Keine große Nachfrage nach Impfung

Schweinegrippe

ASCHEBERG Gerade einmal 19 Impfwillige stehen auf der Anmeldeliste des Hausarztzentrums Schlingermannshof, Dr. Rudolf Sonnek und Kristian Fromme. Die Praxis ist akkreditiert für die Impfaktion gegen Influenza A/H1N1. Der große Ansturm bleibt allerdings bislang aus.

von Von Tina Nitsche

, 29.10.2009, 16:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Abwarten und sehen, wie es den anderen nach der Schweinegrippe-Impfung geht, wollen viele Ascheberger.

Abwarten und sehen, wie es den anderen nach der Schweinegrippe-Impfung geht, wollen viele Ascheberger.

"Das liegt sicherlich vor allem daran, dass die Informationen rund um das Thema einfach noch zu chaotisch sind", bemängelt Dr. Rüdiger Vogt vom Hausarztzentrum, dass die Impfaktion als solches nicht zentral genug geregelt worden ist.

"Normalerweise sollte jeder selbst kommen können und sagen, ich will geimpft werden." Zudem seien die Menschen verunsichert. Es gibt keine klare Auskunft, ob und wie diese Impfung wirkt. "Selbst innerhalb unseres Ärzteteams gehen da die Meinungen auseinander", gibt Vogt zu, dass er in diesem Falle lieber erst einmal abwarten möchte.

"Man muss einfach abwägen, ob die Nebenwirkungen des Medikaments größer sind als die Gefährdung durch die Krankheit oder umgekehrt", will er auf jeden Fall immer individuell zum Wohle des Patienten entscheiden. Ihm persönlich bereitet das Thema Schwangerschaft in diesem Zusammenhang das größte Kopfzerbrechen. "Es ist einfach eine sachliche Diskussion zum gesamten Thema gefragt", betont der Mediziner.

In der Praxis lagert auf jeden Fall Impfstoff für 50 Personen. Im Kühlschrank. "Zehn Portionen müssen jedoch immer ganz kurzzeitig verimpft werden", nennt Vogt den Grund, weshalb erst Anmeldungen gesammelt werden. Doch jeder für sich kann im Vorfeld auch einiges tun, um den Grippevirus zu vermeiden. Hygiene lautet das Zauberwort.Kein Grund zur Panikmache

"Wer die erforderlichen Hygienemaßnahmen einhält und auf Sauberkeit achtet, der hat schon einmal einen guten Grundstein gelegt." Zudem gibt es ein pflanzliches Präparat namens Cystus 052, "ein schlecht schmeckendes aber gut wirkendes Mittel", gibt Vogt eine Empfehlung des Mikrobiologen Prof. Dr. Stephan Ludwig, Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung (ZMBE) der westfälischen Wilhelmsuniversität Münster weiter.

Abschließend betont er noch einmal, dass er nichts gegen die Impfung hat, wohl aber gegen voreilige Schritte. "Für Panikmache besteht absolut kein Grund", mahnt der Mediziner. Er geht davon aus, dass wenn sich die ersten erst einmal impfen lassen haben, dass dann auch bei den anderen die Ängste wegfallen und die Anmeldeliste für die Impfung länger wird.

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