„Du tot. 15 Uhr“: Familie findet Papierschiffe mit geschmacklosen Botschaften vor der Haustür

mlzBlöder Streich

Eine Familie aus Herbern findet kleine bunte Papierschiffe vor ihrer Haustür. Auf den ersten Blick ganz nett, entpuppen sie sich als geschmacklose Aktion. Zu krass für einen Kinderstreich?

Herbern

, 15.08.2019, 16:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Kleine bunte Papierschiffe, „wie wir sie schon im Kindergarten gebastelt haben“, erinnert sich Sabine Hankmann (38) aus Herbern. Ein paarmal falten und schon sind sie fertig zur Abfahrt.

So schön, wie Kindheitserinnerungen sein können, so schön sahen die Papierschiffe auch aus, als sie am Mittwoch (14. August) bei Familie Hankmann vor der Haustür lagen – in rosa, himmelblau, orange und rot. Ein kleiner bunter Haufen, irgendwie nett anzusehen an diesem trüben Mittwochnachmittag.

Als Sabine Hankmann nach der Arbeit nach Hause kam, habe sie sich erst einmal nicht viel dabei gedacht. Vielleicht haben sich ein paar Kinder einen Spaß erlaubt. Nach einem Streich sieht das Ganze auch einen Tag später noch aus – allerdings nach einem ziemlich üblen.

Name des Lebensgefährten stand auf einem der Boote

„Hat das noch jemand in Herbern vor seiner Tür gehabt“, fragt die 38-jährige Mutter einer Tochter am Abend bei Facebook. Sie hat die Papierschiffe fotografiert, sie anschließend in den nächsten öffentlichen Mülleimer geworfen. Beunruhigt ist sie nicht, aber irgendwie doch irritiert.

„F*** dich. Du tot. Ich dich tot, 15 Uhr“, sagt Hankmann. „Solche Sachen standen da drauf.“ Auch den Namen ihres Lebensgefährten habe sie auf einem der Schiffchen gelesen. „Den haben sie vielleicht vom Klingelschild abgeschrieben“, sagt die Herbernerin. Wer dahinter steckt, ist unklar.

„Zu krass für einen Kinderstreich, finde ich.“
Eine Userin bei Facebook

Vereinzelte Schiffchen im Dorf aufgetaucht

Sabine Hankmann will nun abwarten, ob sich die Aktion wiederholt. Am Dienstag (13. August) „lag ein einziges vor der Tür. Am Mittwoch waren es dann einige.“ Ihre 9-jährige Tochter sei derzeit im Ferienlager. „Wenn sie das gefunden hätte, hätte sie schon Muffe gehabt“, fürchtet die 38-Jährige.

Hankmanns Mutter sei mit dem Rad durch Herbern gefahren und hätte im Dorf vereinzelt weitere Exemplare gesehen. Ein User bei Facebook schreibt, dass überall im Dorf Schiffchen gesehen worden seien – „sogar in der Sparkasse“.

„Zu krass für einen Kinderstreich“

Ein Anruf im Beratungscenter der Sparkasse Westmünsterland an der Talstraße bestätigt das nicht. „Das höre ich zum ersten Mal“, sagt eine Mitarbeiterin. „Das hätten wir gesehen.“ Informiert hat Sabine Hankmann die Polizei vorerst nicht. Auch von weiteren Fällen im Kreis wusste die Polizei am Mittwoch nichts.

„Geht gar nicht“, schreibt eine Userin bei Facebook. „Da sollten wir mal drauf achten, wer solche Boote in der Hand hat“, schreibt eine andere. „Zu krass für einen Kinderstreich, finde ich.“

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