Unfallstatistik 2018: Zahl der Schwerverletzten und der Unfallfluchten steigt

Verkehrsunfälle

Die Wahrscheinlichkeit, im Kreis Coesfeld an einem Unfall beteiligt zu sein, fällt laut Unfallstatistik gering aus. Wenn es zu einem Unfall kommt, sind die Folgen verhältnismäßig schwer.

Ascheberg, Olfen, Nordkirchen

, 27.02.2019, 18:19 Uhr / Lesedauer: 2 min
Unfallstatistik 2018: Zahl der Schwerverletzten und der Unfallfluchten steigt

Präsentierten die Verkehrsunfallstatistik für den Kreis Coesfeld (v.l.): Thomas Funke (Stellvertretender Abteilungsleiter Polizei), Dr. Christian Schulze Pellengahr (Landrat), Dietmar Griefnow (Direktionsleiter Verkehr Kreispolizeibehörde) © Julian Reimann

Einige Entwicklungen in der Statistik der Verkehrsunfälle aus dem Jahr 2018 seien erfreulich, an manchen Punkten sehe man jedoch noch Verbesserungsbedarf. So fassten Vertreter der Kreispolizeibehörde Coesfeld und Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr die Vorjahresentwicklung bei der Vorstellung der Unfallstatistik zusammen.

„Trotz leicht angestiegener Zahl der erfassten Unfälle im gesamten Kreisgebiet verzeichnen wir im NRW-Vergleich immer noch eine geringe Zahl an Verkehrsunfällen“, bilanzierte Schulze Pellengahr. Von insgesamt 5671 auf 5719 ist die Gesamtzahl gestiegen. Die meldepflichtigen Unfälle, also die Gesamtzahl abzüglich der Bagatell- und Wildunfälle, ist hingegen um drei gesunken.

Kontinuierlicher Anstieg der Zahl der Schwerverletzten seit 2010

Trotz der zum Teil auch Mut machenden Entwicklungen wolle man weiter Maßnahmen ergreifen, um die Unfallzahlen nach unten zu korrigieren. „Jeder Verunglückte ist einer zu viel“, äußerte sich auch Dietmar Griefnow, Direktionsleiter für den Verkehr bei der Kreispolizeibehörde, verhalten zufrieden mit der Unfallbilanz aus 2018.

„Gerade im Bereich der Schwerverletzten verzeichnen wir seit 2010 einen kontinuierlichen Anstieg.“ Auch die Zahl der bei Verkehrsunfällen getöteten Personen sei zwar nicht besorgniserregend, dennoch insgesamt zu hoch. Elf Menschen im gesamten Kreisgebiet verloren im vergangenen Jahr ihr Leben bei einem Verkehrsunfall.

Tödliche Unfälle auch in Ascheberg und Olfen

Zwei von ihnen starben bei Unfällen in Ascheberg und Herbern. Gerade der schwere Unfall auf der B54 zwischen Herbern und Werne, bei dem ein zweijähriges Mädchen zu Tode kam, ist den zuständigen Beamten noch sehr präsent. Auch in Olfen starb ein Verkehrsteilnehmer an den Folgen eines Unfalls. Nordkirchen gehört zu den wenigen Städten und Gemeinden, in denen, wie auch im Jahr 2017, niemand bei einem Unfall ums Leben kam.

Auch die Zahl der Schwerverletzten stieg in zwei der drei Orten an und liegt damit in dem unschönen Trend, der sich durch den gesamten Kreis zieht. Während sich die Zahl der Schwerverletzten in Ascheberg von 6 auf 13 mehr als verdoppelt hat, kommen Olfen (von 14 auf 20) und Nordkirchen (gleichbleibend 6) lediglich auf geringe bis gar keine Steigerungen.

Gemeinsam haben alle die Ursachen, wie es zu den Verkehrsunfällen kam. Vor allem beim Abbiegen und Wenden oder bei der Missachtung der Vorfahrtsregeln entstanden die Unfälle. Aber auch Geschwindigkeitsüberschreitungen sind einer der Gründe, warum die Zahl der Verkehrsunfälle nicht zurückgeht.

Maßnahmen zur Reduzierung der Unfälle

Mit dem Wissen um die Ursachen plant die Kreispolizeibehörde in diesem Jahr verschiedene Maßnahmen, um die Zahl der Unfälle wieder zu senken. „Wir wollen die Geschwindigkeitsüberwachung flächendeckend intensivieren“, erklärt Thomas Funke, stellvertretender Abteilungsleiter bei der Kreispolizeibehörde, eine der geplanten Maßnahmen. Ein sogenanntes „ESO-Fahrzeug“ habe man in diesem Zusammenhang bereits angeschafft und dadurch mehr Geschwindigkeitsüberschreitungen sanktionieren können.

Zu den weiteren Maßnahmen gehören auch Präventionsprogramme für Motorradfahrer sowie eine spezialisierte Unfallfluchtermittlung. Bei der Zahl der Motorradunfälle sowie der der Unfallfluchten habe man, neben der Zahl der Schwerverletzten, weitere starke Steigerungen feststellen können.

Vor allem Ascheberg (Steigerung von 59 auf 67) und Nordkirchen (von 33 auf 50) weisen ein erhöhtes Fluchtverhalten nach Verkehrsunfällen auf. In Olfen bestätigt sich hingegen die zunehmende Zahl an Motorradunfällen: Hier stieg die Zahl von 12 auf 16.

Weniger Unfälle durch berauschende Mittel vermerkt

Bei steigender Zahl der Unfallfluchten kommt die Kreispolizeibehörde jedoch zu dem Ergebnis, dass die Zahl der Unfallfluchten mit Personenschaden gesunken ist. Auch in anderen Bereichen gebe es positive Entwicklungen zu verzeichnen.

Beispielsweise sei die Zahl der Verkehrsunfälle unter Einfluss berauschender Mittel gesunken. Mit insgesamt 59 im gesamten Kreis habe man seit zehn Jahren den niedrigsten Stand erreicht. Auch bei der Zahl der verunglückten Kinder habe man einen Tiefstand erreicht. „Das sehen wir als Bestätigung für gute Präventionsarbeit“, so Griefnow.

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