Müll am Altkleidercontainer in Herbern - DRK-Vorstand ärgert sich über „bewusste Fehlwürfe“

mlzÜberfüllter Altkleidercontainer

Der Altkleidercontainer in Herbern wird stark frequentiert - doch nicht alles, was in und vor der Tonne landet, gehört auch dort hinein. Ab und an machen die Fahrer ekelerregende Entdeckungen.

Herbern

, 11.02.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

110 Altkleidercontainer betreibt das Deutsche Rote Kreuz im Kreis Coesfeld - in Herbern wird das Angebot besonders gut angenommen. Mehrmals im Monat wird der Container an der Amtsstraße geleert. Doch es landet nicht nur Kleidung, sondern auch Unrat in den Containern. Erst kürzlich wurden wieder mehrere Müllsäcke an der Amtsstraße abgeladen. Christoph Schlütermann (56), der Vorstand des DRK-Kreisverbandes Coesfeld, ärgert sich über das rücksichtslose Verhalten der Bürger.

Unappetitlicher Unrat landet zwischen der frischen Wäsche

„Die Menschen haben keine Lust, zum Wertstoffhof zu fahren. Sie finden es bequemer, all ihren Müll im Altkleidercontainer zu entsorgen. Die Entsorgung von manchen Stoffen kostet schließlich auch etwas - und das wollen sich die Menschen sparen“, erzählt Schlütermann. Immer wieder finden die Fahrer Windeln und Alt-Öl im Container.

Dadurch werden die Klamotten im Container verschmutzt und brauchen zusätzliche Pflege in der Kleiderkammer. „Eigentlich sollte jeder wissen, was in einen Altkleidercontainer gehört und was nicht“, so Schlütermann. Er habe für die Müll-abladenden Bürger wenig Verständnis. „In den Container dürfen Kleidungsstücke und Schuhe. Spielzeug und andere Waren nehmen wir nicht entgegen“, betont er.

„Kleidercontainer ist für Kleider gedacht, nicht für Müll“

Die Fahrer sortieren die Waren vor und entsorgen alles, was keine Textilie ist. „Für andere Dinge sind die Container nicht gedacht und wenn wir zusätzliche Container für andere Waren aufstellen würden, kämen die Leute erst recht auf die Idee, ihren Müll darin abzuladen“, mutmaßt Schlütermann. Ob der Altkleidercontainer in Herbern in Zukunft noch häufiger geleert wird oder ein zweiter Container aufgestellt werden soll, wird noch geprüft.

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Denn im Vergleich zu anderen Sammelstellen in der Region wird der Standort an der Amtsstraße stark frequentiert. Bürger, die einen überfüllten Container vorfinden, können sich an den DRK-Kreisverband Coesfeld wenden. Alternativ können nicht mehr gebrauchte Kleidungsstücke auch direkt zur Kleiderkammer nach Lüdinghausen oder Olfen gebracht werden.

Einbrüche in die Container kommen immer wieder vor

„Es ist ein irrer Aufwand für die freiwilligen Helfer dort, die Kleidung aus den Containern zu sortieren, waschen und aufzubereiten“, sagt Schlütermann. Aber: Nicht alles, was einem guten Zweck zugute kommen könnte, landet auch wirklich dort. Denn immer wieder werde versucht, die Kleidercontainer aufzubrechen und das Wertvollste zu entwenden.

„Und dann gibt es noch die Leute, die ihren Schmuck oder ihre Brieftasche mit den Altkleidern entsorgen und panisch bei uns anrufen, damit wir ihre Wertsachen wieder aus dem Container fischen“, erzählt Schlütermann schmunzelnd. Der Job der Fahrer, die die Container leeren, werde niemals langweilig.

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