Neue Profilschule vorgestellt

ASCHEBERG Aufbruchstimmung herrschte am Donnerstag im Schulausschuss, als dort ein Expertenteam die neuen Schule für die Gemeinde Ascheberg vorstellte. "profilschule ascheberg" soll sie heißen, modisch klein geschrieben, und soll die "Fähigkeit zu lebenslangem Lerner für das 21. Jahrhundert vermitteln".

von Von Wolfgang Gumprich

, 27.03.2009, 13:41 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Profilschule vorgestellt

Das Expertenteam der Profilschule (v.l.): Alois Brinkkötter, Herbert Thees, Ulrike Schlottbohm, Dr. Gabriele Kroes, Endrik Kremkus, Achim Körbitz.

Alois Brinkkötter, Schulleiter der Fritz-Winter-Gesamtschule in Ahlen und einer der Entwickler, definierte die Profilschule als "rundes Konzept, das auf den Erfahrungen aller Schulformen aufbaut".

Die neue Schule für die Gemeinde Ascheberg umfasst die Sekundarstufe I, trennt nicht mehr zwischen Haupt- und Realschule und macht sich für die drei Profile "Musik, Sprache und Naturwissenschaften" stark. Die Profilschule versteht sich als Brücke zwischen der Grundschule auf der einen und der Berufsausbildung bzw. der Sekundarstufe II mit dem Abitur auf der anderen Seite. Die Übergänge sollen durch eine intensive Kooperation zwischen den beiden Schulformen gemildert werden. "Garantiert keine Kuschelpädagogik" verspricht Brinkkötter, "die Schüler werden in die Pflicht genommen, es wird ihnen etwas zugetraut". Zwei Klassenlehrer pro Klasse "Fördern und Fordern" zieht sich wie ein roter Faden durch diese neue Schulform, die so gar nichts mehr von den bekannten Systemen hat. So soll an dieser vierzügig geplanten Schule jede Klasse zwei Klassenlehrer haben, sie sollen von Sozialpädagogen unterstützt werden. Unterricht im 45-Minuten-Takt wird aufgehoben, meistens wird in Blöcken zu 90 Minuten unterrichtet, insgesamt sieht der Stundenplan eine 36-Unterrichtsstundenwoche vor. Der Unterricht endet um 16 Uhr, dienstags und freitags nach der sechsten Stunde. Binnendifferenzierung und "Segel" sind zwei weitere Zauberworte für diese neue Schule: Mit zwei Klassenlehrern sei es eben möglich, schnell und langsamer lernende Schüler zu betreuen. "Segel" steht für selbst gesteuertes Lernen. Darin erarbeiten Schüler Themen selbst, lassen sich vom Lehrer nur wenige Hinweise geben. Eine einstündige Mittagspause sollen die Schüler in der neu eingerichteten Mensa verbringen. Unterricht mit Vereinen An den Nachmittagen könnte sogar Firm- oder Konfirmandenunterricht in der Schule abgehalten werden. Ascheberger Vereine könnten am Nachmittag in den Unterricht einsteigen.

Als Sprachenfolge sieht die Profilschule Englisch ab Klasse 5, Französisch/Latein ab Klasse 6 und Spanisch und/oder Niederländisch ab Klasse 8 vor. Als Abschlüsse bietet die Profilschule die gängigen Zeugnisse der Sekundarstufe I an. Der Unterricht im Klassenverband löst sich in den höheren Klassen zugunsten von "Leistungsprofilen" immer weiter auf. Da kann es dann durchaus passieren, dass ein Schüler in einem Fach Realschulniveau besitzt, in einem anderen "nur" Hauptschulniveau.

Die Politiker aller Parteien begrüßten den Entwurf, der die Kinder nicht nach der vierten Grundschulklasse sortiere, sondern sie fördert und fordert.

Bürgermeister Dieter Emthaus wies die Politiker darauf hin, dass sie auf andere Dinge verzichten müssten, wenn sie diese Schulform zum Erfolg führen wollen. wg

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