Jäger am Flüchtlingsheim kann Aufregung nicht verstehen: „Er hat sogar noch nett gegrüßt“

mlzPolizeieinsatz an Flüchtlingsheim

Mann in Soldatenuniform mit Gewehr am Flüchtlingsheims - diese Beobachtung sorgte für große Aufregung in Ascheberg und einen großen Einsatz der Polizei. Doch die Zeugin hat richtig reagiert.

Ascheberg

, 15.10.2019, 13:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Große Aufregung in der Nähe einer Flüchtlingsunterkunft in Ascheberg. Eine Frau hatte am Sonntagabend, 13. Oktober, eine verdächtige Beobachtung am Kreisverkehr Neue Herberner Straße/Haselburger Damm gemacht. Die Aschebergerin sah gegen 20.30 Uhr einen Mann in Soldatenuniform, der ein Gewehr geschultert hatte.

Politisch motivierte Tat war nicht auszuschließen

Daraufhin rief sie die Polizei. Und die nahm die Meldung sehr ernst. Denn die Lage war zu diesem Zeitpunkt noch unübersichtlich. Weil eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen werden konnte, rückte die Polizei mit großem Aufgebot an.

Den verdächtigen Mann konnten die Beamten trotz des Einsatzes eines Hubschraubers nicht finden. Am Ende stellte sich heraus, dass es sich lediglich um einen Jäger handelte. Hätte das die Zeugin nicht auch selbst erkennen können?

„Eine sehr aufmerksame Zeugin“

Die Frau hat in jedem Fall richtig reagiert, wie Vanessa Arlt, Pressesprecherin der Polizei Münster, erklärt. „Es ist immer gut, wenn man verdächtige Beobachtungen meldet. Das war eine sehr aufmerksame Zeugin. Sie hat richtig und vorbildlich reagiert“, so Arlt weiter.

Anhand der zutreffenden Beschreibungen, die die Zeugin gemacht hat, und ihres Auftretens haben die Beamten die Meldung ernst genommen. Es sei sofort klar gewesen, dass die Schilderungen nicht frei erfunden gewesen seien, erklärt Arlt.

Örtliche Nähe zu einer Flüchtlingsunterkunft

Ein Mann in Soldatenuniform, der ein Gewehr schultert - diese Meldung hatte die Polizei dazu veranlasst, mit großem Aufgebot in den Ascheberger Westen zu rücken. Denn: Die örtliche Nähe zu einer Asylbewerberunterkunft sei Grund genug, sofort zu reagieren.

Auch weil zunächst kein politisch motivierter Hintergrund auszuschließen war, ermittelte der Staatsschutz Münster. „Es liegt keine Straftat vor. Es geht um eine verdächtige Person und einen verdächtigen Umstand“, erklärte Vanessa Arlt während der Fahndung nach dem Mann.

Weil zunächst nicht klar war, wo sich der Verdächtige aufhält und ob von ihm eine Gefahr ausgeht, hatte die Polizei die Flüchtlingsunterkunft genau im Blick. Die Beamten hätten dort länger verweilt und seien dort verstärkt Streife gefahren, erzählt Arlt. Doch Stunden später stellte sich heraus, dass es keine Gefahr gab.

Nur ein Jäger

Denn der Mann entpuppte sich als einfacher Jäger. Der 28-jährige Mann aus Gelsenkirchen hatte sich am Montagnachmittag selbst bei der Wache in Münster gemeldet.

Er sei Jäger und in dem Gebiet an der Neuen Herberner Straße auch jagdberechtigt. „Er hat die Frau sogar noch nett gegrüßt und hat sich gar keine Gedanken darüber gemacht, dass es zu solch einem Einsatz kommen könnte“, erzählte Vanessa Arlt am Montagnachmittag.

Lesen Sie jetzt