„Irgendwann muss Schluss sein“: Josef Bernsmann gibt den Vorsitz des Heimatvereins ab

mlzHeimatverein Herbern

Nach 20 Jahren als Vorsitzender des Heimatvereins ist für Josef Bernsmann (75) nun Schluss. Er möchte seinen Hobbys frönen und die Tochter in Neuseeland besuchen. Wer wird sein Nachfolger?

Herbern

, 25.02.2019, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Irgendwann muss Schluss sein“, sagt Josef Bernsmann, Vorsitzender des Heimatvereins Herbern. „Ich bin jetzt 75, jetzt müssen die Jüngeren ran.“

Lange Jahre lenkte der ehemalige Sparkassenbetriebswirt die Geschicke des Heimatvereins. „Wenn ich jetzt noch mal ‚Ja‘ sage, wäre ich zum Ende der Amtsperiode 78. Das ist einfach zu alt“, so Bernsmann im Brustton der Überzeugung. „Das will ich nicht.“

Jahreshauptversammlung am 12. März

Leider sind bisherige konkrete Anfragen bei Mitgliedern des Heimatvereins noch nicht auf fruchtbaren Boden gefallen. Bernsmann hofft sehr, dass sich spätestens bei der Jahreshauptversammlung, die am 12. März im Hotel Wolfsjäger stattfindet, ein Heimatfreund findet, der bereit ist, die Zügel in die Hand zu nehmen.

Die Gründungsversammlung des Heimatvereins fand am 24. Juni 1951 statt. Von den damals 200 anwesenden Personen konnten 50 direkt als Mitglieder gewonnen werden.

Der Heimatverein Herbern zeichnet sich durch besonders langjährige Vorsitzende aus. Der erste Vorsitzende war von 1951-1961 Kaufmann Hermann Wette. Ihn löste Josef Drees (1961-1975) ab, gefolgt von Josef Farwick (1975-1984).

„Der soll das machen, der ist bei der Sparkasse“

Josef Bernsmann, der ab 1975 als Schriftführer und Kassierer –„der soll das machen, der ist bei der Sparkasse“ – bereits seine ersten Ämter im Vorstand innehatte, wurde 1984 zum 1.Vorsitzenden gewählt.

„Jetzt hoffe ich erst mal, dass sich ein Nachfolger für mich findet.“
Josef Bernsmann

Zehn Jahre leitete er die Geschicke des Vereins, bevor ihn Theo Reimann 1994 ablöste. Nach dessen Tod im Oktober 2009 übernahm Josef Bernsmann abermals den Vorsitz.

Aus den ehemals 50 Mitgliedern sind inzwischen 500 geworden. „Zu Zeiten von Josef Drees gab es noch keine Mitgliederlisten“, weiß der gebürtige Ascheberger, der 1972 nach Herbern gezogen ist. „Während der Versammlungen ging damals eine Dose herum, in der die Mitglieder ihren jährlichen Beitrag entrichteten.“

Dieser ist im Übrigen seit Jahrzehnten gleichgeblieben. Waren es früher 20 Mark, sind es seit der Einführung der neuen Währung 11 Euro jährlich.

Viele schöne Erinnerungen bleiben

Viele schöne Erinnerungen an gemeinsame Aktivitäten der Heimatfreunde sind dem Vorsitzenden in Erinnerungen geblieben. „Ganz präsent ist noch das 50-jährige Jubiläum, das wir 2001 mit einem Aktionstag feiern konnten.“

Die Enthüllung der „Frau mit Jück“ gehörte neben vielen Aktivitäten am Heimathaus rund um das Thema „Vom Flachs zum Leinen“ zu diesem besonderen Tag. „Hier hat mich persönlich besonders die alte Dreschmaschine fasziniert.“

Neben dem Heimathaus mit seinen verschiedenen Ausstellungen, kümmert sich der Heimatverein um die Pflege von rund 55 Holzbänken, die im Gemeindegebiet aufgestellt sind. Mindestens einmal monatlich schaut hier Franz Wemhoff nach dem Rechten. „Wir haben die unterschiedlichen Aufgaben gut verteilt“, sagt Bernsmann. „Anders geht das auch gar nicht.“

2500 Totenzettel gesammelt

Neben seinem großen Hobby, dem Radfahren, hat Josef Bernsmann gemeinsam mit Josef Farwick zahlreiche Kirchenbücher der Pfarrei St. Benedikt Herbern bearbeitet.

Darüber hinaus sammelt er Totenzettel, hier hat er über 2500 dieser kleinen Andenken an die Verstorbenen, die zusammen mit rund 7000 Datensätzen auf dem Computer ein Eldorado für Ahnenforscher sind. „Hier habe ich für Freunde schon mal die Ahnengalerie von drei bis vier Generationen zurückverfolgen können.“

Neben vielen Aktivitäten, wie die jährlich wechselnden Ausstellungen im Heimathaus, die Hege und Pflege des Bauerngartens, gehören der traditionelle Dreikönigsgang, Theaterfahrten, gemeinsame Radtouren und vieles mehr zum Programm des Heimatvereins. Zu allen Veranstaltungen sind auch Nichtmitglieder immer herzlich willkommen.

Auf geht’s nach Neuseeland

„Jetzt hoffe ich erst mal, dass sich ein Nachfolger für mich findet“, so Bernsmann. „Ich bleibe natürlich dem Heimatverein als ‚Hausmeister‘ des Heimathauses erhalten, halt nur nicht mehr als Vorsitzender.“

Gemeinsam mit Ehefrau Anita freut er sich schon, die Tochter, die in Neuseeland wohnt, zu besuchen. „Zweimal sind wir schon dort gewesen. Neuseeland ist ein faszinierendes Land mit einer grandiosen Landschaft.“

Informationen auf der Homepage des Heimatvereins.
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