Erfolglose Suche: Herberner Sozialkaufhaus wird nicht wieder öffnen

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Lange haben die Mitglieder der Flüchtlingshilfe St. Lambertus nach einem alternativen Standort für das beliebte Sozialkaufhaus gesucht. Jetzt ist das endgültige Aus der Einrichtung beschlossene Sache.

Herbern

, 11.04.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als im September 2019 das Sozialkaufhaus an der Südstraße in Herbern schließen musste, war bereits klar, dass es nicht leicht würde, einen neuen Standort für die Einrichtung zu finden. Allein in Herbern hatten die Verantwortlichen sich zu diesem Zeitpunkt bereits acht alternative Lokalitäten angeschaut. Doch so richtig passen wollte keine davon. Man brauche eine große Fläche für den Verkaufsraum, Sanitäranlagen, Mitarbeiterräume - und das alles für kleines Geld, hatte Kaufhausleiter Hubert Schumacher damals gesagt.

Ausziehen musste die Einrichtung, die 2015 im Zuge der „Flüchtlingswelle“ im ehemaligen Modehaus Menninghaus quasi aus dem Nichts entstanden war, um Platz für neue Wohnungen für Pflegebedürftige zu schaffen. Die Flüchtlingshilfe St. Lambertus betrieb das Sozialkaufhaus anschließend gemeinsam mit den Menschen, die aus Krisengebieten nach Deutschland kamen, um hier ein neues Leben zu beginnen.

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Es sei eben immer ein „Integrationsprojekt“ gewesen, erklärte Maria Schumacher von der Flüchtlingshilfe im September. Nicht nur Flüchtlinge, sondern auch deutsche Empfänger von Transferleistungen zählten seither zu den Kunden.

Jetzt - ein gutes halbes Jahr später - ist klar, dass das Projekt zumindest in seiner bisherigen Form beendet ist. Das Herberner Sozialkaufhaus wird nicht wiedereröffnen. Nicht in Herbern und auch nirgendwo sonst. Das erklärte Maria Schumacher nun auf Anfrage unserer Redaktion. Man habe sich natürlich auch in den Nachbarorten Ascheberg und Davensberg umgeschaut, sei aber letztlich nicht fündig geworden.

„Insgesamt haben wir uns bestimmt 18 Standorte angesehen. An irgendeiner Sache hat es allerdings immer gehakt.“
Maria Schumacher
Erfolglose Suche: Herberner Sozialkaufhaus wird nicht wieder öffnen

© Claudia Hurek

„Insgesamt haben wir uns bestimmt 18 Standorte angesehen. An irgendeiner Sache hat es allerdings immer gehakt - entweder waren es zu wenig Räume oder sie waren zu klein oder die Lage war einfach nicht geeignet. Abgelegen in einem Gewerbegebiet macht so ein Haus ja wenig Sinn. Es kam eigentlich nur einer der Standorte infrage - und bei dem konnten wir uns die Miete nicht leisten“, so Schumacher.

Um all die Dinge unterzubringen, die ein Sozialkaufhaus in der Regel im Sortiment hat, braucht es nun mal einen gewissen Platz: Kleidung, Haushaltsgeräte, Bücher, Spiele und Co. lassen sich kaum in einen 20 Quadratmeter großen Raum quetschen. Und wenn eine solche Einrichtung gewissermaßen im Nirvana liegt, dann ist das auch nicht unbedingt ein begünstigender Faktor.

Sozialkaufhaus-Kunden suchen jetzt Nachbargemeinden auf

Den Bedarf nach einem Angebot, wie es ein Sozialkaufhaus mit sich bringt, gibt es nach wie vor. Auch in Herbern, wo die Bedürftigen nun keine derartige Anlaufstelle mehr haben. Was Schumacher in diesem Zusammenhang allerdings tröstet, ist eine ganz fundamentale Erkenntnis: „Keiner unserer früheren Kunden bleibt unversorgt. Das ist das Wichtigste“, sagt sie.

Die Sozialkaufhausbetreiber in Nordkirchen und Drensteinfurt hätten bereits eine Rückmeldung gegeben, die Schumacher positiv stimmt: „Die Kollegen dort meinten, sie hätten sich über den plötzlich gestiegenen Zulauf gewundert. Das waren unsere ehemaligen Herberner Kunden. Das hat mich beruhigt.“

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