Ausbildung in Ascheberg

Prüfung bestanden: Sebastian Achtermann aus Ascheberg ist Eisenbahnbetriebsleiter

Nach seinem Studium und Jahren im Beruf hat Sebastian Achtermann jetzt seine Prüfung zum Eisenbahnbetriebsleiter erfolgreich bestanden. Trotz Pandemie sei das „verdammt gut gelaufen“, sagt der Ascheberger.
Sebastian Achtermann aus Ascheberg hat seine Prüfung zum Eisenbahnbetriebsleiter erfolgreich abgelegt. © Keolis

Die Pandemie konnte das Engagement von Bereichsleiter Fahrzeugmanagement Sebastian Achtermann aus Ascheberg auf seinem Weg ins höchste Amt für Sicherheit bei der Eisenbahn nicht ausbremsen. Für ihn und seinen Keolis-Kollegen Ronny Pischel stand lange fest, diesen Schritt in ihrer Karriere gehen zu wollen. Am 23. Juni legten die beiden Eisenbahner ihre Prüfung zum Eisenbahnbetriebsleiter mit Erfolg ab.

„Wir sind sehr stolz auf unsere Kollegen. Nebenberuflich und unter Pandemie-Bedingungen haben die Beiden erfolgreich eine der höchsten Prüfungen der Branche bestanden“, sagt Anne Mathieu, Chief Executive Officer, Keolis Deutschland. „Ich mache Eisenbahn einfach gerne und möchte sie voll umfänglich begreifen“, sagt Sebastian Achtermann. Sein Lebenslauf spricht dieselbe Sprache. Schon während seines Studiums zum Wirtschaftsingenieur führte der Berufsweg des Aschebergers über verschiedene Stationen in die Eisenbahnbranche. Seit 2019 ist der 34-jährige Experte Teil der Geschäftsleitung und verantwortet als Bereichsleiter Fahrzeugmanagement vier Abteilungen mit insgesamt 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Vorbereitungstraining funktionierte trotz der Pandemie

Im Februar 2020 starteten Achtermann und Pischel das Vorbereitungstraining bei DB Training. Nach einem runden Start mit 10 bis 15 Prüfungsanwärterinnen und -anwärtern aus dem gesamten Bundesgebiet bedeutete Corona einen herben Einschnitt. Doch nach einer kurzen Zäsur mit wenigen Terminausfällen konnte das Training unter bestehenden Hygieneauflagen nahezu uneingeschränkt fortgeführt werden.

„Es war alles wahnsinnig viel. Aber irgendwie ist schließlich alles dann doch verdammt gut gelaufen“, freut sich Sebastian Achtermann. „Ohne die Rückendeckung und die Verlässlichkeit unseres Teams wäre das alles nicht möglich gewesen. Die Kolleginnen und Kollegen hatten alle während der Pandemie ihre eigenen Herausforderungen und waren maximal gefordert. Das Auffangnetz unseres Teams ist keine Selbstverständlichkeit und wir sind dafür sehr dankbar.“

Lukas Hagemann, Bereichsleiter Health, Safety and Quality, kann mit Sebastian Achtermann und Ronny Pischel auf zwei weitere Experten zurückgreifen. Das Team verantwortet die Sicherheit des Keolis-Betriebes mit über 900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, 96 Triebfahrzeugen, 15 Zuglinien und tägliche rund 100.000 Fahrgästen (Zahl vor Corona).

Voraussetzung sind ein Studium und 3 Jahre Berufserfahrung

Eisenbahnbetriebsleiterinnen und -leiter leiten und überwachen alle sicherheitsrelevanten Betriebsabläufe in Eisenbahnunternehmen. Sie beraten und begleiten bei der Aufstellung eines Sicherheitsmanagementsystem und organisieren das Notfallmanagement sowie regelmäßige Prüfungen und Revisionen. Um Eisenbahnbetriebsleiter*in werden zu können, muss eine staatliche Prüfung abgelegt werden. Voraussetzung für die Zulassung zur Prüfung ist ein Studium in Bauingenieurswesen, Maschinenbau, Elektrotechnik oder einer damit verwandten Ingenieurwissenschaft. Auch ein Studium einer Ingenieurwissenschaft im Verkehrswesen kann als Grundlage dienen. Zusätzlich sind mindestens drei Jahre Berufserfahrung als Ingenieur im Bereich Betrieb oder Bau von Eisenbahnen erforderlich.

Die Prüfung umfasst einen schriftlichen und drei mündliche Teile. Der schriftliche Teil thematisiert Inhalte aus den Fächern Technik der Fahrzeuge und Bahnbetrieb sowie Technik der Betriebsanlagen. Im mündlichen Teil werden die gleichen Fächer abgefragt und ergänzt um Betriebswirtschaft und Recht. Eisenbahnbetriebsleiterinnen und -leiter müssen häufig komplexe, mehrschichtige Sachverhalte erfassen und problemorientierte Lösungen entwickeln. Ein wesentlicher Anteil der Prüfung ist daher auf den Bereich Transfer und Beurteilung ausgerichtet, die reine Wissensabfrage tritt bei der Prüfung in den Hintergrund.

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