Etwas unsicher erwartet unsere Autorin den Schmerz des Einstiches, der am Ende keiner ist. © Claudia Hurek
Impfung bei der Hausärztin

Impfung beim Hausarzt: „Die Angst vor dem Schmerz, der keiner war“

Immer mehr Leute bekommen ihre Corona-Impfung. Doch nach wie vor haben viele Bedenken und Sorgen. Unsere Herberner Autorin berichtet von ihren Erfahrungen in der Praxis von Dr. Elisabeth Koch.

Endlich ist er da. Der große Tag. Ich werde bei meiner Hausärztin geimpft. Gut eine Woche vorher habe ich den Termin erhalten und muss gestehen: Ich freu‘ mich drauf; zumal ich weiß, dass ich voraussichtlich Johnson und Johnson bekomme. Dies bedeutet, dass ich mit einer Impfung geschützt bin/sein sollte; zumindest dann, wenn der laut „Beipackzettel“ zugesagte Schutz nach spätestens 14 Tagen einsetzt.

Bereits kurz nach Ostern durften endlich auch die Hausärzte ihre Patienten gegen Corona impfen. Die Lieferung des Impfstoffes erfolgt über die Apotheken und das sehr schleppend. Anfang Mai waren es bereits mehr als 64.000 Arztpraxen, die in die laufende Impfkampagne eingebunden sind. Auf dem Papier lesen sich diese Zahlen schnell und einfach. In der Realität allerdings hapert es deutlich an allen Ecken und Kanten an der Umsetzung.

Der Grund? Es fehlt schlicht und einfach am Impfstoff. Bis zum Tag meines Arztbesuchs sind 48.385.907 Impfdosen verabreicht worden. 34.711.424 Personen erhielten die erste Dosis; 13.674.483 sind durchgeimpft.

Team der Herberner Arztpraxis ist gut eingespielt

Der Aufwand, den die Hausarztpraxen neben dem regulären „Tagesgeschäft“ betreiben müssen, ist schon erheblich. „Allein die Aufklärungsbögen, die sich die Patienten vor der Impfung abholen müssen, können wir nicht komplett ausdrucken. Auch hier ändert sich alle paar Tage etwas“, weiß Eva Fabritius, Mitarbeiterin in der Hausarztpraxis von Dr. Elisabeth Koch.

Zum Team der Praxis gehören neben Dr. Elisabeth Koch noch Eva Fabritius, Heike Overs, Martina Gröne, und Marita Ehling. „Wir sind ein prima Team und inzwischen bei den Impfungen gut eingespielt. Zu Beginn mussten wir noch an den verschiedenen Stellschräubchen drehen, um den Ablauf zu optimieren; aber nun passt es.“

Dienstags bestellt Heike Overs die Impfdosen. Hier unterscheiden sich die Einzeldosen der unterschiedlichen Impfdosen die man aus einer sogenannten Durchstechflasche erhält. Donnerstag erhält die Praxis von der Apotheke die Benachrichtigung über die tatsächliche Anzahl an Dosen, die die Praxis dann in der darauffolgenden Woche erhält. Diese geht oftmals nicht konform mit ursprünglich bestellten. In der Praxis Koch konnten bislang 271 Patienten geimpft werden.

Die sogenannte Priorisierung für Astrazeneca und Johnson & Johnson ist seit kurzem aufgeboben, so dass die Hausärzte deutlich mehr impfen könnten, wenn denn ausreichend Impfstoff geliefert würde. „Momentan halten wir uns aufgrund der geringen Liefermengen immer noch an die Priorisierungsliste“, so Fabritius. „Wir hoffen aber kurzfristig so richtig durchstarten zu können.“

Erhöhtes Telefonaufkommen in der Hausarztpraxis

Das Telefonaufkommen in der Praxis hat sich seit der Impfkampagne deutlich erhöht. Geduldig beantworten die Mitarbeiterinnen alle Fragen höflich und zuvorkommend. Mitarbeiterin Eva Fabritius, die neben ihrem Beruf gerne singt und die verschiedensten Instrumente spielt, hat ein kurzes Mutmachlied für ihre Kolleginnen geschrieben, was bei diesen richtig gut angekommen ist.

Noch kurz vor meiner Impfung geistern mir grauenhafte Bilder durch den Kopf, wie ich Schüttelfrostgeschüttelt und schweißüberströmt mit elenden Kopf- und Gliederschmerzen in meinem Bett auf die Impfapokalypse warte.

Und dann: Es macht kurz piek, tat überhaupt nicht weh; selbst jetzt, einen Tag später, merke ich weder die Einstichstelle, noch habe ich irgendwelche Beschwerden. Ha, da hab ich ja dem Impfstoff ein schönes Schnippchen geschlagen. Also dann mal toi toi toi. Einen normalen Alltag wie vor Corona kann ich mir allerdings noch lange nicht vorstellen. Ich hoffe allerdings, dass wir spätestens im kommenden Jahr auf einem guten Weg sind, ein Stück Normalität zurückzuerhalten und uns nicht eine gruselige Mutante einen Strich durch die Rechnung macht.

Über die Autorin
Redaktion Werne
Seit fast 30 Jahren ist Herbern nun unser Zuhause und seit gut vier Jahren darf ich über meinen zweiten Herzensort berichten. Ich habe einen großartigen Job als freie Mitarbeiterin, der den eigenen Horizont um ein Vielfaches erweitert.
Zur Autorenseite
Avatar

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.