Was soll aus der Herberner Schulaula werden?

Politiker uneins

Dass die Aula an der Altenhamm-Straße in Herbern dringend saniert werden muss, ist klar. Was nicht klar ist, ist, wieviel genau gemacht werden soll. Da gehen die Meinungen auseinander, die Bandbreite reicht von Grundsanierung bis Umbau zur Bürgerhalle. Und viel hängt auch vom Geld ab.

HERBERN

, 13.11.2014, 19:55 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Aula der Theodor-Fontane-Schule in Herbern: Bald können in ihr Abendveranstaltungen mit mehr als 199 Teilnehmern stattfinden - ganz ohne Brandwache.

Die Aula der Theodor-Fontane-Schule in Herbern: Bald können in ihr Abendveranstaltungen mit mehr als 199 Teilnehmern stattfinden - ganz ohne Brandwache.

Über diese Frage werden die Mitglieder des Bauausschusses am nächsten Donnerstag, 20. November, diskutieren.  Egal, für welche Variante sie sich entscheiden: es wird teurer als geplant. Das lässt sich bereits jetzt aus den Sitzungsunterlagen der Verwaltung entnehmen.

Die ursprünglich auf rund 250.000 Euro geschätzte Grundsanierung wird nach den neuesten Angaben des von der Verwaltung beauftragten Architekten über 500.000 Euro kosten. Die Optimallösung mit Bühne, Technikraum, Umkleide und WC soll zwar nicht um das Doppelte teurer werden, aber immerhin um die Hälfte: 1,5 statt knapp eine Million Euro. Allerdings ist laut Architekt Bernhard Kröger auch eine abgespeckte Fassung möglich – für 1,16 Millionen Euro.

Zwischen den ersten Schätzungen und den aktuellen Preisangaben liegen zwölf Monate – und zahlreiche Gespräche mit Fachleuten für Akustik, Bühnentechnik, Brandschutz sowie Elektro und Sanitär. Was genau die Kostensteigerung bewirkt hat, will Architekt Kröger nicht im Vorfeld der Ausschusssitzung sagen. „Wenn ich Mitglied im Ausschuss wäre, wollte ich auch als erster informiert werden und davon nicht über die Medien erfahren“, sagte er am Telefon.  Nicht nur die Umbaukosten tendieren nach oben. Zusätzliche Kosten könnten sich auch durch den zusätzlichen Verkehr ergeben. Wie die Verwaltung mitteilt, reichten die vorhandenen 34 Parkplätze an der Schwimmhalle und entlang der Altenhamm-Straße aus. Das gelte aber nur bis 22 Uhr. Danach seien strengere Lärmbestimmungen gültig. Mit anderen Worten: Wenn die – lediglich grundsanierte - Aula auch weiter vorrangig  Schulveranstaltungen diene, genügten die Parkplätze. Sollte das große Gebäude neben der Theodor-Fontane-Schule aber zur Bürgerhalle umgebaut werden, müssten neue Parkplätze her. Denn dass Konzerte und Theaterabende, die meistens erst um 20 Uhr beginnen, nach zwei Stunden schon wieder vorbei sind, ist eher unwahrscheinlich. Die Verwaltung rechnet damit, dass zusätzliche Parkplätze mit 250.000 bis 300.000 Euro zu Buche schlagen. Bei einer vergangenen 

 hatte sich die große Mehrheit für das Projekt ausgesprochen:

Zum Hintergrund:

In unserer Fotogalerie bekommen Sie den Überblick, was geplant ist, und wie die Politiker dazu stehen:

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Pläne und Stimmen zur neuen Veranstaltungshalle

