Imkerverein freut sich über neue Mitglieder

Bienenfreunde in Herbern

Den Imkerverein Herbern gibt es schon seit über 100 Jahren. Aktuell erfreut er sich offenbar großer Beliebtheit: In diesem Jahr konnten die Bienenfans bereits sechs neue Mitglieder gewinnen. Nicht schlecht, bedenkt man, dass insgesamt 22 Leute mitmischen. Was die Herbener Imker so machen, und vor allem, warum - wir verraten es.

HERBERN

, 23.01.2016, 05:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Martin Ontrup vor seinen Bienenstöcken. Insgesamt hat der Inhaber eines Imkereibedarfs vier Völker. Bei seinem Vater, der stolze 68 Jahre lang Imker war, waren es  sogar über dreißig.

Martin Ontrup vor seinen Bienenstöcken. Insgesamt hat der Inhaber eines Imkereibedarfs vier Völker. Bei seinem Vater, der stolze 68 Jahre lang Imker war, waren es sogar über dreißig.

In der kalten Jahreszeit ist es ruhig in den großen Holzkisten, die Martin Ontrup in einer kleinen Hütte hinter seinem Fachgeschäft aufgestellt hat. Ontrup hat Winterdienst. Kleine Reparaturen stehen an. Doch die erledigt er gerne für seine mehr als 100.000 Mieter, die im Frühling wieder summend über die Wiesen fliegen.

„Mein Vater hat das 68 Jahre lang gemacht. Ich bin mit Bienen groß geworden“, erinnert sich Martin Ontrup. Der 55-Jährige ist eines der neuen Mitglieder des Imkervereins Herbern. Deswegen wird er auch „Jungimker“ genannt. Sein Fachgeschäft befindet sich in der Straße An der Hansalinie. Er betreibt es bereits seit 2009. Nun will er sich in die Vereinsarbeit einbringen.

Vater hatte 35 Völker

Momentan kümmert sich Ontrup um vier Bienenvölker. Mit seinem Vater kann er da noch nicht mithalten – der hatte stolze 35 Völker in seinem Bestand.

Ebenfalls neu im Verein ist Henrike Frenking. „Die Natur hat mich schon immer fasziniert. Im vergangenen Jahr habe ich dann zu den Bienen gefunden. Das war mal etwas Neues und Ungewöhnliches. Ohne die Imkerpaten hätte ich das aber nicht geschafft“, sagt sie.

Wodurch werden Bienen besänftigt?

Die Imkerpaten sind die erfahrenen Mitglieder des Imkervereins Herbern. Sie geben Neulingen Tipps, helfen bei der Zucht und stellen auch Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung.  

Davon gibt es in Ontrups Geschäft für Imkereibedarf jede Menge. Ludger Bohnenkamp weiß ganz, wofür man die einzelnen Gegenstände braucht und wie man sie fachgerecht verwendet. „Dies hier sind Rähmchen für die Waben im Bienenstock. In die Kästen kommen noch Gitter, um die Räume mit der Brut von den Räumen mit dem Honig zu trennen“, erklärt der Vorsitzende des Imkervereins. Währendessen geht er zusammen mit Henrike Frenking an den Regalen, die mit zahlreichen Utensilien gespickt sind, entlang.

Neben den großen Honigschleudern, die schon mal für einen vierstelligen Betrag über die Ladentheke gehen, stehen verschiedene „Smoker“. Durch ihren Rauch werden die Bienen besänftigt. Diverse Schutzkleidung ist ebenfalls in den Regalen gespeichert.

„Die hilft aber nicht immer. Als mir einmal eine Wabe in einen offenen Stock gefallen ist, wurde ich 70 Mal gestochen“, betont Bohnenkamp. Gut angefühlt habe sich das zwar nicht. Wirklich gefährlich seien die Stiche aber auch nicht gewesen. „Ein gesunder junger Mensch, der nicht allergisch reagiert, verträgt sogar bis zu 1.000 Stiche.“

Wie viele Bienen hat ein Volk im Sommer?

Dennoch empfiehlt der Vereinsvorsitzende den Jungimkern, mit Ruhe an die Arbeit zu gehen. Denn sonst werden die Bienen, die normalerweise friedlich sind, nervös. Und das können insbesondere im Hochsommer ziemlich viele sein. Dann steigt die Population eines Volkes nicht selten auf 50.000, was sich wiederum im Ergebnis der Honigernte widerspiegelt.

„Pro Stock hatten wir im Jahr 2015 durchschnittlich 30 Kilogramm Honig“, sagt Bohnenkamp. Henrike Frenking hört ihm aufmerksam zu. „Ich lerne ja noch“, sagt die Jungimkerin. Beim Imkerverein ist sie dafür genau an der richtigen Stelle.  

Den Imkerverein Herbern gibt es seit über 100 Jahren. Aktuell hat er 22 Mitglieder. Bei der letzten Jahreshauptversammlung konnte der Verein sechs neue Mitglieder begrüßen. Neben Henrike Frenking und Martin Ontrup sind Rolf Laukemper, Alexander Neumann, Frederic Penzenstadler und Fritz Behlert beigetreten. Im vergangenen Jahr haben die Herberner Imker drei Mal an der Honigbewertung vom Landesverband teilgenommen und jeweils ein Mal Bronze, Silber und Gold erhalten.
Die Mitglieder treffen sich alle zwei Monate in der Gaststätte Deitermann, Südstraße 33. Hier bekommen Interessierte Informationen zum Einstieg in die Imkerei und praktische Unterstützung bei den Arbeiten am Bienenstock. Auch Ausflüge stehen auf dem Programm.
In diesem Jahr sind die Imker unter anderem beim Havixbecker Imkertag, dem Kartoffelsamstag (22. 10.) und auf dem Weihnachtsbasar Herbern (27. 11.).

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