Für mobile Pflegekräfte gehört die Fahrt mit dem Auto zu ihrem beruflichen Alltag. Doch die Fahrten werden zur Zeit häufig zur Rutschpartie. © Foto: Tobias Weckenbrock
Schnee und Eis

Mobile Pflegekräfte im Schnee-Chaos: „Wir müssen einfallsreich sein“

Mobile Pflegekräfte sind trotz Schneemassen und zugefrorener Straßen weiter unterwegs – für ihre Patienten. Das Wetter bereitet ihnen dabei große Probleme, wie der Chef eines Pflegedienstes berichtet

Freiwillig setzen sich zurzeit nur wenige hinter das Steuer. Das Schneetreiben der letzten Tage und Eis haben aus Fahr- eher Rutschbahnen gemacht. Parkmöglichkeiten sind wegen Schnee-Anhäufungen rar gesät.

Während selbst der örtliche Nahverkehr vor dem Wetter die Segel streicht, sind mobile Pflegeteams jedoch weiter im Einsatz. „Uns bleibt nichts anderes übriges“, erzählt Jörg Wunsch von der Wunsch-Pflege GmbH in Kirchlinde. „Unsere Patienten brauchen uns nun einmal.“

Patienten brauchen Geduld

Die knapp 800 Pflegebedürftigen, die Wunsch und seine 300 Mitarbeiter in Dortmund und Castrop-Rauxel betreuen, müssen derzeit etwas Geduld mitbringen. „Natürlich kommt es zur Zeit zu Verspätungen“, erzählt der Chef eines Pflegedienstes. „Unser Terminplan ist ordentlich auseinandergewürfelt worden.“

Jörg Wunsch, Geschäftsführer der Wunsch-Pflege GmbH © (A) Jörg Bauerfeld © (A) Jörg Bauerfeld

Wenn etwa ein Lastwagen quer auf der Autobahn stehe, könne auch der beste seiner Fahrer nichts an Verspätungen ändern. Solche Vorfälle zählt der Castrop-Rauxeler aber zu besonderen einmaligen Umständen. Ein weitaus häufigeres Ärgernis seien hingegen die oftmals nicht gestreuten Nebenstraßen.

Gerade Parksituation bereitet Probleme

„Ich muss sagen, dass meine Mitarbeiter sehr vorsichtig fahren“, erklärt Wunsch. Dennoch sei die Fahrbahnsituation ein großer Stressfaktor für sie. Nur langsam könnten sie fahren, Verzögerungen seien da programmiert. Genauso wie die anschließende Suche nach einem Parkplatz. „Durch die ganzen Schneehaufen müssen wir lange nach Parkplätzen suchen, um dann weit entfernt zu parken“, meint der Castrop-Rauxeler.

Gerade wenn das Pflegepersonal Geräte zu den Terminen mitbringen muss, wird das anstrengend. „Aber da müssen wir nun mal kreativ werden“, sagt Wunsch. „Viele unserer Patienten sind auf uns angewiesen.“

Tagespflege kann nicht angeboten werden

Dennoch habe auch sein Unternehmen witterungsbedingt den Betrieb ein wenig heruntergefahren. „Bis einschließlich Mittwoch (10. Februar) haben wir vorsorglich unser Angebot für die Tagespflege ausgesetzt“, erzählt er. Für Senioren, die meist nicht so fit auf den Beinen sind, sei die Gefahr eines Sturzes bei dem Wetter zu hoch.

Der Betrieb in den acht von seinem Unternehmen betreuten Wohngemeinschaften sei durch die Schneemassen laut Wunsch hingegen nicht beeinträchtig worden. Hier hätte der Unternehmer sogar extra Schneetraktoren im Einsatz, die die weiße Masse forträumen.

Kopfzerbrechen macht Wunsch jedoch weiterhin die Situation seiner mobilen Pflegekräfte auf den Straßen. „Zum Glück ist noch nichts Schlimmeres passiert. Dennoch wäre es gut, wenn die städtischen Betriebe jetzt anfangen würden, auch die Nebenstraßen zu streuen“, sagt der Castrop-Rauxeler Er hätte so auf jeden Fall ein paar Sorgen weniger.

Über den Autor
Volontär
Geboren in Dorsten, nach kurzem studienbedingten Besuch im Rheinland jetzt wieder in der Region. Hat Literatur- und Theaterwissenschaften studiert, findet aber, dass sich die wirklich interessanten Geschichten auf der Straße und nicht zwischen zwei Buchdeckeln finden lassen.
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Kevin Kallenbach

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