Für rund eine Million Euro soll in Herbern eine öffentliche Veranstaltungshalle entstehen. Dazu soll die alte Pausenhalle der Theodor-Fontane-Schule umgebaut werden. In unserer Fotostrecke finden Sie die Entwürfe sowie Stimmen aus der Politik zum Projekt.
22.11.2013
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Alles andere als attraktiv präsentiert sich die alte Halle der Theodor-Fontane-Schule derzeit: Als "extrem fußkalt und zugig" bezeichnet Paul Ringelkamp vom Bauamt das Gebäude.© Foto: Sylvia Lüttich Gür
So soll die neue Veranstaltungshalle aussehen - mit Bühne und Schüler-Café.© Grafik: Martin Klose
Ludger Wobbe (CDU, Vorsitzender des Bau-, Planungs- und Umweltausschusses): In der Politik braucht man einen langen Atem. Wir wollten schon 2009, als es die Bundesmittel aus dem Konjunkturpaket gab, die Aula der Hauptschule energetisch sanieren. Aber dann wäre kaum noch etwas für andere Maßnahmen übrig geblieben. Darum haben wir es verschoben, aber nicht aus den Augen verloren. Über den Entwurf für die Halle freue ich mich. Er steht natürlich unter Finanzierungsvorbehalt, erfüllt aber unsere Wünsche für eine energetisch verbesserte Halle, die allen Bürgern in der Gemeinde zu Gute kommt. Der Gemeinde fehlt dringend ein vernünftiger Versammlungsraum. Das hat man zuletzt erst am vergangenen Wochenende gesehen: Das Musikschulkonzert musste in Werne im Kolpinghaus stattfinden, weil wir hier vor Ort keine Räumlichkeiten haben. Wichtig für die CDU ist es, Herbern besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden, damit nicht jeder mit dem Auto zur neuen Halle kommen muss, wenn dort Veranstaltungen sind. © Archivfoto: RN
Christian Ley (SPD): Ich finde den Entwurf sehr gut. Natürlich ist das noch keine beschlossene Sache - vor allem mit Blick auf die erheblichen Kosten von über 900.000 Euro. Dennoch sind das keine Luftschlösser. Die Profilschule wird deutlich gewinnen durch die Sanierung und Erweiterung der Halle, besonders durch das geplante Schülercafé. Gerade die Schüler der höheren Jahrgänge - und nur die werden demnächst den Schulstandort Herbern besuchen - profitieren vom zusätzlichen Raumangebot. Zudem steht fest: Uns fehlt ein öffentlicher Raum. Selbst das große Bürgerforum im Ascheberger Rathaus ist für große Informationsveranstaltungen zu klein und erst recht für Kulturveranstaltungen. Bürger Nummern ziehen zu lassen, um ihnen Einlass zu ermöglichen, ist unhaltbar. Die Parkplatzsituation an der Altenhammstraße könnte jedoch für Probleme sorgen. Darüber werden wir uns noch unterhalten müssen.© Archivfoto: Daniel Claeßen
Jochen Wißmann (FDP): Meine Partei hat sich als einzige politische Kraft gegen eine Bürgerhalle ausgesprochen. Mit uns ist nur eine einfache energetische Sanierung zu machen, von der in erster Linie die Schüler profitieren würden. Die schlägt auch schon mit 250.0000 Euro zu Buche. In der jetzigen Haushaltslage ist eine große Lösung nicht angeraten. Ich finde es nicht gut, dass sich die Politik bereits auf die dritte und teuerste Sanierungs-Alternative festgelegt hat, bevor sie an die Öffentlichkeit getreten ist. Dass Herbern der ideale Standort für einen zentralen Versammlungsraum ist, will ich nicht widerspruchslos lassen. Das hätten wir auch für die Ascheberger Realschule prüfen können. Die FDP versteht sich mit dieser Haltung zu dem Millionen-Projekt als einzige oppositionelle Kraft.© Archivfoto: RN
Volker Müller-Middendorf (UWG): Wir begrüßen den Ausbau der Aula zur Bürgerhalle - allerdings nur unter Finanzierungsvorbehalt. Ich sehe einen gemeindlichen Zugewinn für den Fall, dass aus der Idee Wirklichkeit wird. Es ist daher sinnvoll, jetzt die angestoßenen Pläne fortzuführen, um dann hinterher in Ruhe zu entscheiden. Eine Schwierigkeit sehe ich in der Verkehrssituation. Ich habe aber einen Lösungsvorschlag, der verhindern helfen soll, dass zu viele Bürgerhallen-Gäste mit dem Auto kommen: Wir bieten einfach Kombi-Tickets an. Die Eintrittskarte zum jeweiligen Konzert oder zur Theatervorstellung werde sofort mit einer Fahrkarte für den Bus verbunden. Wichtig ist noch: Wir brauchen ein Nutzungskonzept.© Archivfoto: Tina Nitsche
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Und hier ganz detailliert die Pläne:

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