Die Gräfte auf der westlichen Seite des Schlosses Westerwinkel wird mit großem Aufwand entschlammt. Unter anderem entstand für die Arbeiten ein provisorischer Damm. © Claudia Hurek
Fotos vom Schloss Westerwinkel

Schlamm-Massen in Schloss-Gräfte lösen Tiersterben aus

Spaziergänger, die eigentlich in diesen Tagen in Ruhe ums beschauliche Schloss Westerwinkel wandern wollten, wundern sich über Lärm, Bagger und Baumaterialien. Was ist das los am Schloss?

Wo sich sonst zahlreiche Enten im Wasser tummeln, sieht man momentan nur Schlamm, auf dem zahlreiche Golfbälle in der Sonne glänzen. Die westliche Seite der Gräfte am Schloss Westerwinkel in Herbern wird „entschlammt“. „Man kann es kaum glauben, wieviel Schlamm sich im Laufe der vielen Jahre dort angesammelt hat“, so Rentmeister (eine Art Schloss-Verwalter) Stefan Grünert auf Nachfrage der Redaktion.

Erste Entschlammungs-Aktion startete 2018

Bereits im Jahr 2018 hatte man so eine Aktion am östlichen Teil der Gräfte mit großem Erfolg durchgeführt. Durch den in diesem Jahr ebenfalls sehr trockenen Sommer und dem damit verbundenen niedrigen Wasserstand ergab sich nun die beste Gelegenheit, auch die andere Seite ordentlich auszubaggern, damit sich Fische und Enten in einem biologisch einwandfreien Wasser wieder wohl fühlen können.

Hier sieht man noch den Schleier der Grünalgen auf der Wasseroberfläche.
Hier sieht man noch den Schleier der Grünalgen auf der Wasseroberfläche. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Der Schlamm, der sich über viele Jahre und Jahrzehnte angesammelt hatte, sorgte dafür, dass immer weniger Wasser in dem Burggraben zu finden war. „Der Wasserstand betrug an einigen Stellen nur noch 30 bis 40 Zentimeter“, so Grünert. „Das ist eindeutig zu wenig.“ Denn der niedrige Wasserstand begünstigt das Wachstum ungewollter Flora. Der Rentmeister: „Grün- und Blaualgen sorgten dann letzten Endes noch für das Sterben zahlreicher Fische und Enten und zudem für eine unangenehme Geruchsbelästigung für die zahlreichen Spaziergänger.“

Fotostrecke

Arbeiten an der Schloss-Gräfte Westerwinkel

Aufgrund dieser zuletzt doch recht dramatischen Verhältnisse war Eile geboten. Zuerst hat man das noch vorhandene Wasser umgepumpt und Wälle errichtet, die einen Rückfluss verhindern. Dazu entstanden unter anderem provisorisch aufgeschüttete Dämme. Nun kann der zu entschlammende Teil ausgebaggert werden.

Die Arbeiten gehen zügig voran und schon bald dürfen sich die Tiere über ein „frisch renoviertes“ Zuhause in sauberer Umgebung und mit entsprechend hohem Wasserstand freuen. Spaziergänge im Schlosspark sind trotz der umfangreichen Maßnahme wie gewohnt möglich, bald auch wieder ohne jegliche Einschränkungen.

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Redaktion Werne
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