Herrenlose Katzen machen Spielplatz unbenutzbar

Tierkot

HERBERN Hinterlassenschaften von Tieren verärgern immer wieder die Anwohner, doch am Spielplatz am Prozessionsweg und den angrenzenden Grundstücken, ist es soweit gekommen, dass bereits eine Gefahr für die Menschen besteht.

28.10.2009, 13:37 Uhr / Lesedauer: 2 min
Als Katzenklo wird seit längerem der Spielplatz am Prozessionsweg benutzt.

Als Katzenklo wird seit längerem der Spielplatz am Prozessionsweg benutzt.

Die Gemeinde hat ihn gesperrt: "Verunreinigungen durch Hunde- und Katzenkot" steht auf dem Schild. Rund um das Gelände leben etwa ein Dutzend herrenloser Katzen. Das ist vor allem für die Mieter der KSG-Häuser unerträglich, denn die Tiere nutzen Garten und Spielplatz als riesiges Katzenklo, pinkeln in die Kellerfenster und wühlen in den Mülltonnen.

"Ich kann hier im Sommer keine Wäsche aufhängen", sagt eine Mieterin, "wenn mir was runterfällt, landet's im Katzendreck." Dazu die erhöhte Fliegenzahl und der Gestank; dass Kinder im Garten spielen, ist schon lange nicht mehr möglich. "Wir haben auch erhebliche Schäden beispielsweise am Putz zu beklagen", sagt Herbert Kamps, Kundenbetreuer bei der KSG. Er sieht sich - genau wie die Gemeinde - hilflos dem Problem gegenüber: "Wir können nichts mehr machen."

27 Katzen wurden kastriert Daher reagierten die Tierschützer: "Der Verein ,Hilfe für Katzen in Not e.V.' hat vor zwei Jahren auf eigene Kosten hier 27 Katzen kastrieren lassen", berichtet Tierschützerin Sabine Vieth. "Weil wir keinen Platz für die Tiere gefunden haben, mussten wir sie leider wieder laufen lassen." Nur einige konnten vermittelt werden. Um die übrigen Samtpfoten zu verscheuchen, appellierten KSG und Gemeinde an die Katzenfreunde, kein Futter mehr aufzustellen - und hofften, damit das Problem in den Griff zu bekommen. Ohne Erfolg. "Die Fütterung einzustellen, ist nicht der richtige Weg", meint Henriette Mackensen, Fachreferentin und Tierärztin beim Deutschen Tierschutzbund in Bonn. Sie sieht die Gemeinde in der Pflicht: "Sie ist für herrenlose Tiere zuständig, wenn sie eine Gefahr für Menschen darstellen", sagt die Fachfrau. "Es gibt ein Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Münster (AZ 13a 638/95), das bei seuchenrechtlicher Gefahr die Gemeinde eingreifen muss." Und dass die Gemeinde diese Gefahr erkannt habe, zeige sich daran, dass die Behörden den Spielplatz sperrten.Ordnungsamt muss aktiv werden

"Das bedeutet, dass das Ordnungsamt aktiv werden und die Tiere einfangen muss. Die Gemeinde sollte sich ein geschütztes Grundstück suchen, wo sie die Katzen wieder aussetzt. Dort müssen die Katzen natürlich weiter gefüttert werden."

Die Abgabe bei Tierheimen sei nicht sinnvoll: "Das sind verwilderte Tiere, die eingesperrt entsetzlich leiden würden", erklärt Mackensen. Und dass die Vierbeiner leiden, da sprechen Mieter, KSG, Tierschützer und Gemeinde mit einer Stimme, "das wollen wir natürlich nicht." Der Gemeinde war die rechtliche Vorgabe übrigens nicht bekannt. "Ich werde mich umgehend darum kümmern", versprach Beigeordneter Klaus Limbrock.

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