Herberner Firma KL Medical bringt neuartigen Mundschutz auf den europäischen Markt

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Über die Auftragslage kann sich die Herberner Firma KL Medical in Zeiten der Corona-Krise nicht beklagen. Neben Einwegmasken und Schutzkitteln vermarktet sie demnächst noch drei weitere Maskenmodelle.

von Charlotte Schuster

Herbern

, 04.10.2020, 12:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der Corona-Krise ist der Unternehmer Joachim Raguse mit seiner Firma KL Medical aus Herbern an der Herstellung von Schutzmasken beteiligt. Zusätzlich veredelt das Unternehmen seit August Schutzkittel. Demnächst werden sie noch drei weitere Schutzmaskenmodelle anbieten.

Firma KL Medical vermarktet drei neue Maskenmodelle

Neben den herkömmlichen Mund-Nasen-Bedeckungen, wird KL Medical in zwei Wochen noch weitere Maskenmodelle rausbringen - einen antiviralen Mundschutz, einen kühlenden Mundschutz und eine Feinstaubmaske (FFP2 -Maske).

„Der antivirale Mundschutz ist bislang der erste Mundschutz dieser Art auf dem gesamten europäischen Markt“, berichtet Joachim Raguse stolz. Durch den antiviralen Mundschutz könne man keinerlei Viren einatmen.

Der besagte Mundschutz benötige drei Produktionsschritte mehr als bei der Herstellung von einem antibakteriellen Mundschutz und sei damit um einiges aufwendiger in der Produktion, führt Raguse weiter aus. Die Herstellung von diesem Maskenmodell bleibe aber erstmal ein Geheimnis.

Der kühlende Mundschutz sei gerade sehr bedeutend für Personen, die täglich für einen längeren Zeitraum eine Maske tragen müssen. Dieser kühlt bis zu sechs Stunden. Die Besonderheit an FFP2-Masken ist, dass sie mindestens 94 Prozent der in der Luft befindlichen Partikel filtern können.

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„Die Menschen verhalten sich so, als ob die Pandemie bereits wieder vorüber wäre“

Aktuell werden 120.000 bis 160.000 Masken und 25.000 bis 30.000 Schutzkittel pro Woche in die Schweiz, nach Österreich und nach Deutschland verkauft. „Die Nachfrage nach den Masken normalisiert sich langsam wieder, weil die Versorgung mit Schutzmasken mittlerweile gesichert ist. Dadurch werden die Maskenpreise auch wieder geringer“, erklärt Joachim Raguse.

Bei den Masken gäbe es zwar keine Engpässe mehr, dafür aber hänge die Versorgung der Schutzkittel nach. Darüber hinaus ist der Engpass an Nitrilhandschuhen immer noch extrem groß. Dies liegt daran, dass die Atemschutzmasken und die Nitrilhandschuhe dasselbe Rohmaterial benötigen. Das verfügbare Rohmaterial sei bisher immer mehr in die Masken geflossen, so Raguse.

Am Anfang der Pandemie haben noch alle Leute geschrien, dass sämtliche Produkte in der europäischen Union hergestellt werden sollen und man sich nicht mehr auf den asiatischen Markt verlassen solle. Inzwischen regle sich wieder alles über den Preis und nicht mehr über den Standort, sagt der Unternehmer über die aktuelle Situation. „Die Menschen verhalten sich so, als ob die Pandemie bereits wieder vorüber wäre“, führt er fort.

Tägliche Produktion von Masken liegt bei 25.000 Stück

Noch relativ zu Beginn der Krise hatte das Herberner Unternehmen mit Partnern in Bayern und Sachsen eine Firmengruppe gegründet, um Atemschutzmasken in Deutschland herzustellen und diese dann im eigenen Land sowie in Österreich und in der Schweiz verkaufen zu können.

Während sich der Standort in Sachsen hauptsächlich auf die Produktion von Schutzmasken konzentriert, kümmert die Firma KL Medical aus Herbern sich um die Endproduktion der Schutzkittel. Die Herstellung der Schutzkittel erfolgt zwar in Rumänien, Indien und Bulgarien, jedoch werden diese in Herbern noch veredelt.

Momentan werden täglich insgesamt 25.000 Masken und 6000 Schutzkittel hergestellt. „Das ist ein toller Auftrag für uns - aber für so ein vergleichsweise kleines Unternehmen natürlich auch ein anspruchsvolles Projekt“, steht sich der Unternehmer ein. Um dieses Projekt bewältigen zu können, musste Raguse auch mehr Mitarbeiter einstellen. Die derweil 35 Angestellten arbeiten im Schichtbetrieb von 5 bis 22 Uhr.

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