geht dann zu der Stelle, an der die Drohne gestoppt hat, um den Fund zu kontrollieren.

„Wenn Sie ein Kitz gefunden haben, wenn Sie das ein oder zwei Mal machen, dann sagen Sie: ‚Das ist was‘“, sagte Wismann vor den Ausschussmitgliedern. Denn der Hegering sucht für sein Kitzretter-Projekt nach wie vor Helferinnen und Helfer. Melden können die sich unter kitzrettung@wismann-ascheberg.de oder unter Tel. 0174/3467700 bei Theo Wismann. Ein Arbeitseinsatz dauert in der Regel zwischen 3 und 4 Stunden. Und weitere Hilfe sei dringend nötig, da die Nachfrage nach den Drohneneinsätzen hoch sei. Damit der Hegering auch eine weitere Drohne sowie nötiges Zubehör anschaffen kann, bat dieser den Ausschuss um jährlich 1000 Euro an Fördergeldern. Diese bewilligte der Ausschuss dem Hegering einstimmig ab dem Haushaltsjahr 2022.

Mit 4 bis 6 Personen sind die Kitzretter pro Einsatz unterwegs - weitere Hilfe wird dringend benötigt und jeder kann mitmachen.
Mit 4 bis 6 Personen sind die Kitzretter pro Einsatz unterwegs – weitere Hilfe wird dringend benötigt und jeder kann mitmachen. © Hegering Ascheberg © Hegering Ascheberg
Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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