Die Eltern der Nordschul-Kinder sprechen sich mehrheitlich gegen eine Umbenennung der Grundschule aus. © Marcel Drawe
Schulen in Holzwickede

Neuer Name für die Nordschule: Die Elternschaft hat eine mehrheitliche Meinung

Soll die Nordschule einen neuen Namen bekommen oder nicht? Geht es nach der Schulpflegschaft, dann ist der Fall klar. Die Meinung der Eltern dürfte auch für die politischen Entscheidungsträger ausschlaggebend sein.

Ein neuer Name für die Nordschule – die Idee brachte die Gemeindeverwaltung zuletzt im Schulausschuss ins Spiel. Während sich hier die politischen Fraktionen dem Thema nicht in Gänze verschlossen, waren die Reaktionen in der Bürgerschaft schon deutlich: Auch Leserbriefen an dieses Medienhaus war zu entnehmen, dass der Name nicht zur Debatte stehen sollte. Weil letztlich die Fraktionen über so eine Umbenennung abstimmen müssten, hieß es auch vonseiten der Politik: Das Vorab-Stimmrecht liege erstmal bei der Schule.

Hier schafft nun die Schulpflegschaft mit einer Stellungnahme entsprechende Fakten aus Elternsicht: „Die Mehrheit der Elternvertreter der Schulpflegschaft der Nordschule sprechen sich gegen eine aktuell diskutierte Änderung des Schulnamens aus“, heißt es darin.

Dass sich ein geänderter Name für die Schule positiv auf die Anmeldezahlen auswirke, weil dadurch ein pädagogisches Konzept hervorgehoben werden könne, sehen die Elternvertreter demnach mehrheitlich nicht. Die Gründe für die bei allen Grundschulen jährlich schwankenden Anmeldezahlen im Namen zu suchen, sei nicht nachvollziehbar.

Name spielt für Eltern keine Rolle bei Wahl der Schule

„Eine Namensänderung kommt nach Meinung der Schulpflegschaft einer Identitätsstiftung am Reißbrett gleich und sei ein nicht notwendiger Marketinggag“, heißt es in der Stellungnahme weiter. „Die Schulwahl erfolgt regelmäßig, nachdem sich Eltern über das unmittelbare Schulumfeld, das pädagogische Konzept und nicht zuletzt das Kollegium informieren. Der Name der Schule spielt bei dieser Entscheidung weder eine positive noch negative Rolle“, so die Schulpflegschaftsvorsitzende Iris Schucht.

Nach nahezu einhelliger Meinung der Elternvertreter gehöre die Nordschule im Gegenteil mit ihrer 131-jährigen Geschichte auch dem Namen nach zur Tradition und dem Erbe der Gemeinde. „Der Holzwickeder Norden mit seiner Historie als Arbeiterviertel ist kein sozialer Brennpunkt, den es mit einer Namensmakulatur zu kaschieren gilt – und antiquierten Vorurteilen könne auch mit einer Namensänderung nicht begegnet werden“, so Schucht, die einst selbst im Norden die Grundschule besuchte.

Die Elternvertreter betonen „die hervorragende pädagogische Arbeit für und mit den Kindern an der Nordschule sowie die liebevolle, individuelle Entwicklung und Betreuung.“ Gleichzeitig fordern sie die Politik auf, die Ausstattung der Schulen, insbesondere für die als „Problemkind“ ausgemachte Nordschule, zu modernisieren und Mittel für zeitgemäße Infrastrukturen bereitzustellen.

Über den Autor
Redaktion Holzwickede
Jahrgang 1985, aufgewachsen auf dem Land in Thüringen. Fürs Studium 2007 nach Dortmund gekommen. Schreibt über alles, was in Holzwickede passiert. 17.000 Einwohner mit Dorfcharakter – wie in der alten Heimat. Nicht ganz: Dort würden 17.000 Einwohner locker zur Kreisstadt reichen. Willkommen im Ruhrgebiet.
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Christian Greis

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