Gefährliches Granulat: Kunstrasen am Siepen muss erneuert werden – doch das kostet eine Menge Geld

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Gefährlicher Kunstrasen: Die EU plant das Verbot von Mikro-Plastik, das in Kunstrasenplätzen verwendet wird. Auch der SV Herbern muss handeln. Erst vor drei Jahren wurde der Belag erneuert.

Herbern

, 22.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Erst vor drei Jahren hat der SV Herbern auf seinem Kunstrasenplatz am Siepen einen neuen Belag bekommen. Natürlich mit Gummi-Granulat. „Als wir aus Kostengründen unseren Platz erneuert haben, wussten wir noch nicht, dass der Belag einmal verboten werden würde“, erklärt Jürgen Steffen, Vorsitzender des SV Herbern.

Nun ist man bei der Europäischen Union schlauer. Aus Gründen des Umweltschutzes soll das gefährliche Gummi-Granulat, das oft als Grundlage für Kunstrasenplätze dient, ab 2022 verboten werden. Letztlich trifft das unzählige Fußballvereine, etwa 6000 Kunstrasenplätze, schätzt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in Deutschland.

Kunstrasen wird erst 2020 ein Thema

Für den SV Herbern bedeutet das auch: Der Kunstrasenplatz muss einen neuen Belag bekommen. Es wird laut Jürgen Steffen eine neue Schüttung für den Platz am Siepen geben. Allerdings werde man sich mit diesem Thema erst nach den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Vereinsjubiläum beschäftigten. Und das gemeinsam mit der Gemeinde Ascheberg und der zuständigen Firma Polytan, die für 100.000 Euro vor drei Jahren den Platz erneuert hat.

Für welche Alternative zum verbotenen Gummi-Granulat sich die Verantwortlichen entscheiden werden, ist noch ungewiss. Steffen hofft, dass es künftig neue alternative Belage geben wird. Am Ende sei es stets eine Frage des Geldes, so der Vorsitzende weiter. Etwa 40.000 Euro könne der Austausch des Kunstrasen-Belags kosten, schätzt Steffen.

Sechs Jahre Übergangszeit

Der DFB fordert eine sechsjährige Übergangszeit für die Vereine, um die neuen Kunstrasenplätze zu installieren und gleichzeitig den Spielbetrieb aufrechtzuerhalten. Eine sinnvolle Herangehensweise, wie Jürgen Steffen sagt. „Dann hat man eigentlich genügend Zeit, zu reagieren. Aber in der Regel ist es immer eher ein Geldproblem. Der Belag an sich ist in einigen Stunden ausgetauscht“, sagt Steffen.

Die Investition auf dem Kunstrasenplatz habe keine Auswirkungen auf den zweiten Sportplatz an der Werner Straße. Der Erhalt des Stadions mit Kunstrasen würde unter einem ganz anderen Stern sehen, so Steffen weiter.

Erhalt des Stadions

Eine Aufgabe des Stadions, wie zuletzt ein Experte der Uni Wuppertal im Sportausschuss vorgeschlagen hatte, würde beim SVH nicht zur Debatte stehen – egal, ob der Kunstrasen nun wieder erneuert werden muss oder nicht.

Professor Horst Hübner, Spezialist für Sportstätten-Entwicklungspläne von der Bergischen Universität Wuppertal, hatte in der jüngsten Ausschusssitzung im Juni das Sportstättenkonzept vorgestellt. Darin sah er die Erweiterung des Sportzentrums am Siepen vor – bei gleichzeitiger Aufgabe des Stadions an der Werner Straße.

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