Schulleiterin Claudia Paulo, hier bei der Präsentation neuer Möbel für die Nordschule, will sich in der Namensdebatte neutral verhalten. © Archiv/Lisa Dröttboom
Grundschulen in Holzwickede

Nordschule: Schulleiterin wägt Argumente für alten und für neuen Namen

Schulleiterin Claudia Paulo verhält sich in der Namensdebatte um die Nordschule diplomatisch. Für oder gegen eine Umbenennung mag sie sich nicht aussprechen – aber sie hat neue Argumente parat.

Hätte die Holzwickeder Gemeindeverwaltung nicht kürzlich den Anstoß gegeben, über einen neuen Namen für die Nordschule nachzudenken – die emotionale Verbundenheit vieler Menschen gerade mit dieser althergebrachten Bezeichnung wäre wohl kaum ans Licht gekommen.

Claudia Paulo © Archiv © Archiv

»Ich kann beide Seiten verstehen.«

Schulleiterin Claudia Paulo

Jedenfalls sprach sich die Elternschaft der Grundschule in einer Stellungnahme bereits umgehend ganz klar gegen eine Umbenennung aus, während sich die Verwaltung dadurch positive Wirkungen auf die Anmeldezahlen erhofft.

Als Schulleiterin will sich Claudia Paulo nicht auf eine der beiden Seiten schlagen, sie beobachtet vielmehr interessiert die engagierte Debatte, die sich um die Namensgebung für ihre Schule entwickelt hat.

Mitbestimmungsrecht der Schulgemeinschaft

„Ich kann beide Seiten verstehen“, sagte Paulo am Montag im Gespräch mit dieser Redaktion. Einerseits verankere allein der Name „Nordschule“ die Grundschule womöglich örtlich derart stark, dass Eltern sie beschränkt „als Schule für die Kinder im Norden der Gemeinde“ wahrnehmen.

Das ließe sich sicherlich nur schwer belegen, würde der Schule aber eben auch nicht gerecht, die als Grundschule offen für alle Holzwickeder Kinder ist.

Zum anderen habe sich indes auch gezeigt, dass der Name Nordschule „mit ganz viel Gefühl verbunden ist“, so Paulo. Insofern sei es schlecht vorstellbar, eine Entscheidung gegen die aktuelle Eltern- und Schülerschaft zu treffen.

Lässt sich überhaupt noch an der Tradition eines 131 Jahre alten Namens rütteln? Claudia Paulo verweist auf ein von der Schulgemeinschaft von der Gemeinde zugesagtes Mitbestimmungsrecht, „dass wir uns nicht gegen unseren Willen einen Namen aufzwingen lassen müssen.“

Vielleicht ist die einmal angestoßene Debatte aber auch eine gute Gelegenheit, Argumente auszutauschen. Claudia Paulo hat jedenfalls eines, das bislang noch nicht genannt worden ist.

Neuer Name, der das Profil der Nordschule verdeutlicht

Um zu verdeutlichen, dass die Schule offen für alle Stadtteile ist, sei ein Name vorstellbar, der die Schwerpunkte der Nordschule bekannter und sie daher vielleicht für noch mehr Eltern und ihre Kinder interessanter macht. Ein Schwerpunkt ist Lesen, ein anderer Schulrechte und Demokratie.

„Ein Name, der zum Profil der Schule passt, ist für eine Schulleitung ein guter Gedanke“, so Paulo. Dabei gehe es dann auch nicht darum, „Positives zu schmälern, für das die Nordschule steht“.

Über den Zuspruch für den Namen Nordschule habe sie sich vielmehr sehr gefreut. Falle letztlich eine Entscheidung für den bisherigen Namen, „dann werden wir den auch mit Stolz weiterführen.“

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Redaktion Fröndenberg
Geboren 1972 in Schwerte. Leidenschaftlicher Ruhrtaler. Mag die bodenständigen Westfalen. Jurist mit vielen Interessen. Seit mehr als 25 Jahren begeistert an lokalen Themen.
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