Unfallfahrt von Herbern: Oer-Erkenschwicker sei Autoschlüssel „gestohlen“ worden

mlzUnfall in Herbern

Im Sommer hatte der Unfall auf der Bernhardstraße in Herbern für Aufsehen gesorgt. Zwei mutmaßliche Unfallbeteiligte flüchteten. Jetzt gibt es neue Informationen zu dem Fall.

Ascheberg, Herbern

, 17.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rund 10.000 Euro Schaden und Stromausfall auf einem kompletten Straßenzug: Das war die Bilanz der Unfallfahrt vom 25. Juli diesen Jahres, bei der ein noch unbekannter Fahrer und ein Beifahrer mit ihrem Auto gegen 0.25 Uhr auf der Bernhardstraße gegen einen Laternenmasten geprallt waren, das Auto stehen ließen und flüchteten.

Wobei „ihr“ Auto relativ ist: Denn wie sich kurz darauf herausstellte, war das Auto aus dem Kreis Recklinghausen gestohlen worden. Auf Anfrage erklärte die Pressestelle der Polizei im Kreis Recklinghausen am Freitagmorgen, dass das Auto einem 23 Jahre alten Mann aus Recklinghausen gehöre. Details zum Fahrzeughalter waren bisher nicht bekannt gewesen. Der hatte sein Auto demnach am 24. Juli an der Aue, einem Stadtpark in Oer-Erkenschwick, abgestellt und am nächsten Tag bemerkt, dass es nicht mehr da war, so die Pressestelle.

„Es konnten keine Tatverdächtigen festgestellt werden“

Allerdings hätten sich keinerlei Aufbruchspuren an dem Fahrzeug befunden, das die Beamten nach dem Unfall in Herbern sicherstellten. Die Erklärung des Oer-Erkenschwickers: Der Schlüssel sei ihm gestohlen worden, gibt die Pressestelle die Angaben des jungen Mannes wieder. „Es konnte noch kein Tatverdächtiger festgestellt werden“, so eine Pressesprecherin aus Recklinghausen.

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Der Vorfall wurde in zwei Vorgänge geteilt, die beide mittlerweile bei der Staatsanwaltschaft in Münster liegen: in Diebstahl und in Unfallflucht. In Bezug auf Letzteres erklärt der Pressedezernent Martin Botzenhardt der Staatsanwaltschaft Münster: „Das Verfahren richtet sich derzeit gegen Unbekannt wegen des Verdachts des unerlaubten Entfernens vom Unfallort.“

Obwohl die Unfallfahrer noch unbekannt sind, erklärte die Gemeinde Ascheberg auf Anfrage zur Regulierung des Schadens allerdings Ende Oktober: „Das Unfallfahrzeug ist bekannt, so dass der Verursacher für die Kosten aufkommen wird. Wie hoch diese sein werden, können wir leider noch nicht beziffern.“

Gemeinde: „Firma arbeitet volle Auftragsbücher ab“

Noch ist die 8 bis 9 Meter hohe Laterne nicht wieder hergerichtet. Ende Oktober hatte Simone Böhnisch erklärt: „Die ausführende Firma arbeitet ihre vollen Auftragsbücher derzeit der Reihe nach ab.“ In diesem Fall bestehe an der Bernhardstraße durch die fehlende Laterne (Peitschenmast) derzeit allerdings keine Gefahr. Für die Aufstellung des über die Straße geneigten Masten würden mehrere Mitarbeiter benötigt und die Straße müsse gesperrt werden. „Wir erwarten, dass dies bis Ende des Jahres geschehen wird.“

Die Unfallbeteiligten waren in der besagten Nacht in Richtung Werner Straße unterwegs, als sie in der Kurve nach links von der Fahrbahn abkamen und gegen die Laterne prallten. Eine Zeugin hatte in der Nacht zu Samstag einen lauten Knall wahrgenommen und daraufhin die Polizei verständigt. Zeugen beobachteten zwei Personen, die aus dem Fahrzeug in Richtung Herberner Friedhof verschwanden. Vor allem an dem Auto war massiver Schaden entstanden. Die Polizei hatte mit einem Hubschrauber nach den möglicherweise verletzten Flüchtigen gesucht, konnte aber niemanden finden. Blut war im Auto allerdings nicht gefunden worden.

Neben dem Hubschrauber waren damals auch Streifenwagen im Einsatz, die die Suche nach den Flüchtigen unterstützten. In diesem Zuge waren auch Krankenhäuser in der Umgebung angefahren worden, die mögliche Verletzte hätten aufnehmen können. Aber auch hier war die Polizei nicht fündig geworden. Auch das Anfahren zweier Pendlerparkplätze war ohne Erfolg verlaufen. Gegen 1.45 Uhr, also 1 Stunde und 20 Minuten nach dem Unfall, war der Einsatz beendet worden.

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In der Nacht zu Samstag hat ein Polizeihubschrauber nach einem unbekannten Autofahrer in Herbern gesucht. Der war zuvor mit einer Straßenlaterne kollidiert, wodurch eine komplette Straßenbeleuchtung ausfiel. Von Eva-Maria Spiller

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