Verkehr an Altenhammstraße: Nicht jeder Anwohner kritisiert das Gutachten des Experten

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Über die Verkehrssituation auf der Altenhammstraße in Herbern wird viel diskutiert. Das Gutachten, das ein externer Berater erstellt hat, steht in der Kritik. Doch das sieht nicht jeder Anwohner so.

Herbern

, 06.02.2020, 16:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einbahnstraße, Spielstraße oder neue Umgehungsstraße - es gibt viele Varianten, die den Verkehr auf der Altenhammstraße künftig entzerren sollen. Das Thema Verkehrsbelastung auf dem Altenhamm wird aktuell rege diskutiert.

Einige Anwohner stellen dem externen Stadtplaner für sein Gutachten ein schlechtes Zeugnis aus. Eine Gruppe von rund zwölf Anwohnern bezeichnet die Analyse als „unrealistisch“ und „fehlerhaft“. Ihre Kritik haben die Anwohner nun auch gegenüber der Gemeindeverwaltung geäußert. Die weist die Kritik zurück.

Nicht jeder Anwohner teilt die Meinung

Es sei nur eine kleine Gruppe an Anwohnern, die diese Meinung vertritt, erklärte nun Joachim Raguse im Gespräch mit dieser Redaktion. Der 70-Jährige kann diese Meinung ausdrücklich nicht teilen.

„Da ziehen Leute auf die Altenhammstraße, die das Problem kennen und sich dann später darüber aufregen. Wenn man in ein neues Haus ziehen will, dann informiert man sich doch vorher über die Situation vor Ort. Und wenn es einem nicht gefällt, dann zieht man eben nicht dort ein“, sagt Raguse.

„Viele halten sich an Tempo 30“

Er kann dem ganzen „Hype“ um das Thema nichts abgewinnen. Raguse, der seit 2012 selbst auf der Altenhammstraße wohnt, schildert die Verkehrssituation ganz anders. „Ich fahre mindestens vier Mal am Tag auf der Straße. Viele Autofahrer passen auf und viele halten sich an Tempo 30“, sagt der 70-Jährige. Er spricht von einem „normalen“ Verkehrsaufkommen auf der Altenhammstraße. Auch andere Anwohner würden seine Meinung teilen.

Verkehr an Altenhammstraße: Nicht jeder Anwohner kritisiert das Gutachten des Experten

Joachim Raguse teilt die Meinung einiger Anwohner der Altenhammstraße nicht. Er erklärt, dass das Verkehrsaufkommen „ganz normal“ sei. © Jörg Heckenkamp (A)

Joachim Raguse blickt auch weniger sorgenfrei auf die künftige Verkehrsentwicklung. Mehr als 130 Fahrten pro Tag kämen etwa allein durch die neue Aula an der Profilschule hinzu, rechnet der zuständige Stadt- und Verkehrsplaner Jean-Marc Stuhm vor. „Aber es finden doch nicht jeden Tag Veranstaltungen in der Aula statt“, sagt Raguse.

Mehr Eltern-Taxis durch Kita und Grundschule erwartet

Und aufgrund der Zusammenlegung des Profilschul-Standortes in Ascheberg rechnet er mit weniger Busverkehr auf der Altenhammstraße. Andere Anwohner hingegen befürchten durch den Einzug der Mariengrundschule in die Profilschule deutlich mehr Autoverkehr auf der Altenhammstraße.

Der Tenor: Grundschulkinder werden häufiger zur Schule gebracht als die älteren Profilschüler. Das gilt auch für die Kinder, die künftig in die neue Kita Abenteuerland ziehen.

Verkehrsberuhigter Bereich nicht praktikabel

In dieser Hinsicht stimmt auch Joachim Raguse mit den anderen Anwohnern überein. „Es muss nicht jedes Kind mit dem Auto zur Schule gebracht werden. Manche Eltern bringen ihr Kind aber zur Schule, obwohl es nur eine Strecke von 100 Metern ist“, meint der gebürtige Herberner. Offenbar sorgen sich viele Eltern um die Sicherheit der Kinder auf dem Schulweg.

Verkehr an Altenhammstraße: Nicht jeder Anwohner kritisiert das Gutachten des Experten

Auf der Altenhammstraße gilt Tempo 30. Aber wie viele Autofahrer halten sich wirklich an die Geschwindigkeit? Darüber gibt es unterschiedliche Meinungen der Anwohner. © Andrea Wellerdiek

Der Idee, aus der Altenhammstraße deshalb einen verkehrsberuhigten Bereich zu machen, kann Joachim Raguse nicht viel abgewinnen. Tempo sieben die ganze Straße entlang - das sei nicht praktikabel. Er verweist dabei etwa auf die Patienten, die die Arztpraxis von Dr. Bernhard Lohmann auf der Altenhammstraße ansteuern. Auch die Maßnahme, aus der Altenhammstraße eine Einbahnstraße zu machen, hält er für nicht zielführend. „Das würde doch viel mehr Verkehr verursachen.“

Joachim Raguse ist für eine Umgehungsstraße

Stattdessen präferiert er eine neue Umgehungsstraße „Am Haselbüschken“, um den Verkehr auf der Altenhammstraße zu entzerren. Diesen sogenannten „Bypass“ hatte Stadt- und Verkehrsplaner Jean-Marc Stuhm als einzige von zehn Maßnahmen auch der Gemeindeverwaltung empfohlen.

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Verkehrssituation auf der Altenhammstraße

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