Sky du Mont: Wenn die vierte Ehe scheitert und das Alter naht

Bürgerforum Ascheberg

In einem nachdenklich-unterhaltsamen Vorlesungs-Abend begeisterten Schauspieler Sky du Mont und Kabarettistin Christine Schütze im ausverkauften Bürgerforum Ascheberg.

Herbern

, 15.09.2019, 12:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
Sky du Mont: Wenn die vierte Ehe scheitert und das Alter naht

Schauspieler Sky du Mont (Der Schuh des Manitou), mittlerweile selbst 72 Jahre alt, las aus seinem Buch "Jung sterben ist auch keine Lösung". © Elvira Meisel-Kemper

Ist das Alter etwas Schlimmes oder gibt es das gar nicht? Und was ist, wenn der Sohn von der eigenen Mutter mit 76 Jahren in ein Seniorenheim vermittelt wird? Sky du Mont (72 Jahre alt) machte aus seinen Gedanken dazu das Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung“.

Sky du Mont: Wenn die vierte Ehe scheitert und das Alter naht

Kabarettistin Christine Schütze begleitete Sky du Mont durch den Abend, unter anderem am Klavier. © Elvira Meisel-Kemper

Dieses Werk stellte er auf Einladung des Ascheberger Kunst- und Kulturvereins „KuKADuH“ am Freitagabend im voll besetzten und ausverkauften Bürgerforum in Ascheberg vor. Zusammen mit der Kabarettistin Christine Schütze inszenierte er daraus ein humorvolles Programm rund ums Älterwerden. Schütze spielte die „Schwester“, die den alten gebrechlichen Herrn du Mont umsorgte.

Mutter (90+) sucht Altenheim für den Sohn

In dem Buch steht Klaus Berg im Mittelpunkt, der eines Tages allein dasteht. Seine Mutter, selbst weit über 90 Jahre alt, macht für ihn Termine in Seniorenheimen oder Residenzen aus, um ihn für den Fall der Fälle gut versorgt zu wissen. Und sie gibt für ihn Kontaktanzeigen auf.

Das führt in dem Buch zwangsläufig zu Turbulenzen im Leben des Klaus Berg, hinter dem durchaus das Alter Ego des Autors sichtbar wird. Du Monts Mutter ist nämlich im vergangenen Jahr tatsächlich erst im hohen Alter von 97 Jahren verstorben. Im selben Jahr wurde seine vierte Ehe geschieden.

Sky du Mont: Wenn die vierte Ehe scheitert und das Alter naht

Das Publikum fand sich in etlichen Szenen wieder. © Elvira Meisel-Kemper

Schützes Lied über den perfekten Mann, vom dem sie sich trennte, weil er einfach zu perfekt war, rief eine Mischung aus Schmunzeln und Nachdenklichkeit hervor. Später nahm sie in einem weiteren Lied die Trennung zurück und wünschte sich eine zweite Chance.

Publikum im Bürgerforum seufzte und nickte

Die konzentrierte Stille des Zuhörens der Besucher und ein zeitweises Seufzen und Nicken der Besucher im Bürgerforum bezeugte, dass sie damit wohl einige Erinnerungen wach rief.

Spätestens hier wurde deutlich, dass Schütze und du Mont mit ihrem Programm Gefühle wachriefen, die wohl jeder schon hatte, aber nie aussprechen mochte. Das übernahm das Duo für die Besucher, die aber auch immer wieder zum Lachen animiert wurden.

Von Hamburg ins „Gut Tattern“ nach Oberbayern

„Gut Tattern“ in Oberbayern sollte der Sohn Klaus Berg als eines der Altersheime besuchen. „Ich lebe in Hamburg. Was soll ich in Oberbayern im Ausland?“, fragte sich der Protagonist des Buchs.

Seine Mutter buchte für ihn eine Kreuzfahrt, auf der er Tante Erna traf und auf der ihn Gedanken an die Probleme der Friedhöfe überfielen. „Friedhöfe haben ein Problem mit den Toten, ihre Ersatzteile verrotten nicht. Wenn dieses Schiff unterginge, hätte Norwegen eine Sondermülldeponie mehr“, konstatierte du Mont und hatte wieder die Lacher auf seiner Seite.

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Klaus Berg traf in einem Date auf Evi, die sich als Putzfrau ausgab und in Wirklichkeit Professorin der Philosophie war. In einem berührenden Lied fasste Schütze die Gefühle dieser Evi zusammen, die an der Seite von Klaus Berg bleiben wollte und den Weg mit ihm zu Ende gehen wollte.

Erfahrungen, Erlebnisse und Altersweisheiten wurden an diesem Abend berührend, respektvoll und doch kabarettistisch und humorvoll inszeniert und serviert. Der bewegende Applaus belohnte das Duo dafür.

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