An der Bushaltestelle „Zu den Trups“ wird es keine Altglascontainer geben, stellte die Politik in Aussicht. © picture alliance / dpa
Müll in Ascheberg

Keine Altglas-Container an Lüdinghauser Straße: Beschluss soll kommende Woche fallen

An der Bushaltestelle „Zu den Trups“ an der Lüdinghauser Straße wird es keine Altglas-Container geben. Das signalisierte die Politik am Dienstag (8. Dezember). Entscheiden muss aber der Rat.

Es ist eine gute Nachricht für die rund 60 Anwohner der Lüdinghauser Straße: Der neue Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss (HFWA) der Gemeinde Ascheberg hat am Dienstagabend (9. Dezember) in Aussicht gestellt, dass es keine Altglas-Container an der Lüdinghauser Straße an der Bushaltestelle „Zu den Trups“ geben wird.

Nicht nur die Politik war gespalten über dieses Vorhaben, auch die Anwohner hatten Bedenken und reichten im September einen Antrag an den HFWA der Gemeinde ein, den Altglascontainer nicht an der Stelle zu errichten. Die Gründe: 1. Die Fahrbahnbreite: Durch die neu entstehenden Rad- und Fußwege entlang der Lüdinghauser Straße – von hier sollten die Container befüllt werden – blieben noch 5 Meter Fahrbahnbreite. Eine Gefahr auch für Kinder, so die Anwohner. Und durch die Müllfahrzeuge würde die Straße „für eine nicht unerhebliche Zeit“ zu einem Nadelöhr. Ein Problem auch für Rettungsfahrzeuge, so die Anwohner.

2. Das Verkehrsaufkommen: Die Anwohner fürchteten, dass das jetzt schon und noch einmal durch den Vollsortimenter Hit hinzukommende Verkehrsaufkommen sich durch die Container weiter steigern würde. Auch der Friedhof wird von der Lüdinghauser Straße angefahren. Außerdem nutzten viele falsch fahrende Liefer-Lkw die Adamgasse zum Wenden.

3. Das Wartehäuschen: „Im Einmündungsbereich Adamsgasse behindert das neu installierte Wartehaus der Bushaltestelle ohnehin schon das gefahrlose, sichtfreie Einbiegen in die Lüdinghauser Straße“, so die Argumentation der Anwohner.

Bürgermeister Thomas Stohldreier: „Das Signal ist angekommen“

Klaus van Roje (Fachbereichsleiter Bauen und Wohnen) schlug in der Sitzung des HFWA vor, das Thema an den Fachausschuss zu verweisen. Volker Müller-Middendorf (UWG) wandte jedoch ein, dass der Rat befugt sei, jedes Thema an sich zu nehmen. Es sei sinnvoller, den Beschluss aufzuheben und einen Alternativstandort zu suchen, sodass der Bauausschuss dann über einen neuen Standort entscheiden könne.

„Das Signal ist angekommen, dass die Altglascontainer da nicht entstehen soll“, sagte Bürgermeister Thomas Stohldreier. Deshalb entschied der HFWA, die Angelegenheit mit begründeter, besonderer Dringlichkeit an den Rat zu geben, der darüber in der kommenden Woche entscheiden soll. Jochen Wismann (FDP): „Es freut mich, dass die Mehrheit unsere Sichtweise teilt. Wir sollten den Bauausschuss mit dem Thema nicht belasten.“ Man könne hier und heute feststellen, dass die Container an dieser Stelle von niemandem gewünscht seien.

Außerdem, so Wismann weiter, sollten die Bauarbeiten für den Standort Anfang Januar starten. Und die Baufirma müsse auch Bescheid wissen, was sie tun soll. Stohldreier: „Wir sind uns sehr klar darüber, dass wir es nächste Woche im Rat so beschließen.“

Gemeinde hat 2 bis 3 Alternativ-Standorte im Auge

Van Roje zufolge war es bei der Planung des Standortes noch gefordert, eine Altglaslösung auch im Zentrum einer Stadt oder Gemeinde anzubieten. Diese Vorgabe ist mittlerweile im sogenannten Verpackungsgesetz weggefallen. Denn eine NRW-weite Analyse habe ergeben, dass Altglascontainer in Wohngebieten teils besser genutzt würden als in zentraler Ortslage. „Deswegen haben wir darauf bestanden“, so van Roje. Zeitgleich muss die Gemeinde dem Verpackungsgesetz folgend eine Wiederverwendungsquote von 80 Prozent in Sachen Altglas erfüllen. 90 Prozent werden es ab 1.1.2022 sein. In der Gemeinde Ascheberg liege man mit 83 Prozent im Kreisdurchschnitt, so van Roje.

Wenn der Rat in der kommenden Woche die Nicht-Realisierung des Standorts an der Lüdinghauser Straße entscheidet, dann kann die Gemeinde dies erst einmal mit einer häufigeren Abfuhr an anderen Sammelstellen kompensieren. „Wenn der Standort da wegfällt und ein anderer dadurch mehr benutzt wird und wir sehen, dass es zu Überfüllungen kommt, dann werden wir den Entsorger auffordern, auf wöchentliche Leerung umzustellen.“ Müller-Middendorf hatte die Verwaltung auch aufgefordert, einen Alternativstandort zu benennen. Dies sei zwar nicht so einfach, so van Roje, aber er habe schon 2 bis 3 mögliche Standorte im Auge.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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