Verkehrsbelastung an Altenhammstraße: Von zehn Maßnahmen lehnt der Gutachter neun ab

mlzVerkehrskonzept

Die hohe Verkehrsbelastung auf der Altenhammstraße in Herbern soll reduziert werden. Dazu werden viele Maßnahmen diskutiert. Ein Gutachter hat von zehn möglichen Varianten nur eine empfohlen.

Herbern

, 29.01.2020, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Anwohner an der Altenhammstraße befürchten, dass sich die Verkehrsbelastung vor ihrer Haustür künftig stark verändert. Vor allem durch die neue Nutzung der Aula der Profilschule als Gemeindehalle, den Zuzug der Kita Abenteuerland und der Grundschule sowie den Bau neuer Wohneinheiten werden mehr Pkw auf der Straße erwartet.

Deshalb diskutieren Anwohner und die Politik schon länger darüber, wie man die Situation entschärfen kann. Im jüngsten Bau- und Planungsausschuss stellte dazu Jean-Marc Stuhm, Stadt- und Verkehrsplaner aus dem Büro Stadtverkehr Hilden, die möglichen Maßnahmen vor.

Neun von zehn Maßnahmen fallen beim Gutachter durch

Sein Gutachten fällt deutlich aus: Von zehn Maßnahmen würde er nur eine einzige empfehlen. Und zwar die Idee einer Umgehung über die Straße „Am Haselbüschken“. Der Bypass könnte mit Anbindung an den geplanten Kreisverkehrsplatz an der B54 eingerichtet werden. So könnte die Altenhammstraße entlastet werden.

Die zehn Maßnahmenvorschläge im Detail und die Bewertung:

  • 1. Einbahnstraße (für Radfahrer frei)

- auf der Altenhammstraße bis zum Schulweg und auf der Bergstraße

Vorteile: übersichtliche Verkehrssituation; weiter Wendemöglichkeit an der Schule

Nachteile: Höhere Verkehrsbelastungen auf dem Bakenfelder Weg, Am Haselbüschken, dem Siepenweg und Bernhardstraße; eine erhöhte Geschwindigkeit aufgrund von fehlendem Gegenverkehr; Zunahme von Umwegfahrten; Neuenhammstraße ist nur aus einer Richtung erreichbar

  • 2. Einbahnstraße, Variante 2

- auf der Altenhammstraße bis zur Bergstraße und auf der Bergstraße

Vorteile: Übersichtliche Verkehrssituation; Neuenhammstraße ist aus beiden Richtungen über Altenhammstraße erreichbar

Nachteile: Höhere Verkehrsbelastung auf der Bergstraße; eine erhöhte Geschwindigkeit aufgrund von fehlendem Gegenverkehr; Zunahme von Umwegfahrten

  • 3. Verkehrsberuhigter Bereich

- auf der Altenhammstraße bis zum Bakenfelder Weg

Vorteile: Schrittgeschwindigkeit, Parken nur auf gekennzeichneten Flächen; gesamte Straßenbreite für Fußgänger nutzbar

Nachteile: An Umbaukosten müssen sich Anlieger beteiligen; Durchgangsverkehr und Lkw-Verkehr nicht grundsätzlich verboten; Schritttempo wird überschritten aufgrund der Länge der Straße

  • 4. Fahrradstraße

- auf der Altenhammstraße bis zum Schulweg und auf der Bergstraße

Vorteile: Bevorzugung des Radverkehrs; angepasste Fahrweise der Autos; verbesserte Aufenthaltsqualität für Fußgänger

Nachteile: Rad ist noch nicht das vorherrschende Verkehrsmittel; Bewusstsein von Autofahrern noch nicht überall gegeben (riskante Überholmanöver); Straße ist nicht fahrradfreundlich ausgebaut

  • 5. Anbindung der Neuenhammstraße an die Münsterstraße

Vorteile: Entlastung der Altenhammstraße durch weitere Zufahrt ins Wohngebiet; direkte Zufahrt zur Neuenhammstraße

Nachteile: Straßenneubau nötig; neue „Schleichwege“ entstehen; Verkehrszunahme auf Neuenhammstraße

  • 6. Verbot der Durchfahrt für Lkw ab 3,5 Tonnen

Vorteile: kein Schwerlastverkehr und Verkehrsbehinderungen in Altenhammstraße

Nachteile: Müllfahrzeuge müssen Berechtigung bekommen; Durchfahrt für Pferdeanhänger erlaubt; Anliegerverkehr; längere Wege für Lkw

  • 7. Sackgasse auf der Altenhammstraße bis zum Schulweg

Vorteile: kein Durchgangsverkehr; Wendebereich aus Richtung Bakenfelder Weg nutzbar

Nachteile: keine Wendemöglichkeit aus Osten kommend; Verkehrsbeeinträchtigungen auf Altenhammstraße; Mehrbelastung der umliegenden Straßen

  • 8. Sackgasse auf der Altenhammstraße inklusive Wendemöglichkeit an der Grundschule

Vorteile: kein Durchgangsverkehr; Wendebereich aus Osten kommend nutzbar

Nachteile: Schulbusse können nicht mehr über den Bakenfelder Weg zur Schule kommen; Mehrbelastung der umliegenden Straßen

  • 9. Einrichtung eines Parkplatzes für Eltern-Taxis

Vorteile: weniger Bringverkehr auf der Altenhammstraße; zusätzliche Parkmöglichkeiten bei Veranstaltungen in der Aula

Nachteile: Ausbau der Straße „Am Haselbüschken“ wäre machbar; längere Wege; geringe Akzeptanz in der Bevölkerung

  • 10. Bypass „Am Haselbüschken“ durch Ausbau der Straße und Anbindung an geplanten Kreisverkehr an B54

Vorteile: Verlagerung des Bringverkehrs auf Bypass; Entlastung der Altenhammstraße

Nachteile: Bypass hat keine Begegnungsmöglichkeit zwischen zwei Autos und muss baulich verbreitert werden

In seiner Analyse hat Jean-Marc Stuhm einzig für die letzte Maßnahme mit der Umgehung „Am Haselbüschken“ eine Empfehlung ausgesprochen.

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