Wildblumen bedroht: Plage-Pflanze breitet sich auf 5000 Quadratmetern aus

mlzNaturschutz Ascheberg

Auf einer Wildblumenwiese in Ascheberg macht sich eine nicht-heimische Pflanze breit und verdrängt dadurch lokale Blumen. Ascheberger gehen der Plage am Freitag an die Wurzel und hoffen auf Unterstützung.

Herbern

, 23.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf der Fläche bei Daverts Bio-Werksverkauf in Ascheberg wurde vor ein paar Jahren eine Wildblumenwiese angelegt. Mittlerweile ist die Wiese voller Kanadischer Goldruten, einer Pflanze, die schnell zur Plage werden kann. Zu wenig Kontrolle habe es über die vergangenen Jahre auf der Wiese gegeben.

Nun droht Gefahr, dass die Goldruten die gesamte Wildblumenwiese einnehmen und es dort zu einer Monokultur kommen könnte. Um dem entgegenzuwirken, müssen die Wurzeln der Goldruten händisch entfernt werden. Diese Aktion soll am Freitag, 24. Juli, um 14 Uhr stattfinden.

Die Kanadische Goldrute breitet sich auf circa 5000 Quadratmetern aus.

Die Kanadische Goldrute breitet sich auf der Wiese in Ascheberg auf circa 5000 Quadratmetern aus. © Detlev Kröger

Goldrute verdrängt lokale Pflanzen-Vielfalt

Andrea Tegtmeier, Nabu-Mitglied im Kreis Coesfeld, hat die Wildblumenwiese auf dem Weg zum Einkaufen entdeckt. „Das ist ein traumhafter Biotop“, sagt sie. Gemeinsam mit Dr. Detlev Kröger, ehemaliger Vorsitzender des Nabu Coesfeld, hat sie dort Samen gesammelt, um festzustellen, welche Blumen auf der Wiese wachsen. Gefunden haben sie viele lokale Pflanzen wie Vogelwicken, Hundskamille, Kuckucks-Lichtnelken und Johanniskraut.

Außerdem haben sie jedoch schnell festgestellt: Die Wiese ist verseucht mit der Kanadischen Goldrute. „Die macht alle anderen Pflanzen nieder“, sagt Tegtmeier. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich bei dieser Art der Goldrute um keine lokale Pflanze. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika.

Gefahr für heimisches Ökosystem

Bei der Kanadischen Goldrute handelt es sich um eine invasiven Neophyten. Das bedeutet, dass die Ausbreitung dieser Pflanze die biologische Vielfalt und das heimische Ökosystem gefährden kann. Genau das droht der Wildblumenwiese in Ascheberg. Breitet sich die Kanadische Goldrute weiter aus, herrscht hier bald eine Monokultur. „In ein paar Jahren wäre die Wiese weg“, sagt Tegtmeier. Und damit auch alle heimischen Wildblumen, die momentan noch blühen.

Das heimische Ökosystem zu schützen, sei vor allem für die Insekten und Bienen wichtig. „Die können mit den fremden Pflanzen nichts anfangen und suchen sich ihre Nahrung bei den Blumen, die sie kennen“, sagt Tegtmeier.

In diesem Bereich ist die Kanadische Goldrute noch in den Anfängen der invasiven Übernahme.

In diesem Bereich ist die Kanadische Goldrute noch in den Anfängen der invasiven Übernahme. © Detlev Kröger

Weitere Vermehrung stoppen

Die Kanadische Goldrute vermehrt sich über Samen und kann schnell zur Plage werden. „Wenn das Zeug anfängt zu samen, würde es sich überall verteilen. Auch in den anliegenden Gärten“, sagt Tegtmeier. Deshalb müsse man schnell und effektiv handeln.

Einfach darübermähen reiche nicht, meint Detlev Kröger. Die Wurzeln der Goldrute seien fest im Boden verankert und beim Mähen würden auch die Wildblumen keine Chance mehr haben, zu blühen.

Aktion für den Erhalt der Wildblumenwiese

Am Freitag, 24. Juli, plant Andrea Tegtmeier gemeinsam mit Detlev Kröger eine große Reinigungs-Aktion. Ab 14 Uhr geht es auf der Wiese neben dem Firmengelände von Davert, einem Hersteller von Bio-Produkten, los. Die Adresse der Firma ist Zur Davert 7, 59387 Ascheberg. Offiziell gehört das Gelände der Gemeinde Baugesellschaft. Spontane Helfer sind gern gesehen.

Da die Goldrute teilweise stark verwurzelt und der Boden trocken ist, wäre es sinnvoll, wenn Hilfsmittel, wie beispielsweise ein Spaten, mitgebracht werden. Für die circa 5000 Quadratmeter große Fläche hoffen die Naturschützer in Ascheberg auf viele freiwillige Helfer.

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Stumpfer Ampfer im selben Zug entfernen

Neben der Goldrute soll ebenfalls der Stumpfblättrige Ampfer auf der Wiese entfernt werden. Auch diese Pflanzenart gilt Platzräuber und könnte die lokalen Pflanzen auf der Wiese weiter verdrängen. Ebenfalls ist es notwendig, die Wiese ab sofort häufiger zu kontrollieren und eventuell weitere aufkommende Goldruten in einer zweiten Aktion zu entfernen.

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