Supermarkt-Expansion: Läden dürfen wachsen

Einkaufen in Ascheberg

Supermärkte dürfen nicht wie sie wollen ihre Flächen erweitern. Vor zwei Wochen hatte ein Gutachten für Unruhe gesorgt: Als Konsequenz hätten Supermärkte nur minimal größer werden dürfen - ein unprofitabler Schritt. Doch der Bürgermeister hat nun neue Zahlen vorgelegt.

Ascheberg

, 29.01.2016, 18:38 Uhr / Lesedauer: 2 min
So soll der Combimarkt aussehen, der 2018 in Ascheberg auf dem Feuerwehrgelände öffnen soll.

So soll der Combimarkt aussehen, der 2018 in Ascheberg auf dem Feuerwehrgelände öffnen soll.

Selbst wenn der K+K-Markt auch über 2018 hinaus in Ascheberg geöffnet bleibt, wie es auch Freitag noch einmal die Geschäftsführung bestätigt hat, kann sich die Verkaufsfläche für Lebensmittel in Ascheberg verdoppeln – ohne negative städtebauliche Auswirkungen für die Nachbarkommunen. Zu diesem Schluss kommt zumindest die überarbeitete Wirkungsanalyse, die Bürgermeister Dr. Bert Risthaus am Donnerstagabend dem Wirtschaftsförderungsausschuss vorgestellt hat.

Zum Hintergrund: Die Ascheberger Supermarkt-Einkaufswelt misst zurzeit 2440 Quadratmeter. Bald könnten es 4700 Quadratmeter sein. Das Gros davon entfällt auf den neuen Combimarkt (2100 Quadratmeter), der Mitte 2018 auf der Fläche der heutigen Feuerwache eröffnen will. Rewe Frenster an der Bultenstraße will um 660 Quadratmeter auf 1600 Quadratmeter wachsen und Aldi um 780 Quadratmeter auf 1400 Quadratmeter.

Das Gutachten:

Das sei zu viel, hatte vor zwei Wochen Stefan Kruse vom Gutachterbüro Junker und Kruse erklärt. Er befürchte in diesem Fall elf Prozent Umsatzeinbußen für den Edeka in Davensberg. Alles über zehn Prozent gilt als kritischer Wert. Seine Empfehlung: 400 Quadratmeter neue Verkaufsfläche einsparen – bei den Erweiterungswünschen des Aldi, wie Verwaltung und Ausschuss beschlossen.

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Damit hätte die Rechnung wieder gepasst – wenn sich nicht die empörte Geschäftsleitung des K+K gemeldet hätte. Der Markt an der Sandstraße kommt in den Berechnungen des Gutachters gar nicht mehr vor. Der Gutachter war „von dem wahrscheinlichen Fall“ ausgegangen, dass der dritte Vollsortimenter (720 Quadratmeter) angesichts der wachsenden Konkurrenz Ascheberg verlassen werde. Dies sei aber gar nicht beabsichtigt, hielt die Justiziarin Barbara Böcker dagegen. „Erst im November haben wir den Mietvertrag verlängert“ – bis Ende 2018. Sollte er bleiben, passt die Rechnung nicht mehr.

So stimmte der Rat ab:

Die neuen Zahlen legte Risthaus am Donnerstagabend vor. Danach wären jetzt trotz abgespeckter Aldi-Wünsche sogar 13 Prozent Umsatzumverteilung – also Verlust – für Davensberg zu befürchten. „Dass dieser Fall eintritt, halten wir nicht für realistisch“, so Risthaus.

Wäre Davensberg eigenständig, könnte es Veto einlegen gegen die gesamte Planung, „so ist es ein internes Problem“. Ottmarsbocholt würde sieben Prozent Kaufkraft abgeben: zu wenig, um zu intervenieren. Der Wirtschaftsförderungsausschuss stellte sich bei zwei Enthaltungen hinter die Verwaltung und empfahl dem Rat, grünes Licht für die Erweiterungen zu geben.

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