Übermittagsbetreuung für alle Kinder ab 2025: Ist das in der Marienschule in Herbern machbar?

mlzÜbermittagsbetreuung in Herbern

Die Marienschule besuchen aktuell 204 Kinder. 36 Prozent von ihnen werden nach der Schule betreut. Ab 2025 hat jedes Kind einen Anspruch auf einen OGS-Platz. Wie das umgesetzt werden soll, ist unklar.

Herbern

, 18.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ab 2025 hat jeder Grundschüler Anspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag (OGS). Das Bundeskabinett hat dazu nun die Einrichtung eines Sondervermögens in Höhe von zwei Milliarden Euro beschlossen. Wie die Übermittagsbetreuung (ÜBM) in der Marienschule Herbern in Zukunft aussehen wird, ist allerdings noch ungewiss. Geplant ist, dass die Schule mitsamt der ÜBM in die ehemalige Profilschule zieht.

Mit Platzproblemen rechnet die Pädagogische Leiterin der Übermittagbetreuung, Katharina Heinen, dort nicht: „Bis 2025 sind wir hoffentlich umgezogen. Ich denke, dass die Gemeinde da für die Zukunft plant und genug Fläche für einen erhöhten Bedarf an Übermittagsplätzen bereithält.“

In der Marienschule verfügt die ÜBM über vier Kellerräume. Der Ballettraum und die Klassenräume sowie Räume in der Profilschule können mitgenutzt werden. Aktuell reichen Platz und Personal für 80 Schüler aus.

ÜBM erstellt Prognose für das kommende Jahr

74 von insgesamt 204 Kindern werden laut Heinen aktuell nach Schulschluss in der Marienschule betreut. Anhand der Schulentwicklungszahlen stelle man jedes Jahr eine Prognose auf, wie viele Kinder im kommenden Jahr betreut werden. Für dieses Jahr wurden 76 prognostiziert.

Wachsen die Zahlen, dann kümmere sich die ÜBM um weiteres Personal. Einen vorgeschriebenen Personalschlüssel wie in Kindergärten gäbe es im Nachmittagsbereich nicht. In der Marienschule rechne man mit 1,5 Personalstunden pro Kind, so Heinen.

Wenn Zahlen rasant ansteigen, wird es problematisch

Wie viele Kinder durch den Rechtsanspruch dazukommen werden, kann Heinen nicht voraussagen. „Interessant wird es, wenn man keinen Grund, beispielsweise Berufstätigkeit, mehr für die Betreuung angeben muss“, sagt sie. Und wenn die Übermittagsbetreuung auch noch für alle kostenfrei würde, würde die Hemmschwellle, sein Kind abzugeben, weiter sinken.

Beunruhigt ist Heinen deshalb aber noch nicht: „Wenn die Anzahl der Kinder sich langsam steigert, kriegen wir das locker hin. Wir haben bisher keine Warteliste. Jedes Kind, das angemeldet wird, bekommt einen Platz bei uns.“

Wenn aber von einem Jahr auf das nächste doppelt so viele Schüler vor der Tür stünden, habe die ÜBM laut Heinen ein Problem.

ÜBM ist nicht gleich OGS

Die Übermittagsbetreuung dürfe man jedoch nicht mit einer OGS verwechseln. Heinen erklärt: Der Unterschied läge darin, dass in der OGS Anwesenheitspflicht für die angemeldeten Schüler bestünde. Dort gäbe es eine feste Hausaufgabenbetreuung und Besuch von den Lehrern. Während die OGS vom Land und weiteren Trägern finanziert wird, ist die ÜBM der Marienschule ein Verein, den es schon seit 1999 gibt. In der OGS zahlen die Eltern je nach Einkommen, in der ÜBM gibt es einen fixen Betrag für alle.

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