Jugendrotkreuz Herbern spielt „1, 2 oder 3“ über das Internet

mlzRotes Kreuz Herbern

Seit ein paar Wochen ist für viele Menschen das Internet das Tor zur Kommunikation mit Arbeitgebern, Kollegen, Sportfreunden. Das Jugendrotkreuz Herbern nutzt das Netz für Online-Gruppenstunden.

Herbern

, 02.06.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dieses Angebot des Jugendrotkreuzes Herbern richtet sich an fünf Gruppen, die nach Altersstufen aufgeteilt sind. Für die 6- bis 10-Jährigen zum Beispiel stehen der Spaß und das Spiel momentan im Vordergrund. Dörte Kaufmann, die gemeinsam mit Phillis Krämer und Matthias Krampe diese Gruppe betreut: „Uns war es enorm wichtig, alle einmal wieder zu sehen.“

„Es ist nicht nur für uns, sondern auch für die Kids notwendig, dass ein gemeinsamer Austausch stattfindet“, so Kaufmann. Alle Teilnehmer haben einen Zugang bei einem sogenannten Webhosted Dienst erhalten und können auf diese Weise miteinander kommunizieren. „Technisch war die Umsetzung relativ einfach“, sagt Peter Koch, Ansprechpartner für das JRK.

Jugendrotkreuzler sehen sich über den Bildschirm

Die Teilnehmer sind während der Gruppenstunden auf dem Bildschirm des Laptops oder PC’s für alle anderen sicht- und hörbar. „Zu Beginn haben wir einen Elternabend veranstaltet, bei dem wir genau erklärt haben, was wir vorhaben und wie so eine Videokonferenz funktioniert“, sagt Peter Koch. „Die Osterferien wurden von uns dazu genutzt, uns mit dem Programm vertraut zu machen und wir haben gemeinsam überlegt, wie man die Gruppenstunden für alle Altersklassen interessant gestalten kann.“

Am Mittwochnachmittag stand nun während der Gruppenstunde der 6-bis 10-Jährigen das Spiel 1, 2 oder 3 im Vordergrund. Die Gruppenleiterinnen hatten sich vorher die Fragen überlegt, die Dörte Kaufmann dann stellte. Die Kids mussten zu Beginn die Zahlen 1, 2 und 3 auf Zettel schreiben und mussten nach der Frage den Zettel mit der Nummer für die richtige Antwort in die Kamera halten.

Phillis Krämer zeigte, sich genau an das Fernsehvorbild haltend, dann mit einer Taschenlampe auf die korrekte Antwort. Mit Feuereifer waren die Kids bei der Sache und freuten sich diebisch, wenn ihre Antwort richtig war.

„Aber wir quatschen auch einfach mal nur über den Tag, was jeder so gemacht und erlebt hat“, erzählt Dörte Kaufmann. „Wichtig ist halt einfach der Kontakt und dass man sich sieht. Die Vorbereitungen für die Online Gruppenstunden sind anders, aber nicht weniger aufwendig.“

Kinder freuen sich riesig auf Online-Gruppenstunde

Sara Schwienhorst, Mama der kleiner JRKlerinnen Mia und Ella, sagt voller Begeisterung: „Meine beiden freuen sich jedes Mal auf diese Stunde. Man kann das Engagement, was die Gruppenleiter*innen neben Schule und Beruf an den Tag legen, gar nicht genug würdigen. Das ist echt klasse.“ Das Angebot der Online Gruppenstunden ist wie die Mitgliedschaft im JRK selbstverständlich kostenfrei und wird in dieser Form erst einmal bis zu den Sommerferien so laufen.

Auch in den Gruppen der älteren Teilnehmer steht die Kommunikation momentan im Vordergrund und wird durch die verschiedensten Spiele gefördert. Die Gruppenleiter stärken ihren eigenen Zusammenhalt, zum Beispiel wie am vergangenen Wochenende, mit einem Drei-Gang-Menü, das jeder in seiner eigenen Küche zubereitet hat. Hier konnten die Teilnehmer sich via Laptop über die Schulter gucken. Anschließend haben alle „gemeinsam“ via Videokonferenz gegessen.

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„Ich persönlich mag das Wort Corona nicht; ich habe es in keinem unserer notwendigen Berichte verwendet“, so Peter Koch. „Ich versuche nach wie vor, nicht die negativen Seiten zu sehen, sondern eher die Möglichkeiten und Kreativität, die wir in dieser Zeit nutzen.“

Wie gut die Umsetzung der Kreativität funktioniert, lässt sich während der Gruppenstunden feststellen. „Das einzige, was ich wirklich schade finde, ist, dass man nicht so richtig spontan reagieren kann; wenn zum Beispiel jemand traurig ist, kann man nur mit Worten trösten und nicht mit einer Umarmung“, sagt Dörte Kaufmann.

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