Keine Corona-Lockerungen: Bürgermeister Risthaus will gegen Kreis-Auflagen vorgehen

mlzCorona-Krise in Ascheberg

Nach den Infektionen bei Westfleisch gelten im gesamten Kreis Coesfeld weiter strenge Corona-Regeln. Der Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg will das nicht akzeptieren und prüft rechtliche Schritte.

Ascheberg, Herbern

, 12.05.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ganz NRW lockert sich. Überall dürfen die Menschen wieder in die Restaurants gehen, ins Geschäft oder zum Training des Sportvereins. Nur im Kreis Coesfeld gelten weiterhin die strengen Regeln im Umgang mit dem Coronavirus. Ausschlaggebend dafür sind die vielen nachgewiesenen Infektionen im Fleischbetrieb Westfleisch in Coesfeld.

Der ganze Kreis und damit auch die mehr als 50 Kilometer entfernten Ortsteile der Gemeinde Ascheberg müssen darunter leiden. Denn auch hier bleiben die Restaurants geschlossen, anders als etwa in Werne - gerade mal 10 Kilometer von Herbern entfernt. Ein Unding, wie Dr. Bert Risthaus im Gespräch erklärt.

„Werksarbeiter haben keine Verbindung zu Ascheberg“

„Für mich ist diese Regelung sehr schwer nachvollziehbar. Was hat eine erhöhte Infektionsrate in einem Betrieb mit der politischen Abgrenzung eines Kreises zu tun? Wieso hängt ein medizinisches Ereignis mit einer Kreisgrenze zusammen?“, fragt sich ein sichtlich verärgerter Bürgermeister der Gemeinde Ascheberg.

Natürlich würde immer die Gesundheit und Sicherheit der Bürger vorgehen, einen Zusammenhang der Schließung des Fleischbetriebes, der hohen Infektionsrate und den damit einhergehenden Regeln in der Gemeinde Ascheberg könne er aber keineswegs nachvollziehen.

Jetzt lesen

Demnach würden die Werksarbeiter, die überwiegend aus Osteuropa kommen, vor allem im Südkreis des Kreises wohnen. Und dort überwiegend in Sammelunterkünften. Eine Verbindung zur Gemeinde Ascheberg gebe es nicht. „Keiner von den rumänischen Arbeitern verirrt sich nach Ascheberg“, so Risthaus.

Training in Drensteinfurt erlaubt, in Ascheberg nicht

Eine direkte Verbindung gibt es hingegen bei der HSG Drensteinfurt-Ascheberg, wie der Bürgermeister beispielhaft erklärt. Bei der Handball-Spielgemeinschaft darf man in Ascheberg nicht trainieren, in Drensteinfurt hingegen schon, weil die Stadt zum Kreis Warendorf gehört.

Der Bezug auf Kreisebene sei „Unsinn“, so Risthaus weiter. Deshalb fordert er, den Erlass zu korrigieren. Die Gemeinde Ascheberg prüft deshalb derzeit rechtliche Schritte gegen die Allgemeinverfügung. Denn Risthaus geht davon aus, dass es auch am 18. Mai noch keine Lockerungen für den Kreis Coesfeld geben könnte. „Wir müssen befürchten, dass der Zustand länger andauern wird“, so der Bürgermeister und Jurist.

Und bis dahin werden die Bürger aus Ascheberg, Herbern und Davensberg wohl das machen, was nun viele Bürger wieder machen: Das erste Mal nach langer Zeit wieder in ein Restaurant oder eine Kneipe gehen - nur eben in Münster oder Werne. Außerhalb des Kreises Coesfeld, aber nur wenige Kilometer entfernt.

Jetzt lesen

Lesen Sie jetzt