Polizei warnt vor ganz neuer Masche der Telefon-Betrüger

mlzNeue Betrugs-Masche

Trickbetrüger lassen sich immer etwas Neues einfallen, um vor allem Senioren auszunehmen. Am Wochenende waren die Täter auch in Ascheberg aktiv. Die Polizei warnt vor einer neuen Masche.

Herbern

, 31.08.2020, 10:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Wochenende kam es im gesamten Gebiet des Kreises Coesfeld zu mindestens acht Betrugsversuchen am Telefon, berichtet die Polizei. Darunter zwei Fälle in Ascheberg. Zum Glück hätten alle Angerufenen, vor allem ältere Mitbürger sind betroffen, auch in diesen Fällen wieder vorbildlich reagiert. Sie beendeten die Telefonate, gingen nicht auf die Forderungen der Betrüger ein und meldeten das Geschehen bei der Polizei.

„Wir haben in allen acht Fällen Betrugsanzeigen gestellt“, sagt Nadine Juds von der Polizeipressestelle Coesfeld auf Anfrage der Redaktion. Es sei davon auszugehen, dass es noch zu weiteren Anrufen im Kreis Coesfeld gekommen ist. „Aber wenn die Angerufenen einfach auflegen und uns nicht informieren, können wir natürlich nichts tun“, sagt Juds.

Zwei ältere Ascheberger fallen nicht auf Trick herein

Vor allem Ältere sind das Ziel der Telefon-Betrüger. So war es auch bei den zwei Fällen in Ascheberg. Bei einem 67-Jährigen versuchten die Täter es mit dem Enkeltrick. Bei einem 81 Jahre alten Ascheberger gaben sie sich sogar als Sohn aus. In beiden Fällen reagierten die als Opfer ausgewählten Personen vorbildlich. Sie fielen nicht auf den Trick herein, legten auf und informierten sofort die Polizei.

Die Betrugsmaschen mittels Telefon sind unterschiedlich und die Täter gehen zumeist mit großer Raffinesse zu Werke, wie die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen. So geben sich die Betrüger einmal als Enkel oder als Polizeibeamter aus, oder sind sogar so dreist, sich als Sohn auszugeben. Bisweilen gaukeln sie den Angerufenen auch einen großen Lotteriegewinn vor - das alles sind natürlich falsche Angaben.

Täter lassen sich immer etwas Neues einfallen

Die Täter lassen sich laut Kreispolizeibehörde Coesfeld immer mal wieder etwas Neues einfallen. So auch am vergangenen Wochenende, 29. und 30. August 2020.

Das Ausnutzen der Emotionen spielt dabei oft eine große Rolle. Sie gaukeln vor, dass sich Angehörige in einer Notsituation befinden würden oder einen Unfall gehabt hätten.

Die neuste Masche beinhaltet ein ganz aktuelles Thema - nämlich die Furcht vor dem Corona-Virus. Aus der Polizeibehörde heißt es: „Diese Masche ist bei uns im Kreis Coesfeld noch nicht angezeigt worden, wir möchten sie aber auch in diesem Bereich sensibilisieren.“ Allerdings sei sie schon im Bereich der benachbarten Polizeibehörde aus Hamm beobachtet worden, sagt Coesfelds Polizeisprecherin Juds.

Der „Coronatrick“ läuft folgendermaßen ab:

  • Der Anrufer gibt sich als Verwandter aus und behauptet von einem Krankenhaus aus zu telefonieren.
  • Dort sei er positiv auf den Erreger getestet worden.
  • Es wird dem Opfer ein sehr schlechter Gesundheitszustand vorgespielt.
  • Lediglich ein teures Medikament aus den USA könne den Verwandten vor der drohenden Intensivstation retten.

Anschließend läuft es wie „gewohnt“ ab:

Ein angeblicher Freund (der Bote, also einer der Täter) des erfundenen Verwandten (der Täter selbst) soll das Bargeld in einem Umschlag abholen. Fällt der Angerufene darauf rein, ist das Geld jetzt im Besitz der Betrüger.

Das rät die Polizei Coesfeld:

Verbreiten Sie die Informationen über das fiese Vorgehen der Täter und machen Sie besonders ältere Menschen darauf aufmerksam. Sollten Sie einen solchen oder ähnlichen Anruf bekommen, beenden Sie das Telefonat, wenden Sie sich in jedem Fall an die Polizei und erstatten Sie eine Anzeige. Dies ist auch online möglich.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt