Nach Randale: Union spricht nur Verwarnungen aus

Eklat bei Juniorenfußballspiel

Union Lüdinghausen rudert zurück: Nachdem rund 20 junge Union-Fans am vergangenen Wochenende für hässlische Szenen bei einem Fußball-B-Junioren-Spiel gegen den SV Herbern in Werne gesorgt hatten, hatte der Verein ihnen eigentlich Strafen angedroht. Jetzt müssen sie doch keine Sanktionen befürchten.

LÜDINGHAUSEN/HERBERN

, 20.11.2014, 17:01 Uhr / Lesedauer: 2 min
Während des Spiels gegen den SV Herbern zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik. Bestraft werden sollen sie dafür nun aber doch nicht.

Während des Spiels gegen den SV Herbern zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik. Bestraft werden sollen sie dafür nun aber doch nicht.

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Am Montag verurteilte Bornemann das Handeln der eigenen Mitglieder. Er kündigte harte Konsequenzen an. Spielersperren und Abmahnungen nannte er als mögliche Strafen. „Wir werden alles ausreizen, was unsere Satzung an Strafen hergibt und mit ganzer Härte vorgehen“, verriet Bornemann am Montag auf der vereinseigenen Internetseite. Diesen Eintrag entfernten die Betreiber der Internetseite am Donnerstag im Laufe des Tages. Am Mittwoch während einer Sitzung der Fußballabteilung, nahm sich Bornemann die Pyro-Sünder zur Brust. Die komplette A-Jugend musste antanzen. „Ich habe die komplette Mannschaft ins Gebet genommen. Die Spieler haben ihre Fehler eingesehen und sich entschuldigt“, sagte der Vorstandsvorsitzende. 

Auch mit Ralf Hönicke, Jugendleiter der Union, und Daniel Schürmann, Leitung des Spielbetriebs und Sportlicher Leiter, nahm Jürgen Bornemann das Gespräch auf. Beide Lüdinghausener verharmlosten zuletzt die Schmähgesänge der eigenen Fans. „Wer das nicht ab kann, soll ins Kloster gehen“, sagte Hönicke am Sonntag gegenüber unserer Redaktion. Am Donnerstagmittag wollte sich Hönicke nicht mehr zu seinen Aussagen und den Geschehnissen äußern.

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Hässliche Szenen bei Junioren-Fußballspiel in Werne

Während des Endspiels im Fußball-Kreispokal der B-Junioren am Samstag zwischen Union Lüdinghausen und dem SV Herbern (2:1) in Werne haben rund 20 junge Fans der Union mehrfach Böller und Pyrotechnik gezündet. Zudem stimmten sie ständig Schmähgesänge an.
15.11.2014
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Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Immer wieder zündeten die Lüdinghausener Anhänger Böller und Pyrotechnik - und hüllten damit Teile des Werner Platzes in Nebel.© Foto: RN
Im Hintergrund ist das Banner zu sehen, auf dem "Fuck SVH" steht.© Foto: RN
Unter den Fans der Union waren zahlreiche Spieler der A-Junioren und der ersten Mannschaft. Ihnen drohen jetzt interne Strafen.© Foto: RN
Gudrun Krey, Abteilungsleiterin Fußball bei Union Lüdinghausen, hat nach dem Eklat deutliche Wort gefunden: Die Vereinsvertreter vor Ort hätten die Vorkommnisse auf jeden Fall verhindern müssen. Die Aussage geht in Richtung des Sportlichen Leiters Daniel Schürmann (r.), der den Vorfall zunächst verharmlost hatte.© Archivfoto: Malte Woesmann
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Zeigte Bornemann am Montag komplettes Unverständnis sowohl für Hönicke als auch Schürmann, so schränkte er gestern im Gespräch die Kritik etwas ein: „Natürlich habe ich deren Verhalten kritisiert. Beiden ist das so rausgerutscht, wie das mal beim Fußball passiert. Mittlerweile haben sie sich aber entschuldigt“, berichtet Bornemann.

Für den Vorsitzenden soll das Thema intern am Freitag abgeschlossen sein, wenn es zu einer formellen Vorstandssitzung des Gesamtvereins kommt. Bornemann versichert aber: „Die Entscheidungen stehen fest.“ Es gebe keine Sperren und keine Abmahnungen. Schon vor der Versammlung hatte Bornemann sich sowohl beim Ausrichter Werner SC als auch beim Konkurrenten SV Herbern persönlich entschuldigt. „Natürlich haben wir die Entschuldigung angenommen“, sagte Herberns Vorsitzender Werner Heitmann. Den gleichen Kommentar gab auch WSC-Fußball-Chef Thomas Overmann ab. Ganz ausgesessen ist die Nummer für Union Lüdinghausen aber nicht. Die Kreisspruchkammer wird sich mit dem Fall beschäftigen. 

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