Meine WM-Geschichte: Nie wieder so mitgelitten

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Er liebe Fußball. Eine Partie sei ihm in besonderer Erinnerung geblieben: Das Finale Deutschland gegen Argentinien. Das war am 29. Juni 1986 in Mexiko. Als Jorgé Burruchaga den 3:2-Siegtreffer erzielte. Unser Sport-Redakteur Thomas Schulzke erinnert sich noch genau, wie er gelitten hat. Erzählen auch Sie uns Ihre WM-Geschichte.

HERBERN

, 07.06.2014, 09:14 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das entscheidende Tor im Fußballweltmeisterschafts-Finale zwischen Deutschland und Argentinien 1986: Der deutsche Torhüter Harald Schumacher (l.) stürzt aus seinem Gehäuse, aber der von Abwehrspieler Hans-Peter Briegel (r.) bedrängte argentinische Stürmer Jorge Burruchaga zieht in der 85. Minute den Ball vorbei und erzielt den 3:2-Siegtreffer.

Das entscheidende Tor im Fußballweltmeisterschafts-Finale zwischen Deutschland und Argentinien 1986: Der deutsche Torhüter Harald Schumacher (l.) stürzt aus seinem Gehäuse, aber der von Abwehrspieler Hans-Peter Briegel (r.) bedrängte argentinische Stürmer Jorge Burruchaga zieht in der 85. Minute den Ball vorbei und erzielt den 3:2-Siegtreffer.

Eine Niederlage der Deutschen hat also einen extremen Eindruck bei mir hinterlassen. Warum? Ich muss kurz überlegen. Dann wird es mir klar. An diesem Tag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben mit der Nationalmannschaft mitgefiebert. Mich mit ihr identifiziert. An dem Tag hätte ich alles für den WM-Titel getan. Ich war elf Jahre alt. Ich war die Nationalmannschaft.  Ich saß an diesem Sonntag mit meinem Vater, meiner Mutter und meinem Bruder auf der Couch. 0:1 José Luis Brown (23.). 0:2 Jorgé Valdano (56.). Niemand sprach mehr ein Wort. Dann das 1:2 durch Karl-Heinz Rummenigge in der 74. Minute. Rudi Völler glich neun Minuten vor dem Ende aus. Mein Vater riss das Fenster auf. Schrie laut: „Jaaaaaaaaa.“ Ins Wohnzimmer halten Jubelschreie vieler Menschen aus unserem Viertel. Ich war fasziniert von diesem Moment. Alle hatten dasselbe Ziel. Alle wollten den WM-Titel.

Dann Burruchagas Siegtreffer in der 84. Minute. Mein Papa und ich schimpften über Hans-Peter Briegel. Warum hat der Abwehrspieler den Argentinier bei dessen Sololauf über 40 Meter nicht festgehalten? Wollte er keine Rote Karte riskieren? Mein Vater und ich waren uns einig. Wir hätten Burruchaga gestoppt. Auch mit unlauteren Mitteln. Das wäre uns in diesem Moment egal gewesen. Nach Spielschluss bin ich sofort in mein Zimmer gegangen. Ich war wütend. In der Nacht habe ich nicht geschlafen. Nie mehr habe ich beim Fußball so mitgelitten. Rückblickend: ein schöner Moment.  

Haben Sie sich ein Ticket für ein Spiel in Brasilien besorgt? Haben Sie eine „WM-Ecke“ in Ihrem Garten eingerichtet, wo Sie jedes Spiel gucken? Fiebern Sie mit einem ausländischen Team mit? Was ist die erste WM, an die Sie sich erinnern? Sind Sie zufällig am 7. Juli 1974 geboren, als Deutschland Weltmeister wurde? Sammeln Sie deutsche oder ausländische Nationalmannschafts-Trikots? Oder „Panini“-Bildchen? Oder sind Sie ein Fußball-Muffel, der sich während des Turniers im Keller einschließt? Wir wollen abbilden, wie die Region die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien erlebt: Erzählen Sie uns Ihre WM-Geschichte! Schreiben Sie uns eine Mail - gerne auch mit einem "Beweis-Foto" - an

. Vergessen Sie dabei nicht folgende Fragen zu beantworten:

  • Wer sind Sie?
  • Aus welcher Stadt kommen Sie?
  • Sind Sie Fußball-Fan oder -Muffel?
  • Zu welchem Land halten Sie?
  • Was ist Ihre WM-Geschichte: Welche Erinnerung haben Sie an vergangene Turniere und wie werden Sie dieses erleben?

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