Wismann: Inklusionsklasse gefährdet guten Ruf

Eklat im Rat zur Lambertus-Grundschule

Verspielt die Lambertus-Grundschule mit der Inklusionsklasse ihren guten Ruf? Das befürchtet zumindest FDP-Ratsherr Jochen Wismann und sorgte deshalb gezielt für einen Eklat in der Ratssitzung am Dienstag.

Ascheberg

, 10.12.2014, 09:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Jochen Wismann von der FDP sorgte in der Ratssitzung am Dienstagabend für einen Eklat.

Jochen Wismann von der FDP sorgte in der Ratssitzung am Dienstagabend für einen Eklat.

Demnach sei in der Inklusionsklasse der Lambertus-Grundschule kein Unterricht mehr möglich, teilweise müssten Eltern im Deutsch- oder Matheunterricht aushelfen. Auch gegen die Schulleiterin Charlotte Bücker teilte der FDP-Ratsherr kräftig aus: "Es gab schon früher Hinweise, doch die Schulleitung hat nicht reagiert." Nach Wismanns Meinung müsse die Klasse aufgeteilt werden. "In dieser Schülerzahl wird sie sonst die Sommerferien nicht erreichen." Er wisse von Eltern, die bereits nach Plätzen an Grundschulen außerhalb der Gemeinde suchen und bereit sind, zum Halbjahr zu wechseln. "Die Grundschule ist dabei, ihren guten Ruf zu verlieren."

Dass Wismann diesen Sachverhalt überhaupt öffentlich machen konnte, ist ein Ergebnis seiner eigenen Strategie: Eigentlich stand im nicht öffentlichen Teil eine Entscheidung über die Auszahlung von Fördergeldern für Inklusion an Ascheberger Schulen an. Wismann selbst stellte zu Beginn der Ratssitzung den Antrag, diesen an sich unproblematischen Punkt öffentlich zu diskutieren. Da hatte niemand was gegen. Schließlich nutzte Wismann die anstehende Entscheidung dann aber, um heftig auszuteilen. Damit brachte er seine Ratskollegen gelinde gesagt zur Weißglut. Hilflos mussten sie zunächst seinen Ausführungen zuhören - schließlich hatten sie Wismann selbst dieses Forum erst ermöglicht. SPD-Fraktionschef Christian Ley konnte sich nur schwer beherrschen. "Peinlich", schimpfte er über Wismanns Auftritt und warf ihm vor, nicht alle Details zu kennen: "Sonst wüssten Sie, dass die Schulleitung sehr wohl versucht hat, das Problem zu lösen."

Auch Maria Schulte-Loh von der CDU nahm Charlotte Bücker und ihr Team in Schutz: "Es wurde Hilfe von außerhalb angefordert. Das Schulamt ist informiert und weiß, dass einige Situationen besondere Lösungen erfordern." Volker Müller-Middendorf (UWG) ärgerte sich "maßlos" darüber, dass Wismann durch sein Verhalten nicht nur der Grundschule, sondern auch den Kindern der Klasse massiv geschadet habe. Die vorzeitige Auszahlung der Fördermittel in Höhe von rund 20.000 Euro wurde im Übrigen einstimmig beschlossen.

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