Krippen mit Figuren aus den verschiedensten Ländern wurden am Samstag in der Kirche St. Benedikt aufgebaut. © Claudia Hurek
St. Benedikt

Viele Fotos: Rund 20 Krippen erstrahlen in der Kirche St. Benedikt

Zum Schauplatz einer Ausstellung mit rund 20 verschiedenen Krippen ist die Kirche St. Benedikt geworden. Das Thema ist identisch - und dennoch hat jede Krippe ihre eigene Geschichte.

Wuselige Geschäftigkeit herrschte am Samstag (5. Dezember) in der Kirche St. Benedikt. Hier fehlte eine Steckdose, dort war das Licht noch nicht richtig platziert. Manfred Neuhaus und Elke Niesmann hatten als Organisatoren alle Hände voll zu tun. Die erste Krippenausstellung in der Herberner Kirche sollte pünktlich um 16 Uhr eröffnet werden.

„Da unser Weihnachtsbasar in diesem Jahr ausfallen musste, haben wir uns etwas überlegt, um den Menschen trotzdem eine Freude zu bereiten“, so Elke Niesmann. Interessierte Bürger hatten die Möglichkeit, ihre private Krippe nach vorheriger Anmeldung in der Kirche auszustellen. Rund 20 Krippen, von denen die kleinste gerade einmal wenige Zentimeter und die größte mehrere Quadratmeter groß war, fanden ihren Platz auf Holzplatten auf den seitlichen Bänken.

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So sieht die Krippenausstellung in St. Benedikt aus

„Die Platten hat uns Robert Eickholt von der gleichnamigen Zimmerei kostenlos zur Verfügung gestellt“, sagt Manfred Neuhaus. Pfarrer Stefan Schürmeyer und Pater George ließen es sich nicht nehmen beim Aufbau vorbeizuschauen. Pfarrer Günther Lube em. hatte gleich mehrere Krippen dabei; die kleinste in einer Schmuckschachtel von gerade einmal fünf Zentimetern.

Krippenfiguren aus dem letzten Jahrhundert, aus Plastik, aus Legosteinen, aus Gips oder aus kostbarem Holz zieren die mit viel Liebe und oftmals selbst hergestellten „Ställe“, in denen die Szene der Geburt Jesu in einem Stall von Bethlehem dargestellt wird.

Kleine und große Exemplare – mit Figuren aus aller Welt

Heinz Höhne erinnert sich daran, dass die Krippenfiguren seiner Kindheit mit den Jahren immer kleiner wurden. „Die waren früher oft aus Gips“, erzählt er. „Wir mussten für die Krippe das Moos aus dem Wald holen; das war oft feucht, wenn wir dann zu Hause die Figuren daraufgestellt haben. Dadurch wurde der Gips dann weich und die Figuren halt immer kleiner.“

Gemeinsam mit Tochter Laura baut Andreas Nienhaus seine mehrere Quadratmeter große Krippe auf. „Das nimmt jetzt schon ein paar Stunden Zeit in Anspruch“, weiß er aus Erfahrung. „Wir haben für die Krippenausstellung allerdings nicht die komplette Krippe mitgenommen. Das hätte den Rahmen gesprengt.“

Organisatorin Elke Niesmann zeigt stolz ihre private Krippe mit den wunderschönen Holzfiguren aus Mettingen. Den Stall hat Ehemann Berthold kurz zuvor aus sehr alten Holzresten selbst gebaut.
Organisatorin Elke Niesmann zeigt stolz ihre private Krippe mit den wunderschönen Holzfiguren aus Mettingen. Den Stall hat Ehemann Berthold kurz zuvor aus sehr alten Holzresten selbst gebaut. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Krippe ist für die wunderschönen nachgebauten biblischen Ereignisse eindeutig untertrieben. In den vergangenen 20 Jahren ist die orientalische Landschaft entstanden und immer ein wenig weitergewachsen. Allein die 140 menschlichen und rund 150 tierischen Figuren sowie verschiedene Dekorationsgegenstände sind in aller Welt gekauft.

„Aus jedem Urlaub wird etwas für die Krippe mitgebracht“, sagt Ehefrau Barbara Nienhaus. Was vor vielen Jahren mit einem Buch und einem selbstgebauten Stall, der für die Figuren etwas zu klein war, angefangen hat, ist inzwischen zu einer großartigen Krippe geworden, für die in jedem Jahr das 35 Quadratmeter große Wohnzimmer zur Weihnachtszeit umgestellt werden muss, damit die Familie auch noch Platz hat.

Hedwig Wienkötter baut ihre selbst gefilzten Krippenfiguren auf. Es hier herrlich nach Lavendel; denn in diesem werden die Figuren bis zum Gebrauch aufbewahrt.
Hedwig Wienkötter baut ihre selbst gefilzten Krippenfiguren auf. Es hier herrlich nach Lavendel; denn in diesem werden die Figuren bis zum Gebrauch aufbewahrt. © Claudia Hurek © Claudia Hurek

Ganz anders, aber nicht weniger schön, ist die Krippe von Heidrun Wienkötter. Vor vielen Jahren hat sie die Krippenfiguren für ihre Kinder aus sogenannter Märchenwolle selbst gefilzt. Alle Figuren haben kein Gesicht. „Ich habe das damals bewusst so gemacht, damit sich unsere Kinder selbst Geschichten ausdenken können.“

In der Szenerie der Krippe liegen verteilt 24 goldene Sterne, von denen Hedwig Wienkötter jeden Tag einen entfernt hat. Die heiligen drei Könige durften immer bis zum nächsten Stern versetzt werden, bis sie dann schlussendlich am 24.12. beim letzten Stern und somit am Stall angekommen waren.

Jede der Krippen ist auf ihre Weise einzigartig. Die Ausstellung war ein voller Erfolg, alle Arbeit hat sich gelohnt und vielleicht wird es ja in den kommenden Jahren, dann passend zum Weihnachtsbasar in Herben erneut eine Krippenausstellung geben.

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Redaktion Werne
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