„Ich habe immer gesagt, wenn ich mal in Rente bin, dann werde ich den Roller wieder auf Vordermann bringen“, sagt der Herberner Franz-Josef Hölscher. © Claudia Hurek
Zündapp R 50

Mit Video: Herberner Hobby-Schrauber verhilft Retro-Roller zu neuem Glanz

Angestaubter Oldtimer wird zum Glanzstück: Der Herberner Franz-Josef Hölscher hat viel Arbeit investiert, um einen alten Motorroller zu restaurieren. Genug Zeit ist dank Rente und Pandemie da.

Schön sieht er aus, wie er dasteht und in neuem Glanz erstrahlt: der Motorroller Zündapp R 50 in der Farbe gold-beige. Diesen Roller haben die Zündapp Werke in den Jahren 1964 bis 1984 produziert. Eines dieser betagten Schätzchen befindet sich im Besitz des Herberners Franz-Josef Hölscher.

„Der Motorroller ist Baujahr 1972 und kostete damals neu rund 2.000 DM“, erzählt der gelernte KFZ-Mechaniker. „Ich habe ihn in den 80er Jahren von einem Bekannten gekauft, der ihn nicht mehr brauchte.“ Ein paar Jahre lang hat er den Roller gefahren, bis der Wechsel der Arbeitsstätte nach Wuppertal einfach zu wenig Zeit für das Hobby ließ. Im Jahr 1990 hat er den Roller zerlegt, gereinigt, Rahmen und Anbauteile neu lackieren lassen und alle Chromteile aufpoliert.

Pandemie und Rente verschaffen die nötige Zeit

„Ich habe immer gesagt, wenn ich mal in Rente bin, dann werde ich den Roller wieder auf Vordermann bringen.“ Gesagt, getan. Die Corona-Pandemie tat ihr übriges, denn sie verhinderte das zweitliebste Hobby, das Hölscher gemeinsam mit Ehefrau Rita (66) ausübt: Touren mit dem eigenen Wohnwagen quer durch Deutschland. Auch ein weiteres Hobby liegt zurzeit brach. Für viele Vereine erstellt er Videofilme von den verschiedensten Festen, wie zum Beispiel dem Schützenfest in Herbern. Einige dieser Filme zeigt er alle paar Wochen ebenfalls den Bewohnern des Malteserstiftes St. Benedikt, zu deren großer Freude.

In den vergangenen Wochen hat er nun mit viel „fummeliger“ Arbeit und Geschick aus dem etwas angestaubten Oldtimer ein Glanzstück gezaubert, bei dem jeder Retro Fan glänzende Augen bekommt.

Lebenslanges Hobby des Herberners

Geschraubt hat Franz-Josef Hölscher schon immer viel und gerne. Anfangs in der Fahrradwerkstatt seines Bruders Walter Hölscher und später an Rennboliden des MSC Herbern bei Josef Stentrup. Beruflich schlug er nach seiner Ausbildung andere Wege ein; aber seine Freizeit verbrachte er am liebsten beim Schrauben.

Die Zusammenbauphase hielt er mit Fotos fest und berichtete täglich seinen Freunden von dem Fortschritt. In einem überdachten Raum neben der Garage hat er sich seine „Mopedwerkstatt“ für den Zeitraum des Werkens eingerichtet. Aus übereinander gestapelten Europaletten baute er ein fahrbares Podest für den Roller. Alle Ersatzteile lagen säuberlich aneinandergereiht auf einem großen Holztisch. Einige Teile, wie zum Beispiel Kontakte, musste er neu bestellen.


Nach unzähligen Arbeitsstunden war der erste Testlauf des Rollers schon ein sehr spannender Augenblick. „Alles richtig gemacht,“ so Franz-Josef Hölscher voller Stolz. „Er schnurrte wie ein Kätzchen.“ Einige Probefahrten in der näheren Umgebung hat der Oldtimer schon hinter sich. Ganz besonders freuen wird dies Sohn Andreas, der gemeinsam mit Ehefrau Nadine seit vielen Jahren in der Schweiz lebt. „Das war immer Andreas erste Frage, wenn wir telefoniert haben: Was macht der Roller?“ Bislang weiß dieser noch nicht, dass sein Papa ihm den Oldtimer schenken möchte. „Ich bin gespannt, wer es ihm nun verrät.“

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Redaktion Werne
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