Herbern muss die Talfahrt stoppen – nur wie?

Fußball: Landesliga

Vor knapp drei Wochen war die Welt beim SV Herbern noch einigermaßen in Ordnung. Nach einer durchwachsenen Hinrunde hatte er sechs Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze und ein Matchball-Spiel vor der Brust. Der SVH hätte sich mit einem Sieg gegen die SF Stuckenbusch nahezu aller Abstiegssorgen entledigen können. Dann kam der Kollaps.

HERBERN

, 19.04.2016, 05:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Luft im Abstiegskampf wird für den SV Herbern immer dünner: Björn Christ (l.) und Ersatz-Kapitän Robin Ploczicki konnten die Niederlage nach dem Schlusspfiff kaum fassen.

Die Luft im Abstiegskampf wird für den SV Herbern immer dünner: Björn Christ (l.) und Ersatz-Kapitän Robin Ploczicki konnten die Niederlage nach dem Schlusspfiff kaum fassen.

Das Matchball-Spiel gegen Stuckenbusch ging verloren (1:2). Das Selbstvertrauen gleich mit. Gegen Mesum folgte eine 0:3-Pleite, Stuckenbusch verlor zeitgleich das Kellerduell bei der Hammer SpVg II klar mit 1:4. Nichts passiert. Weiter arbeiten. Und dann kam am Sonntag das Spiel in Lengerich. 0:7. Sieben Ohrfeigen für die kämpfende, aber völlig verunsicherte Herberner Mannschaft. Stuckenbusch nutzte die Gunst der Stunde, egalisierte den Rückstand auf Herbern durch einen 2:0-Erfolg gegen den SV Dorsten-Hardt. "Dass Stuckenbusch gegen Dorsten gewonnen hat, ist eigentlich sogar gut", sagte Herberns Sportlicher Leiter Frank Heidemann.

Durch den Sieg der Sportfreunde bleiben nämlich auch die Dorstener noch in Reichweite, um vielleicht noch in die kritische Region abstürzen zu können. Gleiches gilt für den SC Münster 08. Beide Mannschaften haben 24 Zähler auf ihren Konten. Es ist ein kleiner Hoffnungsschimmer am immer dunkler werdenden Himmel über Herbern. Der SVH und Stuckenbusch bringen es auf 21 Punkte. Hamms Reserve (20) lauert auf Rang 15.

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Im Endspurt der Saison kann alles passieren. Auf dem Platz. Und auch abseits davon. "Nach so einem Spiel wie gegen Lengerich können wir nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Heidemann. Dass über die aktuelle Situation gesprochen werden müsse, liege auf der Hand. Welche Konsequenzen die Talfahrt seit Ostern haben wird, bleibt noch unklar. "Wir sind in Gesprächen", sagte Heidemann. Das klingt im ersten Moment vielsagend. Auch wenn wenn keine klare Botschaft transportiert wird.

Fakt ist, dass der Tabellendritte der Vorsaison seinen eigenen Ansprüchen und dem eigenen Leistungsvermögen hinterläuft. Dass die Mannschaft Potenzial hat, hat sie auch in der laufenden Saison zwischendurch immer wieder bewiesen. Nur die Konstanz, die fehlt den Blau-Gelben in dieser Spielzeit. Und das könnte ihnen im schlechtesten Fall zum Verhängnis werden. Zumindest dann, wenn die Mannschaft den Schalter nicht umlegen kann.

Sechs Endspiele bleiben Coach Christian Bentrup und seinen Schützlingen, um diese Saison mit einem kleinen Erfolg beschließen zu können. Der Klassenerhalt ist natürlich noch immer möglich. Zweifelsfrei sogar aus eigener Kraft. Um jedoch im Endspurt die nötigen Kräfte freisetzen zu können, muss etwas passieren. Was genau, das werden die von Heidemann angesprochenen Gespräche zeigen.

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