Am Samstag (13. Februar, hier im Bild) schien die Lage am Schloss Westerwinkel noch entspannt, wie die Ordnungshüter der Gemeinde Ascheberg erklärten. Das änderte sich am Sonntag. © Hurek
Schloss Westerwinkel in Herbern

Massenauflauf am Schloss Westerwinkel: Polizei ruft Besucher per Lautsprecher vom Eis

Am Samstag (13. Februar) noch schien die Lage am Schloss Westerwinkel entspannt. Das änderte sich, als am Sonntag Hunderte ohne Sicherheitsabstand im Park auftauchten.

Noch am Samstagmittag hatte es von den Ordnungshütern der Gemeinde Ascheberg geheißen, man sei mit den Besuchern des Parks am Schloss Westerwinkel größtenteils zufrieden. Doch am Sonntag dann war die Lage scheinbar außer Kontrolle geraten. So sehr, dass die Polizei zum Schloss Westerwinkel anrückte.

Nach Angaben der Polizei Coesfeld traf diese am Sonntagnachmittag um kurz vor 14 Uhr bis zu schätzungsweise 350 Personen vor Ort an. Das größere Problem aber: Zu viele Personen hielten sich auf dem Eis auf den Gräften rund um das Schloss auf. „Eine Bürgerin hat auf der Wache gemeldet, dass da viele Leute auf dem Eis sind“, sagt Britta Venker, Sprecherin der zuständigen Polizei in Coesfeld. Bereits zuvor habe auch der Graf des Schlosses um Unterstützung vor Ort gebeten.

Passanten hatten selbst den Rettungsdienst gerufen

Nach Angaben der Gemeinde Ascheberg hatten sich vor Ort Menschen zum Eishockeyspiele verabredet und getroffen, einige hatten sich sogar Bierkisten mit aufs Eis genommen, so Gemeindesprecherin Simone Böhnisch. Auch das Ascheberger Ordnungsamt war vor Ort, als die Polizeibeamten am Sonntag eintrafen. „Die Kollegen haben eine Lautsprecherdurchsage gemacht und die Personen aufgefordert, die Eisflächen zu verlassen“, sagt Venker zu dem Polizeieinsatz.

Das Problem: Durch die steigenden Temperaturen sei das Eis nicht sicher und trage nicht. Deswegen habe es auch an einigen Punkten offene Stellen im Eis gegeben, in denen Enten schwammen, so Böhnisch. Eine gefährliche Situation. Passanten hatten vorsichtshalber sogar selber den Rettungsdienst informiert, doch der habe glücklicherweise nicht zum Einsatz kommen müssen, so Böhnisch. Nach den Verweisen von Ordnungsamt und Polizei sagte Polizeisprecherin Britta Venker: „Ein Großteil ist Unmut bekennend vom Eis abgewandert.“ In einem Fall habe sich ein Parkbesucher gegen die Anordnungen der Polizei gewehrt, sodass die Beamten ihm einen Platzverweis aussprachen – der Parkbesucher durfte das Schloss Westerwinkel 24 Stunden nicht besuchen.

„Die Abstandsregeln wurden definitiv nicht eingehalten“

Doch das war nicht das einzige Problem: „Eine Vielzahl der Personen missachtete den notwendigen Sicherheitsabstand“, zitiert Venker den Einsatzbericht der Beamten, die am Sonntag vor Ort waren. Angaben von Besuchern zufolge sei „der Bär losgewesen“, zu viele Personen hätten zu nah beieinander gestanden. „Abstandsregeln sind definitiv nicht eingehalten worden.“

Eine ähnliche Lage im Kreis hat es am vergangenen Wochenende nach Aussagen der Polizei in Coesfeld nicht gegeben. Lediglich am Schloss Varlar in Rosendahl habe man eine Gruppe von sieben Personen angetroffen. Gegen 16 Uhr war der Einsatz für die Polizei am Schloss Westerwinkel beendet.

„Wir haben Verständnis, dass die Leute das gute Wetter genießen wollen“, sagt Gemeindesprecherin Simone Böhnisch. „Aber so eine Lage geht überhaupt nicht.“ Bußgelder habe das Ordnungsamt aber nicht verhängen müssen, es blieb bei Ansprachen und der Auflösung der Gruppen. Das Ordnungsamt führt Stichprobenkontrollen an Orten durch, an denen je nach Wetterlage viele Menschen vermutet werden. Wie eben am Sonntag am Schloss Westerwinkel.

Über die Autorin
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Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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