An den Grundschulen in Ascheberg soll es einen Probelauf für mobile Luftfilteranlagen geben. © picture alliance/dpa (Symbolbild)
Luftfilteranlagen

Testlauf für Luftfilter an Ascheberger Grundschulen soll starten

Die Bedenken gegen mobile Luftfilteranlagen an Schulen sind groß. Ein falsches Sicherheitsgefühl, Lärm, Stromverbrauch sind nur einige Punkte. Dennoch soll es in der Gemeinde bald einen Testlauf geben.

Immer wieder ist in den vergangenen Monaten auch in Ascheberg die Diskussion rund um mobile Luftfilteranlagen in Klassenräumen entbrannt. Am Donnerstag (23. September) stand das Thema nun auf der Agenda des Bildungs- und Kulturausschusses. In einem entsprechenden Beschlussvorschlag der CDU ging es darum, zunächst einen Probebetrieb an den Grundschulen in der Gemeinde Ascheberg durchzuführen. „So könnte man schauen, was bringt es, was bringt es nicht und dem unsicheren Gefühl der Eltern etwas entgegenwirken“, erklärte Maria Schulte-Loh (CDU).

Verwaltung: Lüften ein zentrales Element beim Infektionsschutz

Bastian Meyer von der Verwaltung hatte auch schon einen entsprechenden Bericht zu den Luftfiltern vorbereitet. „Wir wissen um die Situation an den Schulen, wir wissen um die Herausforderungen, das will ich gar nicht kleinreden“, betonte Meyer zu Anfang. Nach allen wissenschaftlichen Erkenntnissen sei die konsequente Einhaltung der Hygieneregeln der wichtigste Schutz vor einer Corona-Infektion. „Auch das Lüften ist ein zentrales Element, um Infektionen zu unterbinden“, so Meyer.

Aufgrund der neuen Quarantäneverordnung ergebe sich die glückliche Situation, dass nur noch das positiv getestete Kind und allenfalls die umliegenden Sitznachbarn in Quarantäne müssten, es sei denn, es gebe ein größeres Infektionsgeschehen. „Damit das nicht stattfindet, muss gelüftet werden. Wenn die Kinder in einem Klassenraum sitzen mit Lüftungskonzept und Hygienekonzept, mit Frischluftzufuhr, lässt sich eine klassenweite Quarantäne vermeiden.“ Alle Räume an den Ascheberger Schulen seien gut zu belüften.

Verwaltung äußerte Bedenken aufgrund der Geräuscheinwirkung

Deswegen stehe man den mobilen Luftfiltergeräten als Verwaltung kritisch gegenüber, so Meyer. „Die mobilen Geräte bringen gerade nicht die Frischluft zur Quarantänevermeidung.“ Die Geräte würden die Luft ansaugen und reinigen, aber keine frische Luft in den Raum bringen. „Das darf nicht dazu führen, dass nicht mehr gelüftet wird“, stellte Meyer klar.

Zudem gab er zu bedenken, dass diese Geräte mitten im Raum stehen müssten und außerdem sehr laut seien. Er verglich die Lautstärke um die 50 Dezibel mit einem vorbeifahrenden Auto. „Ab einer dauerhaften Geräuscheinwirkung von 40 Dezibel erreicht man die Konzentrationsschwelle. Ab dann stören Geräusche.“

Doch die Politik hielt an dem Vorschlag eines Tests der Geräte fest. „Warum kann man es nicht ausprobieren? Auch wenn es die Frischluft nicht ersetzt, wenn man beides hat, wäre das für viele Eltern eine Beruhigung“, erklärte etwa Johannes Wirtz von der CDU.

Schulleiterinnen aus Ascheberg und Herbern wünschen sich einen Test

Katrin Freisfeld von der CDU machte sich besonders Gedanken darum, dass die Kinder im Winter bei schlechtem Wetter und Minusgraden in der Kälte sitzen müssen. Auch die Schulleiter der Schulen in der Gemeinde Ascheberg wurden um ihre Meinung gebeten. „Die Luftfilter sind ein heikles Thema und ich bin da hin und hergerissen“, so Sabine Küter Leiterin der Marienschule Herbern. „Ich würde es mir als Ergänzung wünschen, damit der Temperaturabfall im Klassenzimmer durch das Lüften nicht ganz so groß ist. Damit man wirklich nur Stoßlüften muss. Ich würde begrüßen, wenn wir es ausprobieren.“

Charlotte Bücker, Schulleiterin der Lambertusschule in Ascheberg ergänzte: „Ich habe mit zwei Ärzten gesprochen, die meinten eine Kombination bringe die größte Sicherheit. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Gerät auszuleihen. Dann kann man mal schauen, wie groß und wie laut die sind. Die Scheinsicherheit ist glaube ich kein Problem.“

Zum Ende der Diskussion erläuterte Helmut Sunderhaus, dass man wenn dann auch unterschiedliche Geräte mieten und ausprobieren wolle. „Es gibt da auch unterschiedliche Techniken, das würden wir dann gerne mit abdecken, damit wir die Gerätetypen beurteilen können.“

Schlussendlich wurde dem Beschlussvorschlag der CDU mit nur einer Gegenstimme zugestimmt.

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