Das Ehepaar Paul Wember und Anne Wember-Mersmann vor dem Verkaufshäuschen. © Hurek
Hof Wember-Mersmann

Junge Bäuerin ist glücklich mit Sauen, Hühnern und quirligen Frettchen

Anne Wember-Mersmann ist mit Leib und Seele Landwirtin. So macht es ihr auch nichts aus, dass wegen der vielen Arbeit kaum Urlaub drin ist. Die Tiere, vor allem die Frettchen, entschädigen dafür.

Wenn sie über ihren Beruf spricht, macht sie das mit so viel Freude, Fachwissen, Engagement und Herzblut, dass man sofort spürt: dieser Beruf ist ihr Traumberuf. Anne Wember-Mersmann (31) ist ausgebildete Landwirtin mit eigenem Hof; den hat sie im Jahr 2018 erst von ihren Eltern gepachtet und dann im Jahr 2020 übernommen.

„Unsere Eltern haben uns nie in die Landwirtschaft gedrängt und uns immer die Wahl gelassen“, sagt Anne Wember-Mersmann, die mit ihren Schwestern Andrea und Elisabeth auf dem Hof aufgewachsen ist, deren Wurzeln bis in das 18. Jahrhundert reichen. „Für Elisabeth stand schon früh fest, dass sie nie in die Landwirtschaft geht; Andrea und ich hingegen haben schon früh mit angepackt.“

Erzieherin war nicht das Richtige für sie

Ein Jahrespraktikum in einem Kindergarten bestärkte Anne, das ursprüngliche Vorhaben, eine Ausbildung zur Erzieherin zu absolvieren, ad acta zu legen. „Das war mir einfach zu wenig Bewegung und mir fehlten unsere Tiere.“ In Gesprächen mit Schwester Andrea kristallisierte sich bald heraus, dass Anne gerne die zukünftige Chefin auf dem elterlichen Hof sein möchte. Ihre Entscheidung teilte sie den Eltern Franz (67) und Anette (60) zu Weihnachten mit. „Das war sozusagen mein Geschenk.“

Seit 18 Jahren haben es die wuseligen Frettchen der engagierten Landwirtin angetan.
Seit 18 Jahren haben es die wuseligen Frettchen der engagierten Landwirtin angetan. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Ehemann Paul Wember (30), der ebenfalls aus der Landwirtschaft kommt, zog 2017 auf den traditionsreichen Hof; 2019 gaben die beiden sich dann das Ja-Wort. „Bislang nur standesamtlich. Durch die geplante kirchliche Trauung hat uns im vergangenen Jahr Corona einen Strich gemacht. Die holen wir nach, wenn alles wieder rund läuft.“ Paul Wember ist gelernter Tischler mit eigener Bautischlerei in Datteln. „Inzwischen hat mein Mann sein Büro aber hier bei uns auf dem Hof; das ist viel angenehmer so.“

Eltern unterstützen die junge Bäuerin

Unterstützung bei der täglichen Arbeit auf dem Hof erhält die junge Bäuerin von ihren Eltern. „Sonst wäre das nicht zu schaffen.“ Die Sauenhaltung ist neben der Feldwirtschaft der Schwerpunkt des Betriebes, auf dem auch immer Hühner, Gänse und Enten ein zu Hause hatten.

Hier haben die Hühner reichlich Platz.
Hier haben die Hühner reichlich Platz. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Seit dem vergangenen Jahr gibt es auf dem Hof einen mobilen Hühnerstall und jede Menge Auslauf für das Federvieh. „Nicht nur bei den Landwirten, auch bei den Verbrauchern findet ein Umdenken statt. Wir als Landwirte müssen mit unseren Produkten ehrlich sein und im regen Austausch mit unseren Kunden bleiben.“ Der Plan für die Zukunft ist, den familiären Betrieb ständig moderner und tierfreundlicher zu gestalten. „Wichtig und unabdingbar ist, dass man sowohl den Tieren hier auf dem Hof, als auch dem Wild bei der Jagd mit Respekt begegnet.“

Verkaufshäuschen auf Hof Wember-Mersmann

Seit dem vergangenen Jahr steht ein Verkaufshäuschen auf dem Grundstück, in dem Eier, Nudeln, Käseprodukte, Wurst-, Grill- und Fleischwaren in Zusammenarbeit mit der Landfleischerei Schürmann angeboten werden. Das Sortiment erweitern Wildspezialitäten aus dem eigenen Jagdrevier.

Eine reichhaltige Auswahl finden die Kunden in dem Verkaufshäuschen, das an 24 Stunden sieben Tage die Woche geöffnet ist.
Eine reichhaltige Auswahl finden die Kunden in dem Verkaufshäuschen, das an 24 Stunden sieben Tage die Woche geöffnet ist. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Anne verrät jetzt schon eine kleine Neuerung, die in nächster Zeit das bisherige Angebot erweitert. „Wir bekommen einen Softeis-Automaten. Das ist ein Wunschprojekt meines Ehemannes Paul.“

Neben all dem Federvieh gesellen sich noch Hasen der Rasse „Deutscher Riese“ sowie Frettchen zu der Tiergesellschaft. „Frettchen habe ich, seitdem ich 12 Jahre alt bin. Es sind so possierliche Tierchen, allerdings nicht ganz einfach in der Haltung.“ Zurzeit haben Frettchenmama Hexe und der Papa Kuno 9 Babys; sieben Mädchen und zwei Jungs. In der großzügigen Voliere mit Außengehege, Hängematten, Naturspielplatz und Bällebad herrscht ordentliches Gewusel und man muss aufpassen, dass sich die flinken Tierchen nicht auf einmal in der Kameratasche der Autorin verstecken.

Frettchen-Damen suchen ein neues Zuhause

Vier weibliche Fähen suchen noch ein neues Zuhause. Über die Haltung informiert Anne Wember-Mersmann Interessenten immer in einem persönlichen Gespräch. „Die Leute müssen schon wissen, was bei der Haltung zu beachten ist. Frettchen eignen sich entschieden besser für die Außen- als die Wohnungshaltung. Es sei denn, man hat ein komplettes Zimmer frei stehen.“ Die tierische Familie komplettieren Westfalen Terrier Lou, Jack Russel Nele und der Deutsch Kurzhaar Johny.

Dass bei der vielen Arbeit auf dem Hof kaum Zeit für Urlaub bleibt, findet Anne nicht schlimm. „Wir fahren mal für ein paar Tage an die Nord- oder Ostsee. Das, was für ein erfülltes Leben wichtig ist, haben wir ja hier zu Hause.“

Info:

mersmann@googlemail.com

Mobil: 0171-5372508

Wesseler Riege 2, 59368 Werne

Über die Autorin
Redaktion Werne
Seit fast 30 Jahren ist Herbern nun unser Zuhause und seit gut vier Jahren darf ich über meinen zweiten Herzensort berichten. Ich habe einen großartigen Job als freie Mitarbeiterin, der den eigenen Horizont um ein Vielfaches erweitert.
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